Full text : 1.1926 (0001)

Weunderhalfung! Das heißt, daß die Baumeister
des Körpers, Geist und Seele, gesund bleiben müssen.
Mens sa na! Dann ist corpus sanum mehr oder
weniger selbst vorhanden. Drum also: Staat und Kom—
munen schafft euren Beamten Dienstfreudigkeit
durch ausreichende Gehälter und Pensionen! Wer tagtäg—
lich die Sorge um sein Haus schleichen sieht, der kann nicht
gesund sein innerlich. Der wird auch äußerlich davon
angesteckt werden. Regierungskommission des
Saäargebietes, wennn du Wert legst auf ein
schlagfertiges, zuverlässiges, diemstfreu—
diges Beamtenheer, besolde deine Be—
a m'ten so, daß die Sorge weicht aus Be—
amtenherz und -Haus! Dann stellt alles andere
als Lohn guter Tat von selbst sich ein.
Gesundwerdung! Auch daran können Staat und
Kommunen heute nicht achtlos mehr vorübergehen. Immer
noch wartet die saarländische Beamtenschaft auf die Notstandsbeihilfe.
 Sie muß eingeführt werden, damit
ruch die Beamten des Saargebietes in Krankheitsfällen

nen gewifsen Rückhalt haben Gine dringende Notwendig—
oit ist auch die Schaffung von Krankenkassen zu
ragbären Bedingungen. Ganz besonders muß hierbei der
herkehrsbeamten gedacht werden, die einer Erkrankung
nerhöhtem Maße ausgesetzt sind. Wir wollen hoffen, daß
ruch die einmaligen Unterstützungen erhöht werden,
damit in Fällen dringendster Not doch wenigstens ein
etzter Angriff bleibt für den Beamten und seine Familie.
Die Reichsgesundheitswoche erhebt ihre Stimme. Ein
Nillionenvolk wird gerüttelt in diesen Tagen. Eindring—
ich predigen Wort und Schrift und Bild und Tat die
Pflicht jedem einzelnen und allen maßgeblichen Stellen,
ich bzw. die, denen man verantwortlich ist, gesund zu
erhalten und gesund werden zu lassen. Auch uns Beamten
zilt ihr Ruf. Möge er nicht verhallen im Tagesgetriebe!
Möge vor allem aber ihre Mahnung klingen bis in die
letzte behördliche Amtsstube, damit auch hier der alte
ßrundsatz Beachtung finde, daß vorbeugen besser
st als heilen— 24..
Karl Schneider.

Von der Bundesleitung

Auswärtiges Amt.
Nr. IISGsbt.
Auf die Zuschrift vom 11. d. Mts.
G. Nr. 296. 3. 26. —
Die Eingabe der Neupensionäre vom 9. November v. J. ist
seinerzeit sämtlichen beteiligten Ressorts zur Kenntnis gebracht
worden und hat bei den Beratungen und Verhandlungen Berück—
sichtigung gefunden. Die endaültige Entscheidung des Reichs—
kabinetts ist noch nicht ergangen, doch ist wegen ihrer Herbei—
führung das Erforderliche eingeleitet.

Berlin. den 30. März 1926.

3. A.: ges.: Könis.
Saarbrücken, den 6. April 1926.
U. G. Rr. 9. 4. 26
Herrn

Landtagsabgeordneter . . . . .......
Sehr geehrter Herrt Abgeordneter!
Trotz des rechtsverbindlichen Versprechens der Regierungskom—
mission des Saargebietes, daß
„die Beamten des Saargebietes zu keiner Zeit schiechter
gestellt sein sollen, wie die deutschen Beamten im Reich“,
worden die deutschen Beamten im Saargebiet seit Jahren so un—
zureichend besoldet, daß sie sich jetzt in der Mehrzahl in bitterster
Rot befinden. In einem jahrelangen Gehaltskampi ist jedes er—
laubte Mittel — Verhandlungen, Eingaben, Rechtsstreit, Ein—
gabe an den Völkerbund — angewandt worden, die Regierungs—
kommission des Saargebietes zur Erfüllung ihres Versprechens
zu bewegen. Bislang ist der Erfolg ausgeblieben. Ein weiteres
Kampimittel steht uns nicht mehr zur Verfügung. In dieser
großen Not blieb uns nichts anderes übrig, als die Reichs—
regierung zu bitten, ihr in einem Kabinettsbeschluß vom
28. September 1920 gegebenes Versprechen, daß
„den Beamten durch ihre Dienstleistung im Saargebiet
keinerlei Rachtei! erwachsen soll“,
nun einzulösen. Nachdem Verhandlungen von Beamten des
Saargebietes im Auswärtigen Amt in Berlin mit den Ver—
tretern der verschiedenen Behörden des Reiches, Preußens und
Bayerns sowie Verhandlungen der Reichsregierung mit der
Regierungskommission des Saargebietes in Baden-Baden ein
befriedigendes Ergebnis nicht gebracht haben, müssen wir uns
jetzt unmittelbar an die Reichsregierung und an den Herrn
Reichspräsidenten wenden. In einer Eingabe vom 1. Februar
1926, die auf Seite 48 und 49 in der Nr. 6 beiliegender Zeit—
schrift enthalten ist, haben wir den Herrn Reichskanzler zur Ent—
gegennahme unserer Wünsche um eine Audienz gebeten. Nach
einer uns darauf zugegangenen Mitteilung des Herrn Staats—
sekretärs in der Reichskanzlei wird diese uns nach dem Abschluß
der Ressortvethandlungen über unsere Wünsche gewährt werden.
Wenn auch eine grotze Zahl von Beamten, mißtrauisch gewor—
den durch das Ergebnis der bisherigen Verhandlungen und durch
die VRot äußerst verbittert, jetzt schon zu einem Rechtsstreit gegen
die Reichsregierung drängt, wollen wir vorerst noch die lekten
Mittel der Verhandlung in Anspruch nehmen.

Da die Angelegenheit voraussichtlich in der nächsten Zeit in
Landtag zur Besprechung stehen wird, bitten die Beamtenver
bände des Saargebietes Sie um Ihre gütige Unterstützung. Zu
Ihrer gefälligen Information gestatten wir uns, Ihnen künftig
die Zeitschrift ‚„Der Beamtenbund“ laufend zu überweisen und
die bereits erschienenen Nummern hier beizufügen. Im Weiteren
segen wir zu diesem Zweck die von dem Beamtenbund heraus
zegebene Broschüre „Die Beamtenbesoldung im Saargebie
eit 1821* bei.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Veamtenbund des Saargebietes:
Schneider. Blinn.
Vereinigung der höheren Beamten des Saargebietes:
Seyfried.
Verband der Büroangestellten und -beamten des Saargebietes
Schreiber. Schmitt.
Bund der techn. Angestellten und Beamten des Saargebietes
Hoffmeister.
Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner e. V.:
Eltz.

Vorstehendes Schreiben ist an folgende Landtagsabgeorde
Jerichtet worden;

Beamtenausschuß des Preußischen Landtages.
Mitglieder: 29.
Sozialdemokratische Vartei.
Fries (Sicgen), Kleinmeyer, Müller (Hannover), Neumas
Allenstein), Richter (Kichtenberg), Rickers, Simon, Zachert.
Deutschnationale Volkspartei.
VBorck,. Ebersbach, Dr. Dr. Kaehler (reifswald), Rot
Berlin). Müller (Königsberg), Haseloff, Kickhöffel.
Zentrum.
Baumhoff, Effert, Elsner, Gast, Frau Zigahl
Deutsche Volkspartei
Meyer (Herford), Pischke, Beuermann.
Kommunistische Partei.
Kasper, Merker, Stolt.
Demokratische Partei.
Barteld (Hannover), Herrmann (Breslau)
Wirtjschaftliche Vereinigung.
Schwenk (Gberhausen).
—1.

Beamtenausschußz des Bayerischen Landtage-Mitglieder:
 10.
Fraktion der Bayerischen Volkspartei.
Rothmeier Karl, Eisenbahninspektor, München, Renatastr. 2
Breitenbach F. X., Eisenbahnobersekretär. München. Giei
bhrechtstraße 211
            
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