6 — 148* 4 ß 7 8*
ꝰ—⏑⏑ — — 14
— J — 8* ⏑ —8* 2 g E 41 — ẽ — *
Der Beamtenbund erscheint wöchent⸗
lich einmal, und zwar Samstags.
Redaktionsschluß, auch für Anzeigen,
drei Tage vor dem Erscheinungstage.
Zeitschrift
des Beamtenbundes
des Saargebietes
Bei Bestellung durch die Post Be⸗
zugspreis monatlich 2 Franken.
Anzeigenpreis: Die einspaltige
JMillimeterzeile 50 Centimes.
Verantwortlich: E. Pallmann, Saarbrücken 3, Dudweilerstraße 77, Fernsprecher 4334.
Geschäftsst des Beamtenbundes des Saargebietes: Saarbrücken 2, St. Johannerstr. 55, Fernspr. 3055, Postscheckkonto 1700 Saarbrücken
Druck und Verlas: Saarbrücker Druckerei und Verlag A.G., Saarbrücken 3, Rathausplatz 5, Fernsprecher Nr. 460—462.
Jahrgang
Saarbrücken, den 3. April 1926
Nummer 3
00 — 90
T————
mnenn
Resneuen Vesoldungsplüne im Reich
Von Obervostinspektor Hugo Anschütz, 1. Vorsitzender des
OST.
Im Juni vorigen Jahres hat der Oberfinanzrat König vom
Preußischen Finanzministerium im Beamtenausschuß des Preuß;—
chen Landtags mitgeteilt, daß er einen Entwurf zu einer neuen
Besoldungsordnung ausarbeiten würde, wobei eine Vermehrung
der jetzigen Besoldungsgruppen vorgesehen wäre. Wir haben da—
nals Einspruch gegen den Plan erhoben. Eine Zeitlang hat man
dann von dem Plan nichts mehr gehört, bis auf einmal, vor
nehreren Wochen das Gerücht von einer meuen Besoldungsord—
rung sich von neuem verbreitete. Der Deutsche Beamtenbund hat
daraufhin bei dem Reichsfinanzministerium angefragt, was Wah—
ꝛes an dem Gerücht wäre. Das Reichsfinanzministerium teilte
nit, daß zurzeit keine Stelle an dem Entwurf einer Aenderung
»er Besoldungsordnung arbeite und auch kein Auftrag zur Ein—
eitung von Vorarbeiten vorliege. Diese Antwort besagte nichts
vir waren so klug wie vorher. Wenn das Reichsfinanzministe—
ium sagt, daß zurzeit keine Stelle an dem Entwurf einer Aen—
ꝛerung der Besoldungsordnung arbeite, so war damit nichi gesagt,
aß nicht vor oder nach der Zeit daran gearbeitet würde. Auch
rus der Antwort, daß kein Auftrag zur Einleitung von Vorarbei—
en vorliege, war nichts zu entnehmen, denn das Reichsfimang—
ninisterium konnte ohne Auftrag an den Vorarbeiten arbeiten.
ürst die Reichsstagsversammlung über eine Erhöhung der Grund—
zehälter der Gruppen IVVI sollte Klarheit bringen. Gegen die
om Haushaltsausschuß des Reichstagsausschusses beschlossene Er—
söhung der Grundgehälter wandte sich die Regierung mit einem
Fifer, der unbegreiflich schien. Sogar der Reichskangler griff
nehrmals in die Verhandlungen ein und war auch bei den ent—
cheidenden Verhandlungen im Plenum des Reichstags am 14. 12.
). J. im Reichsstag anwesend. Er nahm nochmals eingehend Stel—
ung gegen die Erhöhung der Grundgehälter der Besoldungsgrup—
»en IVI. Als einen der Gründe, die gegen eine Erhöhung der
Brundgehälter sprechen, gab er an, daß sehr ernste Erwägungen
an verschiedenen Stellen darüber im Gange wären, die Zahl der
Besoldungsgruppen zu vermehren.
Nun war Klarheit geschaffen, nun wußten wir bestimmt, daß
ehr ernste Erwägungen an verschiedenen Stellen im Gange sind,
die Zahl der Besoldungsgruppen zu vermehren. Ja, aus den
veiteren Erklärungen, die der Reichskanzler in der Reichstags—
itzung gab, war zu entnehmen, daß man bereits über die Er—⸗
vägungen hinaus ist, und daß der neue Besoldungsplan schon feste
Bestalt angenommen hat. Denn anders kann man sich nicht er—
lären, wie der Reichskangler schon mitteilen konnte, daß es sich
arum handle, gerade in den unteren Gruppen genau zwischen
den einzelnen Verhältnissen zu unterscheiden, wo es angezeigl
väre, die Dinge in dieser oder jener Art zu verändern. Dabei
verde sich ergeben, daß gerade diese eindringliche, feine Arbeit der
Besamtheit unserer Beamtenschaft, insbesondere auch den unte
ten Beamtengruppen, zugute komme
Auf dem Kalvarienberg trauert ein bluklbeflecktes
Kreuz. Einen Helden hat es getragen, den größtken der
Erde. In Josephs Garken nebenan aber geigt jünglings—
frischer Lenzwind in rauschenden Zedern und Zypressen
eine jubelnde Ostersinfonie über ein leeres, offenes Grab.
Und Ostersonne verscheucht Karfreitagsdunkel.
Seit jener Stunde verläßt Hoffnung nimmer die Erde.
Eine gütige Fee, in grünseidenem Gewande, berührt sie
aufmunkernd zerknitterte Seelen und glätket Gekräusel
und zages Gefält.
Osterglaube und Osterhoffnung ersiegen sich immer
wieder Berechtigung auf dieser Ebene. Trotz Nacht und
Winter und Haß und Tod!
Ein furchtbarer Karfreitag liegt hinter dem deutschen
Volke. Oder sind wir noch immer mitteninne? Manch—
mal will's so scheinen, als ob es noch weit sei bis hin zum
Ostermorgen. Vacht ist noch drinnen und draußen. Und
trohzdem: Ostern steht vor der Tür und läßk hoffen und
glauben und siegen.
Und wir an der Saar? Und wir Beamten? Wir haben
noch weiter bis hin zum Ostertag. Und mancher will
verzagen. Und viele haben mutklos sich abseits gestellt
und lassen sich kreiben von Schicksal und Karma.
Dennoch! Auch uns will die grünseidene Fee er—
nutigen. Auch uns will die Ostersonne scheinen.
Laßt uns hoffen, glauben und siegen!
Karl Schneider.
E
—VV Aüetütiene lülltletillll
ä eð