Full text : 1.1926 (0001)

Die Beamtenschaft hat die unterzeichneten Verbände ausdrück—
lich verpflichtet, diese Vorbehalte unaweideutig zum Ausdruck au
hringen.

Beamtenbund des Saargebietes.
Vereinigung der höheren Beamten des Saargebietes.
Verband der Bürodangestellten und BVeamten des Saargebieles.
Bund der technischen Beamten und Angestellten des Saargebietes.
Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner e. B

Baden-Baden, 10. Dezember 1925

Regierungskommission
des Saargebietes
Generalsekretariat
G. S. Nr. 6885/
An den
Beamtenbund des Saargebietes
Saarbrücken
St. Johannerstraße 56.
Die Delegation der Regierungskommission des Saargebietes
und der Deutschen Regierung, die zur Zeit in Baden-Baden über
die gesamten durch die Zurberfügungstellung von Deutschen Be—
amten aufgeworfenen Fragen verhandeln, halten es für geboten,
vor dem endgültigen Abschluß einer Abrede die Beamtenschaft
Inzuhören.
Zu diesem Zweck ist von den beiden Delegationen eine Voll
sitzung auf Sonntag, den 20. Dezember, nachmittags um 8 Uhr
im hiesigen Kurhaus vereinbart worden.
Demgemäs lade ich Ihre Organisationen ergebenst ein, sich
in dieser Sitzung vertreten zu lassen. Größtmögliche Beschrän
kung der Vertretung ist erwüͤnscht.
Es ist von beiden Delegationen Wert darauf gelegt, daß Ihre
Vertretung auch ein Beamter aus der Saarpfalz angehört.
G. W. Stephens
Für die Richtigkeit der Unterschrift des Herrn Ministers
G. W. Siephens.
Saarbrücken, den 19. Dezember 1026.
Der Generalfekretär der Regierungskommission des Saargebietes:
Pierrofes.

An die
Regierungskommission des Saargebietes
Generalefretaoriat

Saarbrücken, den 28. Dezember 1025.

Saarbrücken 1
Schloßplatz 15.
Wir beehren uns der Regierunaskommission eraebenst foloen—
des zu unterbreiten:
Die Besprechung in Baden-Baden am 20. Dezember ergab:
Den Vorbehalt, daß gewisse Fragen in unmittel
baren Verhandlungen zwischen der Regierungskommission
und der Beamtenbertretung in Saarbrüeckn au erörterr
seien und
die Zusage, daß bis zum 1. Januar 1086 eine gwischenzeitliche
 Neuregelung der Bezüge in Kraft gesetzt werder
soll.
Die Beamtenschaft des Saargebietes steht vor einem neuen
Zeitabschnitt. Sie kann nicht mehr annehmen, daß auch nur eine
zwischenzeitliche Neuregelung ohne vorherige Erörteruna mit
hrer Vertretung vorgenommen wird.
Für die in Baden-Baden getroffene Abrede ist jetzt auch die
endgültige Fassung festgelegt. Die Beamtenschaft rechnet be—
stimmt damit, daß ihr an Hand des Textes vor Erlaß der für
die einzelnen Verwaältungen notwendigen Ausführungsbestim—
mungen eine erneute Beratungsgelegenheit geboten wird.
Darüber hinaus besteht das Bedürfnis, mit der Regierungs⸗
kommission ein Arbeitsprogramm zu erörtern, welches sowohl die
ünftige Besoldungsregelung wie auch die in Baden-Baden ausgeschalteten
 Fragen umfaßt.
Die unterzeichneten Verbände bitten daher die Regierungs—
tommission ergebenst um valdgefällige Anberaumung einer Be—
prechuna awischen Weihnachten und Neujahr.
Beamtenbund des Saargebietes.
Vereinigung der höheren Beamten des Saargebietes.
Verband der Büroangestellten und -Beamten des Saargebietes.
Bund der technischen Angestellten und Beamten des Saargebietes
Gewerkschaft Deutscher Fisenbahner e. B.

Regierungskommission
des Saargebietes.

Saarbrücken, den 29. Dezember 1925
Generalsekretariat Schloßpratz 15.
Betrifft: Schreiben vom 23. Dezember 1923.
Ich beehre mich hiermit, den Empfang des dortigen
Schreibens vom B. Dezember 1925 zu bestätigen, in welchem
Sie am Schlusse Besprechungen zwischen der Regierungs—
kommission und den Vertretern der Beamtenverhände be
antragen.
In Beantwortung beehre ich mich, Ihnen mitzuteilen, daß
die Regierungskommssiion dafür Sorge tragen wird, damif
diese Besprechungen sobald wie möglich stattfinden. Sie
werden jedoch sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß es
einerseits unmöglich ist, die in BadenWaden getroffene Ab—.
rede nebst den dazu gehörigen Anlagen bekannt zu geben
bevor die deutsche Regierung und die Regierungskommission
die üblichen Bestätigungsurkunden ausgetauscht haben und
andererseits, was das Intrafttreten zum 1. 1. B anbetrifft
einer neuen Besoldungsordnung — die nicht, wie es an—
scheinend die dortige Auffassung ist, eine vorläufige Regelung
darstellt — gewisse Vorarbeiten noch notwendig sind.
Infolgedessen dürften die in Aussicht genommenen Be
prechungen erst in einigen Tagen nutzbringend sein.
Der Präsident der Regierungskommission:
V. Rault,
Stadtsrat.

An

den Beamtenbund des Saargebietes
in Sagrbrücken

*
Allgemeine Mitteilungen
Zu gleicher Zeit, wo diese Nummer unseren Mitgliedern
zugestellt wird, findet auf Einladung des Auswärtigen Amtes
in Berlin eine Besprechung mit der Beamtenvertretung dor!
statt. Wir freuen uns, feststellen zu können, daß das kärg—
liche Versprechen von Baden-Baden über weitere unmittelbare
Verhandlungen sowohl von der Regierungskommission wie
auch von der deutschen Regierung so prompt eingelös'
worden ist. Ueber das Ergebnis wird sowohl in der nächsten
NRummer dieser Zeitschrift wie auch in der Jahresaus—
chußsitzung, die noch im Monat Januar stattfindet, berichtet
werden. Den Ausschußmitgliedern gehen die Einladungen beson—
ders zu. — In der Beamtenschaft kursiert stellenweise das Ge—
rücht, der Herr Kommerzienrat Dr. Hermann Röchling, Mitglied
des Landesrates, habe in Baden-Baden gegen die Interessen der
Beamtenschaft gewirkt. Herr Röchlins teilt uns mit, daß er
überhaupt nicht in Baden-Baden gewesen sei und sich im übrigen
iederzeit für die Wünsche der in saarländischen Diensten befind—
lichen deutschen Beamten eingesetßt habe. Wir bitten. dem Ge
rücht entgegenzutreten

Mitteilung der Schriftleitung
1. Vertrieb. Für jeden im Beamtenbund organisierten
Beamten wird die Zeitschrift laufend überwiesen, d. h. die
Post bringt sie ihm ohne weiteres ins Haus.
Einige Verbände haben an einzelnen Orten die für ihre
Mitglieder bestimmten Stücke einem Vertrauensmann
überweisen lassen. In Fällen, wo es sich um mehr als
fünf Stücke handelt, haben wir die Post angewiesen, die be—
treffende Stückzahl für den uns mitgeteilten Vertrauens—
nann zur Abholung bereit zu halten. Wir bitten also
diese Herren Vertrauensleute jeweils für pünktliche Ab—
holung bei der Post und Verteilung an die Mitglieder
Sorge zu tragen. Sofern hierfür besondere Kosten (Aus—
gabegebühr von 8 Frs. jährlich) entstehen, wollen die
Herren Vertrauensleute uns das mitteilen; wir werden
den Betrag umgehend vergüten. Stößt diese Art der
Uebermittelung auf Schwierigkeit, so wird ebenfalls um
Mitteilung gebeten, Um Kosten zu ersparen, werden wir
die gewünschte Umstellung dann vom Beginn des folgen—
den Kalendervierteljahres an vornehmen. Jede Verlegung
des Amts- bez. Wohnsitzes, mit der eine Aenderung im Be—
zug der Zeitung verbunden ist, wolle vorerst durch Post—
karte der Geschäftsstelle des Beamtenbundes mitgeteilt wer—
den. Hierboi ünd der frühere und der neue Beazuagsort.
            
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