genuß der erhöhten Bezüge kamen, auch wenn diese Er⸗
söhung längst überholt ist. Wenn es dem Bemühen der
zundesleitung und dem Drängen der einzelnen Großorga—
isationen sowie besonders der Entsendung einer Delegation
nitten aus der erregten Ausschußsitzung vom W. Juli auch
u verdanken ist, daß wenigstens am 24. Juli die alten, auf
17 errechneten Augustgehälter ausbezahlt wurden, so frägt
nan sich doch, ob es angesichts der großen Gesamtereignisse
nuf dem Gebiete unserer Währung erst derartigen Einsatzes
zäite bedürfen müssen. Mußte nicht die Regierungskom—
nission von sich aus handeln? Hätte sie nicht schon viel
rüher handeln müssen? So herzergreifende Szenen haben
ich in Beamtenkreisen noch nie abgespielt! Wir sind auch
jberzeugt, daß eine deutsche Regierung früher gehandelt
jätte. Die Artfremdheit macht sich hier geltend. Mögen nicht
zie grimmigen Verwünschungen an den Personen in Erfül—
ung gehen, die die Sesselinhaber in dieser Zeit hätten hören
zunnen, wo tagelang kein Geld im Haus, jeder Kredit
erschöpft, die sorgfältigste Berechnung über den Haufen
geworfen und nirgends etwas zu nagen noch zu beißen war.
Ernst Pallmann.
ichts der katastrophalen Entwertung der französischen Währuns
ind der damit notwendigerweise verbundenen Preéissteigerungen,
ingesichts der Worgange in Frankreich in Bezug auf die Sanie—
ung des Franken, angesichts aber auch des Unvermögens der
Regierungstommission, diese Verhältnusse zu meistern, müsse die
Lage als außerst ernst betrachtet werden.
Weniger unerfreulich sei es dagegen an der Front nach Osten,
jegen die Reichsregierung. Er kam auf die Besprechung beim
Keichskanzler im Cinzeren zurückt, wie sie in der Ar. 27 der
Zeitschrut bereits dargestelt wurde. Der Bemühungen bedurften
s vieler, um die Besprechung überhaupt zustande kommen zu
assen. Wenn damals bei dem ersten Bekanntwerden, daß ein
Interstützungsfonds gebildet würde, die Beamtenvertretung dar⸗
rzuf beharrt hat, daß allle Beamte in die Unierstützungsaktion
inbesogen werden müßten, so war die damalige Haltung die
inzig richtige. Mittlerweile ist ja auch die Klage der höheren
beamten veim Landgericht Berlin-Vlitte abgewiesen worden.
Ib gegen das Urteil Berufung eingelegt werden, wann der Pro—
eß dann zu Ende sein und was er bringen wird, stebt dahin
zedenfalls haben wir gelegentlich der Besprechung am 17. Juli
m Reichsfinanzministerium feststellen können, daß die Reichsre—
zjierung den Standpunkt der Beamtenvertretung sich zu eigen
zemacht hat.
Der Zweck der Besprechung vom 17. Juli war in erster Linie
»ie Erörterung der von der Reichsregierung mittlerweile ausge—
urbeiteten Betreuungs-Richtlinien, die eine stattliche Denkschrift
neen und demnächst vom Reichskabinett endaültis verabichiede—
vürden.
Im ersten Teil ist der Kreis der zu betreuenden Beamten ge—
lau umschrieben; es ist zunächst nur die Rede von beurlaub—
en deutschen Beamten. Selbstverständlich wurde die Einbesie—
ung auch des Nachwuchses in die Betreuungsaktion in Berlin
ingehend vertreten. Das Interesse des Reiches an der Erhal—
ung des Nachwuchses kann nicht geleugnet werden. Von Re—
zierungsseite wurde auch zugesagt, daß im Anschlusse an diese
rste Aktion zu Gunsten der Beamten, die 1820 der Regierungs—
ommission des Saargebietes formell als solche überantworte!
vorden sind, eine zweite Aktion durchgesührt würde, die it
igens auf dieienigen erstrecken müßte, welche erst nachträgli
zeamte geworden sind. Es steht zu hoffen, daß auch die Durch—
ührung der zweiten Akttion sich nur unwesentlich verzögern wird
terner wurde ausdrücklich bezüglich der Bergbeamten angefragt,
ür die einzutreten eine heilige Pflicht des Beamtenbundes it
veil auch sie beurlaubte preußische Beamte geblieben und sie
eilweise unter noch ungünstigeren Verhältnissen zu dienen ge—
wungen sind als die übrigen Reichs- und Länderbeamten. Von—
eiten eines Vertreters des Preußischen Finanzministeriums war
»ierzu ausgeführt worden, daß der preußische Staat auch für die
»eurlaubten preußischen Bergabeamten die Betreuungs-Kicht—
inien nach ihrer Veräbschiedung durch das Reichskabinett sich zu
zigen machen wolle. Leider jedoch war keine Zusage zu bekom⸗
nen, daß die Gemeindebeamten des Saargebietes ebenfalls in
die Betreuungsaktion einbezogen werden würden. Mittlerweile
ind jedoch weitere Schritte unternommen und der Beamten—
»und des Saargebietes wird sich geschlossen dafür einsetzen, dab
ruch die Gemeindebeamten die gleiche Behandlung erfahren wie
ie Reichs- und Länderbeamten.
Der zweite Teil der Denkschrift sieht die Einrichtung bestimm⸗
er Betreuungsstellen vor und zwar am Sise unserer
ilten Regionalbehörden; So z. B. für die Verkehrsbeamten des
zreußischen Teiles bei ihren Direktionen in Trier, für die Ver—⸗
ehrsbeamten des bayerischen Teiles bei ihren Direktionen in
Ludwigshafen und Speyer, für die Justizbeamten beim Ober.
andesgericht in Köln, für die Lehrerschaft beim Provingialschul—
ollegium in Koblens, für die Beamten der direkten und indirek—
en Steuerverwaltung bei den Landesfinanzämtern in Köln und
Würzburg usw. Der Schriftwechsel durchläuft den Reichskom—
nissar für die Uebergabe des Saargebietes in Koblens.
Im dritten Teil der Denkschrift ist vorgesehen, daß vollständige
Personalakten an den Betreuungsstellen für jeden Beam—
ten angelegt werden, daß in diesen Akten die abgelegten Vrü—
hericht üher die erweiterte Ausschußsitzung
pom 22. Juli 1926
Dder rapide Währungsserfall, das ständige Steigen der Preise
ür alle Artikel des täglichen Bedarfes, die Untätigkeit der Re—
zierungskommission bei der Durchführung ihrer eigenen besol—⸗
ungsverbessernden Beschlüsse, die von dem Landgericht Berlin—
MNitte abgewiesene Klage der höheren Beamten des Saargebietes
Jjegen den preußischen Fiskus, die Tatsache grundlegender Ver—⸗
andlungen mit der Reichsregierung und Gerüchte über Ge—
üchte, die wild in der Beamtenschaft schwirrten, all diese Dinge
jeßen es notwendig erscheinen, die vierteljährliche Juli-Aus—
chußsitzung in einem erweiterten Kreis abzuhalten. Aus dgen
ßrunde war durch Vorstandsbeschluß jedem angeschlossenen Ver—
zand die doppelte Vertreterzahl zugebilligt worden, mit der er
in den sonstigen Ausschußsitzungen teilnimmt. Und die außer⸗
jewöhnlichen Umstände waren es auch, die der Tagung ein be—
onderes Gepräge gaben. Es sei vorweg bemerkt, daß der Ernst
ꝛer Lage die Verhandlungen von Anfang bis zum Ende kenn—⸗
eichnete und daß auch eine ungewöhnlich reiche Arbeit geleistet
vurde: sachlich, klärend, bestimmend, richtunggebend und auch
wrwärtsbringend.
Ddie Tages-Ordnung umfaßte folgende Punkte:
.Bericht über die Vesoldungsaktion.
. Bericht über die Besprechungen in Berlin am 17. Juni beim
Reichskanzler und am 16. Juli im Reichsfinansministerium.
. Beitragserhöhung.
Aufnahme neuer Mitglieder.
Verschiedenes.
Die Versammlung hat sie so gut geheißen. Der Vorsitzendes des
beamtenbundes verband die beiden ersten Punkte miteinander
ind behandelte in eineinhalbstündigem Vortrag die augenblick—
3 Verhältnisse der Beamtenschaft des Saargebietes grund⸗
egend.
Bei Erläuterung der Lage an der westlichen Kampffront gegen⸗
ber det Regierungskommission reihte er die seit der leßgten Aus—
chutsitzung namens der, Arbeitsgemeinschaft an die Regierungs—
ommission gerichteten Eingaben aneinander, besprach die unter—
ommenen persönlichen Vorstellungen und erwähnte auch, daß
n die unmittelbar vorhergegangene Sitzung der Regierungskom—
nission noch einmal telegraphisch die Bitte gerichtel wurde, der
nittellosen Beamtenschaft so schnell als möglich Geld zu ver—
chaffen. Ein Ergebnis ift noch nicht bekannd geworden. Ange—
—UE
ææXx
G. d. B. . 2 I E
DAS AS DEn GUAIIIATIN —0
v
— 988
—
Arr
————— — — — — —— — — ——— —
574