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zu beachten, daß die Angaben nicht das gesamte französische
Kolonialreich umfassen, sondern nur die dem
Xolonialministerium ressortmäßig untersiellten Koloniin im
engeren Sinne, zu denen Algier, Tunis, Marokko bekanntlich
nicht gehören. Ebenso fehlt Syrien-Libanon. Aus
der ersten Uebersicht sind vor allem die sehr beachtlichen
Steigerungen hervorzuheben, die Französisch-Westafrika
sowohl in der Einfuhr als auch in der
Ausfuhr zu verzeichnen hat und die ein deutliches Zeichen
Jder allgemeinen und bemerkenswerten Belebung sind,
der sich die unter dem Begriff „Französisch-Westalrika‘“
zusammengefaßten 7 Kolonien: Senegal, Sudan, Elfenheutküste,
Guinea, Dahomey, Französisch-Nigerien und Maitretanien
erfreuen. Aehnliches gilt auch für die Mandalsyebiete
Kamerun und Togo, für die wirtschaftlich ähnliche
Vorraussetzungen vorliegen. Auch Madagaskar hat
eine beträchtliche Ausfuhrsteigerung erzielt. Von unbedeutenden
Ausnahmen abgesehen, läßt sich eine weitere
Steigerung der im Vorjahr bereits eingetretenen wirtschaftlichen
Belebung in den kolamialen Gebieten deutlich erkennen.
Besonderes Interesse verdienen im Hinblick auf
die in Gang befindliche kolonialpolitische Debatte die in
der Aufstellung 2 enthaltenen Angaben über den Anteil
des Mutterlandes am dem Außenhandel der einzelnen Koloniem
und Mandatsgebiete. Hier fällt vor allem bei der
Ausfuhr der Kolonien der außerordentlich hohe Anteil des
Mutterlandes auf, der nur bei 4 Kolonien, darunter 3 sehr
unbedeutenden, unter 50 % legt. Vom den afrikanischen
Kolonien und Mandatsgebieten steht Togo mit noch über
68 00 an letzter Stelle. Nicht ganz so günstig legen «die
Verhältnisse für das Mutterland auf der Einfuhrseite, wo
die Konkurrenz anderer Länder, insbesondere Englands
rd Japans eine mehr oder weniger bedeutende Rolle
spielt. Der Fall von Madagaskar, wo 80,9 0% der Gesamteinfuhr
vom Mutterland bezogen werden, steht hier vereinzelt.
Andererseits tritt der Einfluß der Zollgesetzgebung
auf den mutterländischen Eiufuhranteil deutlich genug hervor,
insofern diejenigen Kolonien, die zu der Gruppe der
assimilierten Kolonien bzw. derjenigen mit einer Präferenzbehandlung
des Mutterlandes zählen, nämlich Indochina,
Westafrika, Madagaskar, Martinique, Guyana, Reunion
sowie Teile von Aequatorialafnika, wesentlich höhere
Anteilsziffern aufweisen als die übrigen Kolonien, in dienen
kein Präferenzsystem besteht. In absoluten Zahlen betrug
die Einfuhr der aufgeführten Kolonien usw. aus Frankreich
im 1. Halbjahr 1936 656 Mülkionen Fr., die Ausfuhr
nach Frankreich 1108 Millionen Fr. Es ergab sich
somit ein Aktivsalda für die Kolonien vou .452 Millionen
Franken,was naturgemäß keineswegs ein Passivum für
die französische Zahlungshilanz bedeutet, da es Sich ja
um einen innerhalb des französischen Wirtschaltsreiches
sich abspielenden Verkehr handelt, Die Bedeutung des
französischen Kolonialreichs für die Rohstoffversorgung des
Mutterlandes und den Absatz heimischer Erzeugnisse wird
durch die vorliegenden Zahlen enneut schlagend bewiesen.
Ueber den deutschen Anteil an dem Außenhandel
der {französischen Kolonien im Jahre 1936 enthält‘ der
soeben veröffentlichte Jahresbericht der Industrie- und Handelskammer
Hamburg wertvolle Hinweise. Hiernach steh!
Deutschland in der Belieferung Französisch-Westafrikas an
6. Stelle und hat im Jahre 1936 etwa doppelt soviel an
Erzeugnissen dieses Gebietes eingekauft, als nach dorthin
verkauft, In der Ausfuhr nach diesem Gebiet steht Deutschland
an 1. Stelle hinsichtlich der Lieferung von Getränken,
insbesondere von Bier, während es in der Ausfuhr von
Metallwaren und Maschinen an 2. Stelle hinter Frankreich
steht. Die Aufnahmefähigkeit dieser wirtschaftlich in
gesunder Aufwärtsentwicklung befindlichen Kolonie an
Waren des täglichen Bedarfs ist groß, so daß sich auch
für den deutschen Export noch große Möglichkeiten ergeben
sollten.
Die wirtschaftliche Lage von Französisch-Acquatorialafrika
. (Gabon, Mittlerer Kongo, Oubangui-Chari und
Tschad) bleibt hinter derjenigen von Westafrika nmoch
zurück. Deutschland steht unter dem Einfuhrländern an
6., unter den Kunden an 5. Stelle. Die Einfuhr aus Deutschland
besteht im erster Linie aus Bier, Glas und Kristallwaren
sowie Metalliabrikaten. Nach Auffassung der Industrie-
und Handelskammer Hamburg sollte es möglich
sein, den Absatz von deutschem Zement, deutscher Kohle,
Wellblech, Eisen und Stahl, Maschinen, Werkzeugen, Haushaltungsgegenständen
und Uhren durch eine intensivere
Markthearheitung erheblich zu vergrößern. Auch sel ein
starker Bedarf an landwirtschaftlichen und Pflanzungsnaschinen
sowie an Transportmitteln festzustellen.
In Kamerun (französischer Mandatsteil) dürfte sich im
Jahre 1936 die Einfuhr deutscher Waren auf der Stufe
les Vorjahres gehalten haben. Die Ausfuhr des französischen
Mandatsteiles ist jedoch gegenüber 1935 infolge
jer bekannten Clearingschwierigkeiten zurückgegangen, so
laß Deutschland im 1. Halbjahr 1936 nur noch mit 3 v0
ım Gesamtexport beteiligt war, gegenüber 7 °o im Vorjahr.
An der Einfuhr des französischen Mandatsteiles von
Togo, dessen wirtschaftliche Lage gleichfalls als günstig
ınzuschen ist, ist Deutschland leider nur wenig beteWigt.
Ganz allgemein stehen naturgemäß der Entwicklung des
teutschen Handels mit den französischen Kolonien und
Mandatsgebieten die gleichen Hemmungen im Wege, die
auch den deutsch-französischen Warenverkehr nachteilig
sceinflussen, Ihre baldige Behebung durch nene vertragiche
Abmachungen wäre im beiderseitigen Interesse zu
wünschen, R. M.
Der französische Außenhandel im ersten Halbiahr 1934.
1935 und 1936.
Gesamthandel
Einfuhr " Ausfuhr
I]. Halbiahr
1934 | 1935 | 1936 111934 | 1985 | 1986
Mio fres.
1468,9 449,9 457,1 [42,0 [708,1 | 679,0
260,0 298,4 [393,0 286,6 418,4 | 543,0
156,5 134,3 [138,0 15 110,2 ° 137,3
76,7! 81,0 | 95,21 87,61 96,2 90,7
96,9 66,3 128,2 | 74,6
84,9 772 118,0 107,3
75,2 53,9 25,6
24,0 11,4 13,6
717 73,1 641
ndochina .. EEE
Westafrika ............0.
Madagaskar.............
“ranz.-Äquatorial: Afrika .
Martinique‘) ............
Zuadeloupe') ...........
REUNION. 2.2.00 10000000
UVA LEHRER
Somali-Küste............
Franz. Niederlassungen
in Indien.............
Saint-Pierre u. Miquelon.
Neukaledonien .........
Franz. Niederlassungen in
Ozeanien 4... 1
Mandatsgebiete:
Kamerun ............
Togo .............
26,3
10,6
51.1
‘8,0
57,4
‚5
20,3
541
58,8
17
zu,9
48,3 50,9
294 71
327 325
al 119! 140
2
29,0
12.8
40,9
145
15,6
206
38,61 51,6 ' 67,6
16831 2051 248
1) Zahlen für 19326 liegen noch nicht vor
Anteil Frankreichs an dem Gesamthandel.
|_ Einfuhr
Ausfuhr
I. Halbjahr
1934 | 1935 | 1926 1984 | 19385 | 1936
Kolonien
'ndochina .. . ...... 5601 54,4
Westafrika .............. 46,2 49,9
Madagaskar ............. 71,7 75,8
"ranz.-Äquatorial-Afrika . 38,3 42,1
Martinique‘) ............ 69,1 677
3uadeloupe‘) ...... .. 62,1
Reunion ................ 50,5
3Uyana ‚....0.00000000000 66,4 Grp
jomali-Küste............" 4,21 7,3
7ranz, Niederlassungen in
Indien. ........0.00,0
jaint-Pierre u. Miquelon .
Neukaledonien....... ..
’ranz. Niederlassungen in
Ozeanien ..1....,.....1
Mandatsgebiete:
Kamerun .......... 4.
Togo... .
Mio frcs.
8 48,0' 23,5‘ 46,8
40,4 77,7 85,8. 85,5
80,9 77,1 75,1 772
48.7 56,3 70,0 74,0
97,7 98,0
98,0 97,8
94,3 89,9
89,4 97,1
13,9! 9,7
19,1 20,0 34,0
10.22 04
51,2 63,9 63,7
1.7 454 66,4
61,5
10,5
4,9
22,1
30,9
„9 |
22,6
16192
53,4
48 7
58,1
55.6
70,1
68.1
KL ‘ -
1) Zahlen für 1936 liegen noch nicht vor