Full text : 1.1926 (0001)

tretung stattfinden. Sie stellt sich geschlossen hinter ihre
Führung und erteilt ihr Vollmacht für alle erforderlich er—
scheinenden Maßnahmen.“

Die Entschließung an die deutsche Reichsregierung wurde
auch der preußischen und bayerischen Regierung noch am
gleichen Tage telegraphisch übermittelt.
Im Saalbau führte Herr Schneider zum Schlusse aus.
Meine Damen und Herren! Sie haben Ihre Zustimmung
erteilt zu den Referaten und Entschließungen. Ich danke
Ihnen. Sie haben damit zum Ausdruck gebracht, daß Sie
in vollem Vertrauen zu Ihrer Führung sich geschlossen hin—
ter sie stellen. Damit haben Sie die kommenden Verhand—
lungen wesentlich erleichtert.
Es wird noch harter Kämpfe bedürfen, bis wir am Ziele
sind. Aber 12000 deutsche Saarbeamte haben heute kraft—
voll und würdig bekundet, daß sie ans Ziel wollen, und
daß sie nicht erlahmen werden, bis auch die letzte uns ge—
gebene Zusage eingelöst ist.
Wir werden unser Ziel erreichen, wenn wir einig
sind. Und darum dies die Parole für heute und morgen:
Laßt uns sein ein einig Volk von Brüdern,
in keiner Not uns trennen und Gefahr!
Damit schließe ich die Versammlung.

5
Von der Bundesleitung
Der Präsident der
Regierungskommission
des Saargebietes.
G. Nr. 2586 /A
Saarbrücken, den 29. Mai 1026.

An den
Beamtenbund des Saargebietes
4. H. des Herrn Rektors Schneider,

Hier.

Die Regierungskommission des Saarpebietes bestätigt den
Empfang Ihres gefl. Schreibens vom 21.5. 1926 Nr. A. G. 17.
5. 1926. Wie aus den mit der Regierungskommission fortgesetzt
gepflogenen mündlichen und schriftlichen Verhandiungen hervor—
geht, ist es die ständige Sorge der Regierungskommission, be—
rechtigte Wünsche der Beamtenschaft im Rahmen der vorhandenen
Möglichkeiten zu berücksichtigen. In diesem Sinne muß die Re—
gierungskommission darauf hinweisen, daß eine Erhöhung der
Ausgaben für die Besoldung ihrer Beamten und Angesiellten
nicht möglich ist, ohne daß zum Mindesten eine gleiche Erhöhung
der Einnahmen des Haushalts des Saargebietes erfolgt. Eine
Erkhöhung der Einahmen aber ist nur möglich, wenn eine Er—
höhung der Steuern wie auch eine weitere Erhöhung der Tarife
der Post und Eisenbahn vorgenommen wird.
Die Bedeutung der Beamtenbesoldung im Rahmen des Haus—
dalts des Saargebietes geht deutlich hervor, wenn man folgende
Zahlen einander gegenüberstellt:
Die Gesamtausgaben des Haushalts des Saargebietes für das
Rechnungsjahr 1926 betragen: 677 000 000 Fr.
Davon entfallen auf die Besoldungen der staat—
lichen Beamten und Angestellten 228 000 000 Fr.
auf den Pensionsfonds 40 000 000 Fr.
dazu kommt noch die ab 1. 4. 1926 in Kraft
getretene Erhöhung der Gehälter im Gesamt—
betrage von 18 000 000 Fr.
sodatz den Gesamtausgaben des Saargebietes in Höhe von
677 900 000 Ir. für die Beamtenbesoldung der Betrag von
286 000 000 Fr. gegenübersteht. Jede Erhöhung des Umrechnungs—
faktors um 8,1 (3. B. von 47 auf 4,8) berurfacht eine Mehrauͤs—
Jabe von 6000000 Fr. jährlich.
Aus diesen Zahlen lassen sich schon die Schwierigkeiten des
Problems der Besoldungsänderungen ersehen.
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie den Ihr gefl. Schreiben
vom 21. 5. 1926 mitunterzeichnenden Verbänden von vorstehenden
Ausführungen Kenntnis heben wollten.
G. W. Stephen3.

Sterbetafel
der Mitglieder der Vereinigung der Saareisen⸗
bahnbeamten und Anwärter e. V.

Im ersten Vierteljahr 1926 sind nachstehende Mit—
glieder bezw. deren Ehefrauen, für die eine Sterbe—
unterstützung gezahlt wurde, verschieden:
Fachgruppe der Stationsschaffner.
Am 5. 1. 1926 Kollege Joseph Niederländer, Bahn—
steigschaffner, Auersmacher.
Fachgruppe der Fahrbeamten.
Am 9. 1. 1826 Kollege Eduard Korndörfer, pens
Zugführer, Neunkirchen.
Am 1. 2. 1926 Ehefrau des Kollegen Hauser, Zug—
führer, Saarbrücken.
Am 3. 3. 1926 Ehefrau des Kollegen Johann Hähn,
Schaffner, Saarbrücken.
Am 19. 8. 1926 Kollege Friedr. Heing, Oberlade—
schaffner, Saarbrücken.
Am 26. 8. 1926 Kollege Friedr. Müller, Eisenbahn—
schaffner, Saarbrücken.
Fachgruppe der Eisenbahnsekretäre und Vorsteher
Am 20. 1. 1926 Kollege Karl Walter, Eisenbahn—
gütervorsteher, Dillingen.
Am 28. 1. 1926 Kollege Theodor Friedr. Wilhelm
Lorentz, Eisenbahn-Obersekretär, Saarbrücken.
Fachgruppe der technischen Wagenaussichtsbeamten.
Am 11. 2. 1926 Kollege Peter Schu, Wagenaufseher,
Saarbrücken.
Am 11. 2. 1926 Kollege Heinrich Solbach, Ober—
Wagenaufseher, Saarbrücken.
Am 21. 2. 1926 Kollege Jakob Spaniol, Wagenauf—
seher, Saarbrücken.
Fachgruppe der Eisenbahn-Amtmänner, Ing. und der
Werkstättenvorsteher.
Am 8. 3. 1926 Kollege Otto Dippe, Eisenbahn-Ober—
amtmann, Neunkirchen.
Fachgruppe der Weichensteller und Bahnwärter.
Am 14. 3. 1926 die Ehefrau des Kollegen Jakob
Hektor, Weichenwärter, Rilchingen-Hanweiler.
Fachgruppe der Werkführer im Sicherungsdienst.
Am 30. 8. 1926 Kollege Adolf Schub, Werkführer im
Sicherungsdienst, Saarbrücken.
Fachgruppe der Bahnhofsverwalter-, Eisenbahn—
Assistenten, Betriebsassistenten und Anwärter.
Am 8. 1. 1926 Kollege Schneider, Betriebs-Assistent
Dechen.
Am 1. 2. 1926 Ehefrau des Kollegen Müller, Be—
triebs⸗Assistent, Mettlach.
Ehre Ihrem Andenken!

Kommungalvperwaltungsschule Saarhrücken

Neuerdings hat sich der Preußische Städtetag angeiregen sen
assen, für die Ausbildung und Prufung der Kommunalbeamten
schaft Grundsätze aufzustellen, die unter Berücksichtigung de—
ziuzelnen historischen Entwickelungen eine systematische und ein
heitliche Forderung des gesamten Bildungswesens innerhalb de—
»reußischen Landesgebietes gewährleisten sollen. Die gleicher
Ziele verfolgt im Saargebiet die seit 1921 bestehende Kommunat
erwaltungsschule Saarbrücken. Diese Schule ist eine Einrichtun
»er Kreise Saarbrücken-Stadt, Saarbrücken-Land, Ottweiler und
St. Wendel mit Beteiligung des Verbandes der Gemeindebegmter
und -Angestellten des Saargebietes und des Verbandes der Büro
angestellten und Beamten unter Vertragsabschluß auf der Rechté
grundlage einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts.
—chulgiel ist, den Anwärtern für mittlere Beamtenstellen de—
Büro- und Kassendienstes der kommunalen Verwaltungen or
—
theoretischer Hinsicht zu vermitteln, um so eine planmäßige un—
gründliche Ausbildung der Anwärter für ihren Beruf nach jede

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