Lehrerbesoldung
Im Beamtenausschusse des preußischen Landtags standen
am 22. März mehrere Anträge zur Beratung, die sich mit
der Einstufung der Lehrer befaßten. Sechs Parteien hatten
derlangt, daß die Gleichstellung der Volksschullehrer mit
den Obersekretären — u. IU. unter Aenderung des Volks—
chullehrer-Diensteinkommensgesetzes — mit allen Folge—
rungen, auch mit der Einstufung in Gruppe X der Staalsbeumten,
herbeigeführt werde. Die Dn. V.-P. hatte ferner
—
zweiklassigen Schulen für den alleinstehenden und ersten
Lehrer, ähnlich wie bei den Hauptlehrern, eine Möglichkeit
zum Aufrücken in Gruppe I1X zu schaffen. Aus den Ver—
handlungen sei hervorgehoben, daß 9 926 angestellte Leh—
rer und Lehrerinnen vorhanden sind, sie müßlen nach der
Zechstelung verteilt werden mit 48 470 auf Gruppe VII;
32300 auf VIII; 16 156 auf IX, sind aber folgendermaßen
verteilt: 52300 auf Gruppe VII, 32 900 auf VIII, 11710
auf IX-. Die Einrichtung der fehlenden Stellen IX soll
daran gescheitert sein, daß die Schulverbände früher Vor—
ausleistungen zu erfüllen hatten. Diese Bestimmung sei
Wwar im November 1923 aufgehoben worden, dann aber
sei die Beförderungssperre hindernd gewesen. Die Anrech—
nung der Stellen der Kreisschulräte auf die Stellen der
Gruppe X murde bemängelt. Der Ausschuß faßte folgende
Beschliisso;
Die Durchführung der Sechstelung bezüglich der
Gruppe VIII geschieht mit Wirkung vom 1. 4. 25;
dahei sind bei der Auffüllung der Gruppe IX mit
Wirkung vom 1. 4. 26 ab an Landschulen wirkende
Lehrer gebührend zu berücksichtigen. Hierdurch wurde
der Antrag der Dn. V-P. als erledigt angesehen.
(Der Absatz 2 des Antrags „Als Folgerung der
Gleichstellung ist ein Teil der Rektoren vom 1. 4. 26
ab in Gruppe Xneinzustufen“ wurde mit Stimmen—
gleichheit abgelehnt.)
Die Gleichstellung der Volksschullehrer mit den Ober—
sekretären mit allen Folgerungen, auch mit der Ein—
stufung eines Teiles der Rektoren und Lehrer, 3. B.
der Schulleiter großer Systeme, Rektoren an Schulen
mit gehobenen Klassen, der Leiter von Arbeitsgemein—
schaften u. a, in Gruppe X der Staatsbeamten ist für
das Etatsjahr 1927 vorzuschen.
Der Beamtenbund des Saargebietes kann sich rühmen, daß
ein Vorstand bereits vor drei Jahren einstimmig nichts
anderes beschlossen hat, als die Bestrebungen der Lehrerichaft
auf Gleichstellung mit den Beamten der Supernumerarlauf—
bahn — wie sie heute in obigen Beschlüssen auch ais Ziel der
deutschen Lehrerschaft aum Ausdruck kommen — ürtzstheißen
und zu vertreten
Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses
im Reich
Auszahlung zum 1. Mai.
Im Reichsbesoldungsblatt Nr. 8 wird folgender Erlaß
des Reichsfinanzministers (—IB 5866) vom 830. Märsa 1926
eröffentlicht:
„Nach 8 12 des am 27. März 1926 vom Reichstag ver—
abschiedeten Gesetzes über die Feststellung des Reichshaus—
haltsplans für das Rechnungsjahr 1926 ist der Reichs—
minister der Finanzen ermächtigt, den Hundertsatz des
auszuzahlenden Wohnungsgeldzuschusses zu erhöhen.
Sobald das Gesetz über die Feststellung des Reichshaus—
haltsplans für das Rechnungsjahr 1926 verkündet ift, wird
auf Grund der genannten Ermächtigung angeordnet wer—
den, daß der Wohnungsgeldzuschuß mit Wirkung vom
1. April 1926 ab von 95 v G. anf 100 v. G.erhöhl wird,
und daß die vollen Sätze auch der Berechnung der vom
1. April 1926 ab zu gewährenden Warlegelder, Ruhe—
jehälter und Hinterbliebenenbezüge zugrunde 30 legen sind.
abei wird ferner angeordnef werden, daß die für den
Monat April nachzuzahlenden Beträge mit den für den
Monat Mai zustehenden Bezügen auszuzahlen sind.“
Das Gesetz ist inzwischen verkündet worden.“ Val. die
Fingabe unter „Von der Bundeleitung.“
2 — * *— *
Reichspostminister Dr. Stingl und seine
Beamten
In einer Sitzung des Reichspostmuinisteriums mit den Organi—
ationsvertretern der bei der deutschen Reichspost beschäftigten
Beamten hat der Reichspoflministet Dr. Stingl äußerst be—
merkenswerte Ausführungen gemacht Wir geben daruber fol—
gendes wieder:
Die Ausführungen des Ministers hatten insbesondere im Ein—
jang eine stark persönliche Note. Den Charakter der Veranstal⸗
uung und seine Auffassung des Verhältnisses zwischen Organi—
sationen und Verwaltung'kennzeichnete der Minister ungefähr
neit folgenden Worten: Die Zusammenkunft, die etws
Jang neues in der Gesckhichte der Deutschen Reickspost darstelle,
sollezuseiner Quelleneuer Kraftu. Schaffens
ust für Verwaltung und Beamtenschaftwerden
Lon ihr solle eine fühlbare Stärkung des Gesamtuͤnternehmens
Deutsche Reichspost der Oeffentlickkeit und insbesondere der Wirt—
schaft gegenüber ausgehen. Die Zusammenkunft sol!
den Organisationen eine direkte u. cingehende
Kenntnis der Richtlinien des Ministersums bei
einer Arbeit im Dienste des Verkehrs und der Wirtschaft Irden
und stelle seitens des Ministerium einen Akt des Ver—
trauens und des Glaubens an die Organisa—
ionen dar. Er biete bei dieser Gelegenheit dem gesamten
Personal in dem gemeinsamen Dienste an der Deutschen Reicks—
ost treue, rückhaltlose Kameradschaft an. Zusam—
nenarbeit zwischen Verwaltung und Organssationen sei nur iög—
ich, wenn die Organisationen über die Absichten und Ziele der
Lerwaltung unterrichtet seien, Er verstehe, daß die Organ sationen
ine hohe Verantwortung gegenüber ihrer Mitgliedschaft
ragen. Die Aufgabe der Führer der Organisationen trete beson⸗
ꝛers hervor. Das Führerproblem werde heute viel erörtert. De
Führung müsse s. E. auf Straffheit halten und dürfe sich nicht,
volle sie ihre Aufgabe erfüllen, in die Hände der die Dinge oft nicht
iberschauenden Moasse begeben. Die Führung sez erne
ꝛrnste und verantwortungsvolle Sache. Bei dem
esonderen Charaktey den die Deutsche Reichspost als deutsche Ver—
ehrs- und als Weltanstalt habe, baben auch die Berufsorganua⸗
ionen anderer Ressorts besondere Aufgaben zu erfüllen. Die Or—⸗
ganisationen seien dazu berufen, Mithelfer an der Durchführung
des Wirtschaftserlasses vom vorigen Jahre zu sein. Die vositihe
Mitarbeit nach jeder Richtung hin sei ein Erfordernis der Stuude
Nach dem eindreiviertel stürndigen Vortrag des Ministers wurde
die Sizung zunächst vertagt guf abends, wo m Reichspost min ite⸗
rium eine Zusammenkunft und allgemeine Ausiprache in —
chaftlich zwangloser Form stathfand. Wo —
Wir freuen uns, diese offenen und, mannhaften Worte einge
deutschen Reichsministers unserm Leserkreise bekanntgeben Si 8
nen. Wie bitter notwendig wäre uns hier im Sagrgebiet eine Nach
ahmung des Schrittes. Wiederholt hat die saarländische Beaut
schaft eine gründliche Bessrung des Gesamtverhättnisgses Angenrore
und ihre Bereitschaft zur Mitarbeit ausgedrückt. vImme; wiede
und immer noch haben dunble Mächte es verstanden, die Beamten—
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