Full text : 1.1926 (0001)

zu lang. Wenn auch die Aufrückungszeit, die bei der Besoldungs—
—
herabgemindert worden ist, so halten wir auch diese Zeit noch für
zulange. Eine Dauer von zehn Jahren genügt vollkommen. Da—
zu ist aber nötig, daß eine Heraufsetzung der Anfangsgehälter
stattfindet. Das ist nicht nur eine soziale, sondern eine wichtige
staatspolitische Forderung. Im staatspolitischen Interesse müssen
wir dem Beamten Gelegenheit bieten, sich rechtzeitig eine Familie
zu gründen. Bei den heutigen geringen Anfanasgehältern ist
dies kaum möglichk.

Wir halten es weiter für notwendig, daß eine Aenderung in
der Spannung zwischen den einzelnen Besoldungsgruppen ein—
treten muß. Es gibt jetzt Spannungsunterschiede, die viel zu
hoch find. Wir müssen verlangen, daß eine einheitliche, progen—
tual gleithe Spannung zwischen den einzelnen Besoldungsgruppen
geschaffen wird.

Wir halten es weiter für notwendig, daß das einmal festgesetzte
Besoldungsdienstalter bei allen Beförderungen beibehalten wird.
Es ist eine Ungerechtigkeit, daß das Besoldungsdienstalter bei
Beförderung um vier Jahre gekürzt wird. So kann es vor—
kommen, daß Beanite erst im hohen Alter in den Genuß des
höchstgehaltes gelangen. Wird das einmal festgesetzte Besoldungs—
dienstalter bei allen Beförderungen beibehalten, dann wird es
den Beamten möglich sein, das Höchstgehalt in annehmbaren
Jahren zu erreichen.
So sehen wir, daß alle Mängel, die das Besoldungsgesetz von
1920 enthält, im Rahmen dieses Gesetzes beseitigt werden können,
und daß es daher nicht notwendig ist, eine neue Besoldungsord—
nung zu schaffen. Wenn die Regierung dazu übergeht, die Be—
soldungsordnung von 1920 in der von mir vorgeschlagenen Weise
zu ändern, dann wird sie wesentlich dazu beitragen, sich ein zu—
friedenes, pflichttreues Beamtenheer zu schaffen. Geht die Re—
zierung dagegen dazu über, die Pläne, wie sie der Abgeordnete

kbersbach oder der Verband der Beamten der höheren Reichs
ehörden entworfen hat, zu verwirklichen, dann wird die Beamten—
haft, der man seit einem Jahre jede Besoldungserhöhung ab—
chlägt, und die sich dadurch in einer ganz trostlosen wirtschaft—
ichen Lage befindet, zur Verzweiflung getrieben. Dann wird die
srbitterung, die heute in den Beamtenkreisen herrscht, zur Siede—
zitze steigen und einen Kampf heraufbeschwören, dessen Folgen
ür Staat und Beamte verhänanisvoll werden können.

Anmerkung der Schriftleitaung. Die vorstehenen
 Ausführungen, die uns unser alter Führer in liebenswür
iger Weise gütigst zur Verfügung gestellt hat, sollen zur nähe
en Aufklärung dienen. Wegen empftndlichsten Raummangels
önnen wir sie leider erst heute bringen. Es war ein Unglück
esonderen Ausmaßes für die Beamtenschaft des Saargebietes,
aß im Reich gerade in der Zeit neue Besoldungspläne erörlert
vurden, als hier die Rückkehr zur Reichsbesoldungsordnung zur
entscheidung stand. Die Frage nahm auch bei den Verhandlun—
en von Baden-Baden einew breiten Raum ein. Neuerdings
st durch eine Erklärung des Reichsfünanzministers, die er am
3. März den deutschen Spitzenorganisationen abgegeben hat
venigstens vorläufig Klarheit geschaffen worden.
Der Reichsfimangminkster erklärte dort, daß auch er dem jetzi—
zen Zeitpunkt nicht für günstig halte, eine grundsätzliche Aende—
ung der Besoldungsordnung vorzunehmen. Er beagabsichtige
»aher zurzeit nicht, eine Reform in die Wege zu leiten, auch sei
noch kein Zeitpunkt für eine Revision in Aussicht genommen.
Der Mämister versicherre, daß im Reichsftnanzmimisterium
tuch nicht etwa geheim an irgend welchen Reformvorschlägen
oeite rgearbeitet werde. Wenn der Zeitpunkt für eine Reform
ekommen sei, werde er rechtzeitig mit dem Organisationen in Ver—
»indung treten, um ihnen Gelegenheit zu geben, beeinflussend
nitzuwirken

Von der Bundesleitung
Bescheid der Regierungskommission Bescheid des Auswärtigen Amtes
Abschrift. Abschrift.
Regierungskommission Saarbrücken, den 27. Miärz 1925. Auswärtiges Amt. Berläin W. 8, 28. Mära 182
des Saargebietes Schloßblatz 15 Nr. II S. C. 489
Generalsekretariat. Auf de Zuschrift vom 4. g9. M.
G.ar. 1551 26 Betrifft: Schreiben vom 23. März 1926. 6. Nr. 289 Märg 26.
* — Rn — * J be zunächst die beteiligten Reichs- und Landesressort?
Nach Kenntnisnahme des dortigen Schreibens vom 23. März Ich ha
1926 hat die Regierumgskommission die Auszahlung der Van um Stelunguchne —5 nehbeden vnd dart wi
engehälter für April vom 29. März ab angeordnet. wetene Mtenung erge om * *
Im Auftrage
Der Gemeralsekretär der Regierungskommission —
Pierrotes *

Un
den Beamtbenbund des Saargebiets,
Saarbrücken 2
St. Johannmerstraße 55.
Aus den Verbänden
Ergebnis der Bezirksbeamtenausschußwahl und für diese somit nur ein Wahworschiag aufßgestellt wurde, war
bei der Eisenbahn s der gemischten Organisation der G. D. E. noch möalich, für
olgende 6 Gruppen ebenfalls Vorschläge zu machen, sodaß es
vereinigung der Saareisenbahnbeamten und Anwärter 11 Sitze u einer Wahl kommen mußte.
hohere Beamte 1 Sitz Wahlgruppe 8. Nichttechnische Eisenbahnoberamtmänner, nicht.
Lereinigung der Lokomotivbeamten 2 Sitze echnische Eisenbahnamtmänner, Eisenbahnoberinspektoren 1. Ml.
Hewerkschaft Deutscher Eisenbahner e. V. 1 Sitz visenbahnoberinspektoren, Eisenbahn-Inspektoren, Oberbahnhofs-In
 der Nr. 11 „Der Beamtenbund“ haben wir auf die Aus— IAbergüter- Oberkassenvorsteher, nichttechnische Eisenahnobersekre—
chußwahlen hingewiesen, die inzwischen am 17. März stattge- äre, Obermaterigalien-Vorsteher.
unden haben. Das Ergebnis der Wahl gium Begirksbeamten— Wahlgruppe 5. Bahnhofs-, Güter-, Kassenvorsteher, Materi—
ausschutz, das uns jetzt vorliegt, legt unzweideutig Zeugnis ab rlienvorsteher, Kanzleivovfteher, Eisenbahnsekretäre 1. Kl., Eisen.
bon der Einstellung der Beamtenschaft zu ihrer Berufsbvertretung, ahnsekretäre, Kanzleiobersekretäre.
von der stetig fortschreitenden Ertenntnis der Motwendfigtein Wahlgruppe 9. Bahnhofsverwalter, Eisenbahnassistenten, Kanz—
iner reinen Beamtenorgannisation. eisekretäre, Eisenbahnbetriebsassistenten, Kangleiassistenten.
Während die Beamten der meisten Wahlgruppen nur der Wahlgrawpe 10. Oberschaffner, Eisenibahnschaffner, Triebwagen:;
Lereinigung der Saareisenbahnbeamten and Anwärter angehören ührer

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