Full text : 1.1926 (0001)

elbständiges und doktrinäres Führermaterial, dessen Geist
nach unten fortwirkte, sie ließ die starken Verwaltungstalente
früh alt und förmlich werden und auch diese kamen auf dem
Wege der Anciennität viel zu spät zur Geltung ... Der
nechanische Instanzenweg heruschte, die Ueberverwaltung,
das Schema — hier war kein Feld für die freie Persönlich—
keit und den schöpferischen Ehrgeiz. Wer nicht als namen—
loses Glied im ganzen aufging, way unbequem ... Noch
einmal: die großen Vorzüge des Standes in Ehren, aber
diese Fehler sind ihm und uns verhängnisvoll geworden,
und heute, wo wir auch hier von vorn anfangen müssen,
kann es sich nur darum handeln, die Grundgedanken der Er—
ziehung des Heeres durch Voltke auf den künftigen Staats—
dienst zu übertragen ... Ohne den Beamten als Stand ist
—0
seiner gefährlichen Lage. Aus den Bedingungen des
20. Jahrhunderts muß wieder eine Idee des Staausdienstes
»ntwickelt werden, ein sittliches Standesgefühl, das den
Staat in Zukunft zu tragen fähig ist“.
Wir müssen die Berechtigung dieser Kritik zum guten Teil
anerkennen, denn all unsere Forderungen kommen ja aus
ähnlichen Gedankengängen. Auch wir sehen die Möglichkeit
einer Reorganisation des Berufsbeamtentums allein in einer
ystematischen Erziehung und Gewöhnung des einzelnen zur
selbständigen, verantwortungsbewußten Persönlichkeit.
Dieses hohe Ziel schwebt uns als Leitstern vor Augen, wenn
vir dringend nach einer Verwaltungsteform rufen. Wir
ühlen die niederdrückenden Hemmungen eines bureaukra—
ischen Dienstbetriebes, der jede Entfaltung einer selbstän—
digen Persönlichkeit als unbequem unterdrückt und unter—
bindet. Seit Jahren lehnen wir uns leidenschaftlich gegen
ein „Dreiklassensystem“ auf, das zwischen der unteren, mitt—
leren und oberen Beamtenlaufbahn eine unüberbrückbare
Kluft befestigt. In solch dumpfer Luft muß der gesunde
Trieb nach selbständiger Fortbildung der Kräfte des Willens
und Intellekts verkümmern. „Freie Bahn den Tüchtigen“.
„Erst wenn jeder junge Mann den Marschallstab im Tor—
nister fühlt und es für geniale Menschen überhaupt keine
Hindernisse des Alters, der Stellung und des Tempos der
Beförderung mehr gibt, kommen wir zur restlosen Aus—
schöpfung der Begabungen, die heute in Deutschland unent—
deckt bleiben und verloren gehen, weil sie in einem System
nit vorzeitig alt und starn gewordenen „Funktionären“ un—
dequem sind“. (Spengler ebenda).
Praktische Auswirkung können diese Ideen nur unter der
Voraussetzung einer Mitarbeit, Mitwirkung und Mitbestim—
giung der Beamtenschaft bekommen. Die Riesenarbeit, die
der schwer um seine Existenz ringende Staat jeder Verwal—
ftung aufbürden muß, kann niemals durch ein schematisches
Autoritätsprinzip gelöst werden, sondern fordert ein Mobil—
machen aller Energien des Charaktes und des Geistes jedes
Beamten. Wo ist aber im neuen Volksstaat der große
Staatsmann von dem Ausmaße eines Stein, der mit der
ganzen Wucht seiner Persönlichkeit diese Maxime zur Wirk—⸗
lichkeit werden läßt! Nach dem Zusammenbruch 1018 schien
die ungeheure Not zwangsläufig eine Entwicklung in diesem
Sinne herbeiführen zu wollen. Vorfrühlingsblüten, ver—
nichtet und zerstört durch den Frost der folgenden Tage!
Je weiter wir in der Zeit fortscheiten, um so größer wird der
Widerstand der maßgeblichen Stellen des Reiches, um so
stärker werden die Kräfte anderer Interessengruppen gegen
eine verantwortliche Mitwirkung der Beamtenschaft. Mit
den alten Methoden der Tradition glaubt man ein modernes
Beamtentum schaffen zu können. Und wenn, wie in den
letzten Monaten, an irgendeiner Stelle ein Versagen festge—
tellt wird, dann folgert man daraus nicht die Notwendigkeit
einer grundsätzlichen Reform, sondern man ruft nach einer
trengeren Aufsicht und arbeitet Gesetzentwürfe für ein neues
Disziplinarrecht aus.
Dabei hat der deutsche Beamte wiederholt durch die Tal
zie hohen siltlichen Kräfte offenbart, die seine Forderung
rechtfertigen. Hat man die vorbildlichen Leistungen der Be—

imtenschaft während des Krieges schon ganz vergessen? In
ausend und aber tausend Fällen bewiesen damals unsere
dollegen unter den schwierigsten Verhältnissen die sittliche
ind intellektuelle Reife für selbständige Führung einer vet—
intwortungsvollen Stellung. Und wie war es beim Aus—
ruch der Revolution? Mit einem Schlage war das herr—
chende Autoritätsprinzip zum mindesten für die ersten Mo—
iate vernichtet. Ohne Zaudern versuchten die Beamten aller
zesoldungsgruppen aus eigener Initiative das unentwirr—
are Chaos zu ordnen. Was zeigt uns der Ruhrkampf, Was
eigt uns der Abwehrkampf in der Pfalz? Die leitenden
Lorgesetzten vertrieben, ganz auf sich selbst gestellt, leistet
zie Beamtenschaft in vorbildlicher Arbeit dem Vaterlande
vertvollste Dienste ohne jeglichen Zwang. Und was lehren
elbst unsere Tage? Innerhalb des Berufsbeamtentums ein
Drängen und Streben nach Weiterbildung, nach Vertiefung
der Kenntnisse. Aus eigener Kraft gründen die organisierten
Beamten besondere Hochschulen und richten Hochschulkurse
in. Unter schwersten Opfern schmiedet sich die deutsche Be—
imtenschaft selbst das geistige Rüstzeug zur Erfüllung ihrer
»edeutungsvollen Aufgabe innerhalb der Volksgemeinschaft.
Der Weg zum neuen Beamtentum ist damit ganz ein—
eutig vorgezeichnet. Er führt und kann nup führen zu
iner verantwortungsvollen Mitbestimmung der Beamten—
haft. Sie werden ein solches Vertrauen ganz gewiß recht
ertigen und unter einem solchen System selbst für die Ent—
ernung ungeeigneter Elemente Sorge tragen. Der
sieichstag wird sich auch einmal mit der Beamtenpolitik der
stegierung im ganzen beschäftigen müssen; sorge jeder an
einem Teil dazu, daß die einzelnen Abgeordneten diese Zu
ammenhänge in ihrer ganzen Tragweite erkennen un
vürdigen.

(Pfälzische Beamtenzeitung.)
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Aus den Verbänden
Bereinigung der Post- und Telegraphenbeamten des
Saargehiets
Beamtenausschüsse.
Entsprechend der Verfügung des Mitgliedes der Regierungs
ommission für Oeffentliche Arbeiten, Herrn Ministers Lambett
vom 12. Mai, finden endlich am 22. Juli die Wahlen zu der
Beamtenausschüssen statt, welche von der Organisation schon sei
Fahr und Tag als Erfüllung des Artikels 22 des Beamtenstatut—
zejordert wurden. Das Amtsblatt der Oberpostdirektion Nr. B
nthält die näheren Bestimmungen. Danach werden 18 Beamten
ttsausschüsse und 1 Begz'erksbeamtenausschuß gebildet. Für der
Bezirksbeamtenausschuß wird die Großorganisation einen Wahl
»orschlag im Benehmen zwischen den einzelnen Fachgruppen auf
tellen. Hierbei werden die Herren Amtsvorsteher besonders be
ücksichtigt werden.
Für die Bildung der Beamtenortsausschüsse wollen folgend
Richtlinien innegehalten werden“

steinste Seifenmasse ohne j den Sodage
halt, in dünven, nudelartigen Bändern, die
sich in war mem Wasser augenblicklich lösen
Fettgehalt 6 bis 7 mal so groß wie bei ge
võhnlichen Seifenpulvernl Greĩifen sels
dĩe ferins ten Gewehæe nicht an
IXIII

Ergiebig, billiger als alles andere
Vor dem Auflösen von Kirchners Flocken das Wasser mi
rewöhnlicher Soda „veich“ machen; das ist viel biiliger al
die Vervendung der in jedem Seifenpulver und selbettötiger
Vaschmittel 3415s Haupthestandfeil enthaltenen Soda.

αααν

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