1. Die Bestimmungen der Wahlordnung sind mit peinlichster
Sorgfalt zu beachten.
2. Kein Mitglied darf das Ersuchen des amtlich bestellten
Wahrvorstandes, ihn als Besisitzer zu unterstutzen, ablehnen.
Die mit der Durchsührung der Wahl verbundenen Arbeiren
sind sofort in Angriff zu nehmen und pünktlich, peinlich und
korrekt Zug um Zugs zu erledigen.
Im Bereich eines jeden Beamtenortsausschusses haben die
Vertrauensleute eines jeden Verbandes sich offen und rück—
haltsnos mit ihren Mirgliedern ausszusprechen.
Nach diesen Aussprachen haben die Vertrauensleute der Ver⸗
bände wahlbezirksweise zusammenzutreten, um möglichst
einen einztgen Wahrvorschlag aufzustellen. (Etwaige Fahrt⸗
kosten, die aus diesem Ankaß entstehen, werden von den Ver—
händen auf Antrag erstattet.)
Bei der Aufstellung der Kandidaten ist sowohl auf zugeteilte
Rachbarämter wie auch auf Vertretung möglichst aller Spar—
ten Rücksicht zu nehmen.
Den örtlichen Wahlvorschlag der Großorganisation haben
zrundsätzlich die Vertrauensleute der Verbände an erster
Stelle zu unterzeichen.
Das Gemeinschaftsgefühl der lange genug entrechteten Post⸗
und Telegraphenbeamten des Saargebietes muß die Vor—
arbeiten und Durchführung beherrschen; keine Gruppe und
Klasse darf im Wahlgang vergewaltigt werden.
Im Interesse iedes einzelnen wie aller muß in den Aus—
chüssen die Möglichkeit höchster positiver Arbeit verankert
werden.
O. Kein organistertes Mitglied darf an der Wahlurne am 22.
Juli jehlen.
Sofern Wünsche hinsichtlich anderer Gestaltung der Wahlbesirke
gjeltend zu machen wären, z. B. bei Sulzbach, Neunkirchen, Heus—
veiler, Illängen wollen begründete Anträge an die Großorga—
nisation gerichtet werden, die sie bei der OPD. vertreten wird.
Die Vertrauensleute werden dringend gebeten, über jeden
Fall, in dem die Aufstellung eines einzigen Wahlvorschlages der
stoborganisation nicht gelingen sollte, eingehend zu berichten.
Kollegiale Grüße!
Krill, Pallmann, Haag. Thielen.
Nachruf!
Am Samstag, den 12. Juni 1926, verschied nach
angem, schwerem Leiden unser Mitglied
flerr Bautechniker Ludwig sumidt
In dem Verstorbenen verlieren wir einen treuen
lieben Kollegen und ein eifriges Mitglied, dessen
Andenken wir stets in Ehren halten.
tizenbanTechnbtr-erein Saarbrütken.
in Saarbrũücken.
t
Fachgruppe des Rottenaufsichtspersongls
Unsere nächste Viertelijahrsversammlung findet nicht wie üblich
im ersten Sonntag im Juli, sondern erst am 18. Juli 1926 nach
Rückkehr unseres Delegierten von Königsberg in der Wirtschaft
Alt zu Malstatt-Burbach statt.
Der Vorstand:
Schunk. Herrmann. Hoffmann.
Wirtschaftseinsicht in Amerika und bei uns
Mit mehr als einer Sehnsucht schauen wir im heutigen Deutsch—
and nach den Vereimigten Staaten von Nordameritka aus. Nicht
uur, daß es uns als der rettende Engel in unserer Kapital- und
reditnot erscheint, auch seine gesamie Wirtschafislage daßr uns
beim Vergleich so recht die Schwierigkeit der unsrigen erkennen.
stun müssen allerdings zum groben Teil die wirtschaftlich
zünstigen Verhäun sse Amerikas als Ausfjluß einer vorteilhaften
vesamtlage in Zusammenhang mit dem natürlichen Reichtum
»es Landes betrachtet werden. Gleichwohl bleibt dann zmmer
och ein Rest, der nicht mit der Gunst der natürlichen Voraus—
etzungen erklärt werden kenn. Erkundigt man sich bei guren
zachkennern, so findet man immer wieder bestätigt, wie über—
egen der Amerikaner in Wirtschaftsführung und Wirischhaits—
enkung ist. Es ist für die deuische Wirtschaft nicht gerade ein
hbesonders rühmliches Zeugnis, daß sie bei jeder Schwankung der
beschäftslage mit aller Macht die Schuld — bei den anderen
ucht. Da wird in zunehmender Stärke nach Abbau der dijfcent—
lichen Lasten gerufen, da ergrefst man Maßnahmen zur Kürzung
des Lohnetats und zur Dämpfung der Gehälter für Angestellte
ind Beamte. Daß man mit solcher Drosselung der ieen
KTaufkraft sich selbst Steine in den Weg zur Bebebung der Absätz—
rise und all ihrer Folgeerscheinungen wirft, daß man die Be—
ebung der Kapitalbildung durch Spartätigkeit hintanhbält, sieht
nan oft vor lauter Eifer in der Verfolgung von Bestrebungen,
die wie Brausepulver nur eine Augenblickswirkung haben und
dann einen peinlich faden Geschmack hinterlassen, nicht oder
will es nicht einsehen. Die amerikanische Wirtschaft weiß gar
wohl, warum sie in ihrer Lohn- und Gehaltspolitik mit dem
Faktor „innere Kaufkraft“ so stark rechnet. Eine stat'stische
Bearbeitung der Ergebnisse einer Umfrage bei 1764 amerike—
ruischen Firmen, die 23 wichtige Industriezweiße mit 740 000
Arbeitern vertreten, hat z. B. ergeben, daß nach dem Ver—
hältnis des Lohn- und Lebenshaltungsinder die Kaufkraft des
estbezahlten Verbrauchers in Amerika 1920 um 20 v. H. höher
als 1914 stand, im Frühjahr 1923 um 30 v. H., und Ende 1924
um 25 v. H. An die entsprechenden deutschen oder gar saar—
ländischen Verhältnisse auch nut zu denken, ist beschämend. Die
allentihalben geforderte Rationalisierung der Wirtschaft steht und
fällt in ihrer Wirksamkeit damit, inwieweit sie die Kaufkraft de—
Verbraucher in ihre Rechnung einstellt.
Oeschäftliches
Die Filiale der Görres-Buchhandlung St. Johanner Markt 28
verm. P. Peusens) veranstaltet zurzeit ein hochinteressantes
Senderfenster „Der Werdegang des Reclambuches“. Auf fünt
übersichtlichen Tafeln wird die Herstellung eines Reclambändchens
boem Manuskript bis zum fertig gehefteten bezw. gebundenen
Bande mit allem dazu notwendigen Material, gezeigt. Eine
Frankenthaler Schnelldruckpresse ist im Bilde wiedergegeben und
ein Plakat erläulert genau den Werdegang. — Die Reclam—
Bibliothek, die sich heule in allen literarischen Kreisen durch—
gesetzt hat und wegen ihrer hervorragenden Auswahl maßgeben—
der Schriftsteller des In- und Auslandes und nicht zuletzt wegen
hres niedrigen Preises (jade Nummer nur 40 Pfa) nahezu un—
entbehrlich geworden ist, ümfaßt bereits über 6600 Nummern und
die bedeutendsten Autoren aus 36 Literaturen aller Völker und
Zeiten. Niemand versäume, sich die interessante Ausstellung im
Schaufenster St. JFohanner Markt 28 anzusehen. Dortselbst
vird auch jegliches Katalog- und Prospektmaterial der Universal—
zibliothek koste nlos abgegeben. — Die Verlagsbuckhandlunç
Philipp Reclam jun. in Leipzig hat die Auslieferung ihrer
Biblioihek für das Saargebiet und angrengenden Teile der
Börres-Buchhandlung G.m. b. H, Saarbrücken 4
Rönigin-Luisenstraße und St. Johanner Markt 28 übertragen.
die eĩn großes Lager der Reclam-Bändchen unterhält und in de—
Lage ist, jede gewuͤnschte Nummer sofort au liefern.
— — 44
Inß
— G. M. B. II.
—— XXVRXAIX
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