Den Begamtens
Zeitschrift
des Beamtenbundes
des Saargebietes
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i. Jahrgang
Saarbrücken, den 10. April 1926
Nummer 15
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Ein Streitruf!
Heimdallr, horn er à lopti“ Diese „maßgeblichen Wirtschaftskreise“ ha—
Edda. w hang dergen dt qun sie Bener des Autos sind
Loki war Ase und Asengegner zugleich. Er stand in der Ind, dasselbe Auto noch benutzen müssen, wenn der an⸗
Götterdämmerung auf eene —— J start und Pebliche Bankerotteur längst ausgestiegen ist. Dem Chauf—
sleu aber blind Jhm drücte Loti den Todesspeer in die Lur des Autos — das sind, die Verkehrsbeamten —, gön—
hand Und Hoödr Warf und toöͤlete feinen Viuder Balpr. den beide Sorten von Nutnießer nichts. Bei „maßgeb—
So begann däs Leid der Asen, Ragnarök. ichen“ Wirtschaftskreisen müßzte man doch erst ein klein
In hrer Nummer 80 vom 31. Maärz 1026 schleudert die Henig tiefer in die Materie eindringen, ehe man miteinen
Saͤarbrucker Zeiunung“, siart ind blind boie Hödr, der in Verurteilung an die Oeffentlichtett tritt. Izder Mensch
shwerem Kampf gegen eine wenig wohlwoltende Regie: weiß, daß in der alten, guten Borkriegszeit z. B. ein Brief
ruͤngskommission stehenden saarländischen Beamtenschaft un seinnd n Iredereid setote
einen Wurfspieß glei tis tödli e i — eiß, Pisg.⸗Art
— alvich Kotis Wölichein Gelchv in den rüher heute kostet. Die Post erhält heute dafür 0,80
An'und für sich ist ja der Gedanke nicht neu, die Ver- Papierfranten, also rund 4 Reichspfennig. Ist die Leistung
kehrwerwaltungen des Saargebietes (Eisenbahn'und Post) damit denn vom kaufmännischewirtschaftlichen Standzunkt
deimn Reich zutückzugeben Die Frage wurde bereits in aus bezahlt? Der Briefschreiber, der Reisende die Wirteiner
Dentschrift der poütischen Partelen an den Völken. hagtstreise vergessen allzu leicht, daß sie die Verkehrsein⸗
bundsrat behaudelt. Dem Problem wohnt das vollen htungen nur deshalb so billig benutzen können, wein der
wir gerne zugeben — sehr viel VBestechendes inne: die keamtenschaft das Notwendigste vorenthalten wird. Wenn
Waͤhrungefrage wurde aufterollt und hatte dundestens die dir bei dem von dem Verfasser des besagten Artikels her—
Teileinfuhrung der Reiche mart zur Folge, die gewaltigen dufbeschworenen Bilde bleiben wollen, so heißt das: alles
sechnischen Fostschritte deg echee mlen auch in Senen ährt, ‚„Auto, an den Chauffeur denkt
gebiet ngeasü hrt werden, die Verkehrsbegiehungen mit dem i,emand.
Reich würden erleichtert, die Verbindungen innerhalb des Ueberdies ist der Abtretungsgedanke der Verkehrsver—
Saatgebietes verbessert werden. Insbésondere wäre mit valtungen schon aus Jem Grunde unsinnig begründet, weil
einem Schlage die leidige Frage der Systeme und Apparate die Beurteilung der Rentabilität dieser riesigen Staatsbe—
im öffentlichen Fernsprechwesen gelöft, auf diesem' Hebiet riebe etwas mehr finanzielles Verständnis erfordert, als
werden wir im Saargebiet rückständig bleiben, solange aus. ür, den Vorschlag verwandt worden ist. Die erheblichen
lündische Geschäflemacher ihren Kitsch unterbringen können. Aufwendungen für die Ausgestaltung und Erweiterung des
Nicht den Gedanken an und für sich, sondern die Tendenz kisenbahn-, des Post-, des Telegraphen- und des Fern—
des Artitels müsfen wir aufs schärfste zurückweisen. Es bez brechbetriebes werden im Saargebiet nicht durch lang-⸗
rührt uns auch eigenartig, daß die Redaktion der ‚Saar- ristige Anleihen, Jondern durch die laufenden Jahresein—
bruͤcker Zeitung“ das Geschreibsel in vevorzugtem Raume Jahmen gedeckt. Die Einsetzung von Amortisations— und
—als Leitartselbringt und sich so mit dem Grundton Abschreibungsquoten unterbleibt jedoch auch Die SHaus—
dentifiziert. haltspläne ergeben daher kein bilanztreues Bild. Ein Un—
Das Abwegige sei vorweg gekennzeichnet. eingeweihter kann überhaupt nicht feststellen, ob sich die
Nicht der Besitz eigener Verkehrseinrichtungen ruiniert Fisenbahnen, Posten und Telegraphen bezahlt machen oder
das Saargebiet, verursacht Defizite usw. sondern die Tarif- licht. Und selbst wenn sie sich nicht bezahlt machen würden,
verbundenheit auf Gedeih und Verderb mit Frankreich und väre es ausschließlich einer Tarifpolitit zuguschreiben, für
seiner Osibahn ist schulß daran. Der stuürtste, Be—- die Gesichtspunkte gelten, die der Verfasser trotz seiner
nutzer dersaarländischen Eisenbahn ist die maßgeblichen“ Stimme wohl kaum in ihrer Gesamtheit
Gruübenverwaltung;fürsie ist es zweckdien— kennt. — 9
hicher, an dem erförderlichen Zuͤschuß für Es ist kein wirkliches Defizit, wenn die Bahnen, Posten
die Eisenbahn mitnureinem Ssebentel be— ind Telegraphen jährlich Millionen von Franken in ihren
teiligtzussetnundauchdiesenTeilinForm Seätrieben inventarisieren, sondern fast ausschließlich Ver—
der allgemeinen Steuer zu entrichten als nögenszuwachs.
die Leistungen so zu bezahlen, wie es säch Die Dinge liegen jetzt so, daß die gesamte Arbeitnehmer—
gehörte. Im weiteren ist aber auch die Gesamtbevölke- chaft des Saargebietes — besonders soweit es sich um
rung des Saargebietes Nutznießerin dieser Gebührenpolitik. Familienväter handelt — mit direkten Steuern stärker be—
Und etwas anderes als die Folge einer gebundenen Ge- dstet ist als im Reich und daß die Beamtenschaft seit Jahren
bühren-(Tarif⸗-) Politik ist das Defizit in den Verkehrs- zänzlich unzulänglich bezahlt wird. Wenn die Regierungs—
verwaltungen nicht. ommission beide Mißstände beheben will, dann darf sie