Der steuerfreie Oroßgrundbesttzer und die
begehrliche“ Beamtenschaft
Die Zeitschrift des Deutschen Bauernbundes, die es also
weifellos genau wissen muß, berichtet, daß viele landwirtschaft—
ische Großgrundbesitzer heute keinen Pfennig Einkommensteuer
zahlen, da ihre Betriebe angeblich ertraglos arbeiten und sie
elbit verschuldet seien. Sie knüpft daran die Folgerung: „Unte
olchen Umständen verlangen wir, daß die Väuerdschaft aus.
sahmslos von der Einkommensteuer befreit wird. Wir müßten
onst die Bevorsugung der Großgrundbesitzer als geradezu scham⸗
os bezeichnen, die eine teure Lebensführung haben, große
Fagden besißzen, mit Autos im Lande herumfahren, die Söhne
n reuersten studentischen Verbindungen aktiv sein lassen und
eine Einkommensteuer zahlen, wie das anscheinend bei vielen
Rittergutsbesitzern wieder der Fall ist.“ Man wird nicht sagen
oͤnnen, daß diese Forderung an sich, im Hinblick auf den Aus—
angspunkt, ungerechtfertigt sei. Und mit wieviel arößerem
sechte könnte dann die Beamtenschaft ähnliche Wünsche äußern!
Nan nenne einen Beamtenhaushalt, der nicht „ertraglos
irbeitet, ganz zu schweigen von so vielen Beamten, die unten
em Mißverhältnis von Einkommen und Lebenshaltungskosten
tark verschuldet sind. Kommt für sie der heißersehnte „Erste“
zann nagen an dem Monatseinkommen neben allerlei laufenden
berpflichtungen nicht selten auch noch die Leistungen für not
vendig eingegangene Schuldverpflichtungen. Und nach alledem
ragt der Steuerfiskus nicht im geringsten, er heischt und erhält
einen Obolus ohne Rücksicht auf das Realeinkommen und die
zleichzeitig gestiegenen Lebenskosten, ohne Rücksichtnahme auf
Erttagslosigkeit“ und Verschuldung der Beamtenhaushalte. Zum
Troste“ darf sich dann der Beamte in den monatlichen Aus—
veisen der Finanzverwaltung vergewissern, wie das Aufkommen
ius der Lohnsteuer die übrige Einkommensteuer gewaltig über—
chattet und davon Kenntnis nehmen, wie andere Staatsbürger
zei lururiöser Lebenshaltung angeblich keine Einkommensteuer
ahlen können. Vielleicht liest er dann noch in seiner Tages—
eitung von der Beamtenschaft sals der einzig allen Schwankungen
»et Wirtschaftslage enthobenen und trotzdem so „begehrlichen“
Bgevölkerungsschicht! Im Ernste: wenn die Oeffentlichkeit nich:
est davon überzeugt wäre, daß der Berufsgedanke das deutsche
Zeamtentum so fest an den Staat kettet und diese Beruäfssitt—
ichkeit inmer wieder zum „Trotzdem“ aufruft, sie müßte einmal
darod erschrecken, wie unverantwortlich sie mit den stützenden
und erhaltenden Kräften der Staatspolitik spielt.
Die Gehnsucht
aller geht dahin, dem Mitmenschen in Figur und Umgang ange.
nehm zZu sein. Ein bewährtes Mittel, dieses Ziel zu erreichen, ist
der Väsenol-Körper-Puder, der nervenberuhigend wirkt, die Hauf
zart und geschmeidig macht, üblen Geruch beseitigt.
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