Mitteilungen der Bundesleitung
Beamtenbund des Saargebietes.
—: — Saarbrücken, den 3 Dezember 1925
G. Nr. 173. 12. 25
An die
Regierungskommission des Saargebietes
Generaolsefretgarint
er sich auf die Angleichung der saarländischen Bezüge an die im
Deutschen Reiche gezahlten Gehälter zeitlich nach dem Stande der
etzten Neuregelung begieht.
Darüber hinaus ist jedoch eine Entwertung durch die Ver—
chlechterung des französischen Franken und durch das ständige
Unziehen aller Preise unabhängig von dem genannten Vergleichs—
stand eingetreten. Während damals durchschnittlich 4,50 Franken
1Goldmark entsprachen, hat sich bereits seit geraumer Zeit ein
durs von wesentlich über 6 Franken behauptet, was einer Ent—
wertung von ca. 33 Prozent gleichkommt.
Diese Entwickelung wird verschärft durch die unaufschiebbaren
Bedürfnisse der Jahreszeit, die von den lanfenden Bezügen nich:
befriedigt werden können, weil sie hohe einmalige Aufwendungen
hedingen; auch die den Beamten der Gruppen J bis VII gewährien
Vorschüsse reichten dazu bei weitem nicht aus. Die Not war
selbst in den mit Vorschüssen bedachten Familien so groß, daf
trotz der Vorschüsse der Winterbedarf noch nicht hat eingedeckt
werden können.
Endlich hat die plötzlich und außergewöhnlich stark einsetzende
dälte zu vielen Ausgaben für Brennstoff, Schuhe und Wäsche
gezwungen, die vorher immer wieder aufgeschoben worden waren.
Die Beamtenschaft wird dadurch viel früher als in sonstigen
Monaten mittellos sein.
All diesen Verhältnissen hat der oben genannte grundsätzliche
Beschluß nicht Rechnung getragen. Die Beamtenschaft sieht mit
Unruühe den nächsten Taägen entgegen; allgemein wird befürchtet,
daß die dem Vernehmen nach am 10. d. Mis. wieder beginnen—
den Verhandlungen von Baden-Baden sich solange hinziehen
verden, daß infolge Abwesenheit eines wesentlichen Teiles der
Zerren Milglieder der Regierungskommission ungeachtet der
Neuregelung auch ein der Mittellosigkeit der Beamtenschaft einiger—
maßen gerechtwerdender Beschluß uͤber die vorzeitige Auszahlung
her Januargehälter entweder kaum rechtzeitig gefaßt oder infolge
der Feiertage — genau wie im vorigen Jahre — nicht mehr all
gemein durchgeführt werden kann.
Wir bitten deshalb die Regierungskommission ergebenst, schon
jetzt die Auszahlung der Januargehälter spätestens zum 18. De
zember zu beschließen.
Eine Ablehnung dieser Bitte wäre mit Rücksicht auf zahlreiche
auch aus der Presse bekanurten Maßnahmen anderer Arbeitgeber
uinftragbar. Außerdem sind in den letzten Tagen Gerüchte bei
der Beamtenschaft über schnelle Zuwendungen in, Umlauf gesetz!
worden; so sehr wir als Führer der Beamten diesen Geruͤchten
wegen ihrer Haltlosigkeit auch entgegengetreten sind, so müssen
wir doch an die Verantwortung zu erinnern uns gestatten, welche
mil der Ablehnung unserer Bitte in diesen Tagen verbunden
väre, wo auch die deutsche Reichsregierung bestimmte Besoldungs
naßnahmen zu Gunsten ihrer Beamten noch vor Weihnachten
treffen soll.
Ferner bitten wir nochmals, von der Einbehaltung der Vor—
schüsse aütiaft Abstand zu nehmen.
Beamtenbund des Saargebietes.
Vereinigung der höheren Beamten des Saargebietes.
Berband der Büroangefteilten und -Beamten des Saargebietes
Bund der technischen Beamten und Angestellten des Saaraebietes
Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner e. V
Saarbrücken 1
Schloßplatz 15.
Die Regierungskommission hat in ihrer Sitzung vom 9. Oktobe
925 allen Beamten der Besoldungsgruppen IEbis VIIeinen rück
zahllbaren Vorschuß zur Beschaffung von Winmtervorräten bewillint
Wir glaubten ohne weiteres annehmen zu dürfen, daß auch
den Ruhestandsbeamten, deren Bezüge nach der saarländischen
Bosoldungstabelle errechnet werden, dieser Vorschuß gewährt wird
Diese Beamten sind jedoch bis heute nicht in den Genuß des
Vorschusses gelangt.
In Anbetracht dessen, daß wir des öfterem schriftlich und münd—
lich die Notlage der aktiven Beamten eingehend geschildert haben
und im Hinblick auf die Tatsache, daß die Bezüge der Ruhe.
standsbeamten nur einen Bruchteil der Besoldung der aktiven
Beamten betragen, dürfte sich ein besonderer Hinweis auf die
Notlage dieser Ruhestandsbeamten erübrigen.
Wir bitten daher, auch den Ruhestanndsbeamten, deren Bezüge
unter Anwendung der saarländischen Besoldungsbestimmungen
errechnet werden, den Vorschuß zur Beschaffung von Wintervor—
räten in derselben Höhe wie den aktiven Beamten gewähren au
wollen.
Für die Beamtenverbände:
Schneider. Pallbmann.
*
*
Regierungskommission des Saargebietes
Fene ralsefretariat Saarbrücken, den 9. Degeimber 1925
—: — Schloßblak 15
G. S. Nr. 6332/A
An den
Beamtenbund des Saaragaebietes
Hier.
Betrifft: Eingabe vom 3. Dezember 1925.
Ich beehre mich hiermit, Ihnen mitzuteilen, daß die Reg-Kom.
nach Kenntnisnahme der dortigen Eingabe vom 8. Dezember 1925
beschlossen hat, den Ruhegehaltsempfängern, deren Ruhegehälter
von der Landeskasse ausbezahlt werden, denselben Vorschuß für
Wintervorräte zu gewähren, wie er den im Dienit befindlichen
Beamten zur Auszahlung gelangte.
Der VPräsident der Regierungskommission.
MNM MRMRawult. Efaatsrat
An die
Regierungskommission des Saargebietes
iFenerobefrefericgt
*
Saarbrücken, den 7. Dezember 1925.
Saarbrücken 1
Schloßplatz 15.
Wir beehren uns, der Regierunaskommission ergebenst folgen
des zu unterbreiten:
Seit mehr als zwei Jahren ist die Beamtenschaft des Saar—
gebietes unzureichend befoldet. In jedem Beamtenhaushalt sind
wirtschaftlich breite Lücken entstanden, Schulden aufgelaufen
Ausgaben für Nahrung und Kleidung in einer die Gesundbei
schädigenden Weise gedrosselt worden.
—
bember d. J. hat die Regierungskommission beschlossen, über die
lange erbetene Erhöhung der Beamtenbesoldung erst nach Ab—
schlüß der z. Zt. schwebenden Verhandlungen mit dem Deutschen
Roicke 2u BFefindert. Dieser Böchsuß ist imoforn vordich alse
* *
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Saarbrücken, den 11. Deaember 1925
An die
Regierungskommission des Saargebietes
Generalsékrefariat
Saarbrücken 1
Schloßplatz 15.
Die Beamtenverbände haben mit Befriedigung davon Kenntni—
— Reieruinastaemnissfion auf ihre Einagabe
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