Eine zeitgemäße Erinnerung
In Zeitungsäußerungen und Privatgesprächen über Art und
hdöhe der Beamtenbesoldung wird den Beamten immer und im—
mer wieder der Vorteil der Ruhegehaltsberechtigung vorgehalten
Nicht immer geschieht das in sachlicher Weise; sehr oft hört und
liesi man, daß die Ruhegehaltsberechtigung der Beamten eine
besondere soziale Heraushebung der Beamtenschaft gegenüber
anderen Berufsschichten und Bevölkerungskreisen bedeute. In
einzelnen Fällen wird diese Tatsache ins Agitatorische gezerrt
und bildet dann eine gern gebrauchte Waffe in der Beamtenhetze.
Demgegenüber muß nachdrücklichst betont werden, daß der An—
srruch auf Ruhegehalt zu den „wohlerworbenen Rechten der Be—
amten“ gehört und deshalb auch verfassungsrechtlich geschützt ist.
Ddaraus geht schon klar hervor, daß der Ruhegehaltsbezug kein
„Geschenk an die Beamtenschaft darstellt. Das läßt sich zum
Ueberfluß auch aus der geschichtlichen Entwicklung der Beamten—
besoldung einwandfrei belegen. Vor hundert Jahren, am 80
April 1825, erschien das preußische Pensionsreglement, das die
Emerit erungsverhältnisse der Staatsbeamten in einen festen
gesetzlichen Rahmen brachte. Danach war jeder Staatsbeamte
berpflichtet, jährlich einen bestimmten Hundertsatz seines Gehalte
in eine Ruhegehaltskasse zu zahlen. Die Höhe der Beiträge war
nach der Höhe der Gehaltsbezüge abgestuft; sie bewegte sich
zwischen 1 und 5 vom Hundert des Gehalts. Anderseits wurde
das Ruhegehalt nach der Höhe der Beiträge und der Dauer der
Beitragszahlung bemessen. Ganz ähnlich wurde nach diesem
Vorbild die Witwen- und Wasenversorgung geregelt. Die weitere
Entwicklung brachte es mit sich, daß die Beiträge der Beamten
wegfielen, weil der Staat späterhin notwendig gewordene Auf—
besserungen in die Form des Erlassens dieser Beiträge kleidete;
der Grundsatz des Pensionsanspruchß, daß die Ruhe—
gehälter ersparte Gehaltsteile sind, blieb unberührt. Und se
ist es auch heute noch. Die geschichtliche Erinnerung an das
vor hundert Jahren erlassene Pensionsreglement trägt hoffentlich
dazu bei, die mannigfachen unhaltbaren Ansichten über die Ruhe—
gehaltsberechtigung der Beamten zu berichtigen. 9)
(„Der deutsche Beamte.“)
Die törichte Formel
von der „unbreduktiven Beamtenschaft“
Die Voreingenommenheit vieler Volksgenossen gegen das Be—
amtentum äußert sich in den mannigfachsten und oft seltsamsten
Formen. Mit besonderer Vorliebe wird sehr oft gegen die Be—
amtenschaft das Schlagwort von ihrer angeblichen „Unprodukti—
vität“ ausgespielt. Diejenigen, welche diese Formel unbesehen
und in nicht mißzuverstehender Absicht weitergeben, sind sich in
der Regel gar nicht dessen bewußt, eine wie klägkliche Rolle sie
als Opfer eines der ödesten Schlagworte spielen. Seine begriff—
liche Heimat hat das Wort von der „unproduktiven Beamten—
schaft“ in der einseitig überhöhten manchesterlichen Denkweise
und in der flach materialistischen Anschauung, als „produktive“
Arbeit nur gelten zu lassen, was nach Geldeswert meß- und
wäabare Exträgnisse hervorbringt. Das ist derselbe künstlich
eingeengte Boden, auf dem sich die staatsrechtliche Theorie in
die bekannte Ansicht vom „Nachtwächterstaat“ verirrt hat, in die
Meinung, dem Staate liege es ausschließlich ob, für die Sicher—
heit zu sorgen und im übrigen dem Einselwillen größte Be
wegungsfreiheit zu lassen. Nun bedarf es ja gar keines allzu
angestrengten Nachdenkens, um zu erkennen, zu welch anar⸗
chischen Zuständen die Verwirklichung dieser Lehrmeinung in der
Gegenwart führen müßte. Und doch muß man beobachien, wie
oft man zwar die Ansicht von der Aufgabe des Staates, aus—
schließlich als Sicherheitsorgan wirksam zu sein „als absurd er—
lennt und fallen läßt, die darauf gegründete Meinung vom
„unproduktiven“ Beamtentum aber unbeirrt aufrechterhält. Die
Folgen zeigen sich dann in der geldlichen Bewertung der Be—
amtenarbeit und in einem dauernden Herumkritteln und Rüt—
teln an den rechtlichen Grundlagen der berufsamtlichen Siche
rung. Viele Vorurieile müssen noch weggeräumt werden, ehe
man die Beamtenarbeit volkswirtschaftlich gerecht allgemein als
Leistungstätigkeit würdigt und damit das lächerliche Urteil über
ihte angebliche Unproduttivität totschlägt. Ob körverliche oder
geistige Arbeit, ob sachliche oder persönliche Leistung: alle Ar—
beit ist produktiv, wenn sie einem dernünftigen Zwedck diert und,
volkswirtschaftlich gesehen, Dienst für die Allgemeinheit und
Dienst am Allgemeinwohl darstellt. Wer min dieser Zweck
etzung die Tätigkeit des Beamten bewertet, der wird nie in die
Hedankenlosigkeit verfallen können, das abgegriffene Schlags
wort von der „unproduktiven Schicht der Beamtenschaft“ auszu
zreifen oder weiterzugeben.
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Warenhausbeobachtungen über Kaufkraft
und Preisstand
Der 28. Jahresbericht des „Verbandes der deutschen Waren—
und Kaufhäuser“ nimmt zur Frage des Preisstandes und der
dauftraft mit folgenden bemerkenswerten Worten Stellung
Wenn man 8. B. feststellen muß, daß Manufakturwaren etwa
180 v. H. teurer sind als in der Vorkriegszeit und Wäsche 100
». H. teurer, so kann man das ohne weiteres verstehen (die ge—
)rosselte Kaufkraftl). Wenn man sich aber die Baumwollpreise
ensieht, so ist nicht recht verständlich, wie die heutige Preisge
roltung für das Fertigfabukat Berechtigung haben kann. Wäh—
end der Rohbaumwollpreis in New York um etwa 55 v. H
Jjestiegen ist, ist der Preis für das Fert'gfabrikat um etwa 140
». H. in die Höhe gegangen. Daß mit dieser Pureisgestaltung
omwoh! der Export unterbunden wird, als auch dem inländischen
Konsum die Möglichkeit einer umsangreichen Versorgung ge—
nommen wird, dürfte klar und deutlich sein.“ Immer mehr
bricht sich auch in Kressen der Wirtschaft selbsst die Einsicht Bahn
daß die sinnlose und zweckwidrige Art der Preisbildung nicht nur den
Beubvraucher, sondern die gesamte Volkswirtschaft schwer schädigt.
Aber zur Abhilfe ast man bis jetzt über bewegliche Klagen und
ungehört verhallte Mahnungen nicht himnwusgekommen.
Der falsche Wedg
Es gibt niemanden, wo immer im Wirischaftsleben er auch stehe
»rr die Volkswirtschaftliche Bedeutung einer beistungsfähigen Land.
virtschaft unterschätzt und demgemäß nicht mit sorglichen Blicken
hre zur Zeit schwierige Lage betrachtet. An Vorschlägen zur
Behebung dieser Notlage fehlt es nicht, aber soweit man sehen
ann, scheitert die Durchfühnung von Reformen in der Haupt—
ache an dem geringen Entgegenkommemn der Landwirtschaft selbst,
zw. threr organisatorischen Vertretung. Die Forderung einer
Umstellung der landwirtschaftlichen Produktion, einer „Intensi—
ierung der Betriebe“, ist durchaus nicht das undurchführbare
Schlagwort, als welches man es in Landbundkreisen hinzustellen
Acornfran eft ist
lerãffiq im Geschmock.
cuus qiebiqu. preiswuort
im Gebrouch.
An Sflle von Bohnens
Geærræœidekcaffæecæ. s owic
als Zusorz zum Bohnen
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