kommen muß, nicht wett gemacht. Immer wird die Beamten—
dartei eine breite, geschlossene Phalanx der Nichtbeamten
gegen sich haben, und Angriffe, die heute abwegig, unge—
recht und haltlos sind, werden dann mit größerem Erfolg
veil begründet, laut werden.
Die Beamtenschaft hat kein Interesse daran, daß der Ar—
»eitsgang des Staatsorganismus immer kompligzierter, der
positive Nutzeffekt wegen des stetig anwachsenden Reibungs
koeffizienten immer geringer wird. Sie hat jedoch alles nur
mögliche Interesse daran, daß diese Arbeit mit großem
Blick, mit Zielstrebigkeit, geleistet wird, zum Wohle des
Staates, des Volksganzen. Nicht Zersplitterung, sondern
Zusammenfassung der vorhandenen Kräfte kann uns vor—
värts bringen und eine solche Zusammenfassung bedeutet —
last not least) — die Zurückführung unserer Klüngel- und
Vetternwirtschaft auf ein durch Weltanschauungen dirigiertes
Parteiwesen, mit wenigen großen und starken Parteien, die
— nach Maßgabe ihrer geistigen Einstellung, nicht ihrer Be—
rufsinteressen — raten und handeln, von dem einzigen
Motiv gelenkt, den für das Staatsganse besten und richtigen
Weg zu finden.
Die vorstehenden tiefgründigen Ausführungen entnehmen wir
zer uns befreundeten Danziger Beamtenzeitung; sie kommen auch
ür uns gerade rechtzeitig, weil einzgelne aus Anlaß der bevor—
tehenden Neuwahlen zu den kommunalen Körperschaften usw. mit
dem Gedanken einer Beamtenpartei — sogar in vermeintlich druck—
reifen Zuschriften für die allernächste Nummer schon — gespielt
saben. Die Schriftleitung.
34
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geben etlastischen Gang,
schonen Körper und Nerven
sind enorm haltbar, daher
clie beslen 86ßuh⸗
sIßsũtze für oue
Von der Bundesleitung
G. Rr. 16. 5. 26. Saarbrücken, den 12. Mai 1926
An die
Regierungskommission des Saargebietes
Generalsekretariat
Saarbrücken1
Wir beehren uns der Regierungskommission ergebenst folgende—
u unterbreiten:
In unserer Eingabe vom 11. ds. Mts. haben wir den Beweie
rbracht, daß die Besoldungsneuregelung den Beamten keine aus—
eichende Einkommen bringen konnte, weil viele unbedingt not
vendige Bedürfnisse bei der Festsetzung der Gehälter nicht be—
ücksichtigt worden sind. Viele Beamte, besonders in den unterer
sßruppen, sind auch weiterhin gezwungen, Schulden zu machen
zin unwürdiger Zustand für eine Beamtenschaft, die doch dazu be
ufen ist, die Staatshoheit zu verkörpern. Der Beamte selbst kanr
»afür nicht verantwortlich gemacht werden; es ist die natürlich⸗
Folge jahrelanger unzureichender Besoldung.
Die Besoldungsneuregelung vom 1. 4. 1926 hat den Beamter
roch nicht einmal das gebracht, was ihr auf Grund der seit 1.1
1926 von der Regierungskommission angewandten Errechnungs
nethode zustand. Die Gehälter sind für Januar, Februar und
März mit 4,4 und für April mit 4,7 umgerechnet worden, obwoh
»ie Üümrechnungszahlen 4,61 — 4,59 —3 4,67 und 4,84 betragen
saben. So muß doch die —S s — unbedingt in die Ver
lendung getrieben werden.
Inzwischen ist der Franken weiter stark gesunken. Die Schulden
»ie nur auf wertbeständiger Basis gemacht werden konn—
ten, werden immer drückender. Die Preise fuüͤr alle Lebensbedürf—
nisse steigen von Tag zu Tag. Ein töẽdstloser Zustand. Der
meisten Beamten ist es uünmöglich, mit ihren Gehallsbezügen die
nackten Lebenshaltungskosten bis Ende des Monats zu bestreiten
Deshalb drängt uns die Beamtenschaft, auf unsere Eingabe von
11. ds. Mts. bis zum 15. Mai eine Entscheidung herbeizuführen
Wenn es der Regierungskommission nicht möglich sein sollte
unserem Vorschlag in der Eingabe vom 11. ds. Mts. in den nächster
Tagen stattzugeben, bitten wir, der bitteren Not der Beamtenscko⸗
zunächst dadurch abzuhelfen, daß
spätestens bis zum 20. ds. Mts. 25 Prozent fämtlicher
Monatsbezüge als Abschlagszahlung auf die Besoldungs⸗
neuregelung gezahlt werden.
Beamtenbund des Saargebietes.
Vereinigung der höheren Beamten des Saargebietes.
Berband der Büroangestellten und -VBeamten des Saargebiete⸗
Bund der techn. Angestellten und Beamten des Saargebietes.
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