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Amti. Organ der Industrie- u. Handelskammer zu Saarbrücken
Mitteilungsblatt der Bezirksgruppe Saarpfalz der Reichsgruppe Industrie; der Süddeutschen Eisen: und Stahl-Berutsgenossen:
schaft Sektion 5, Saarbrücken; des Verbandes zur Wahrung der Interessen der Betriebskrankenkassen im Saargebiet:
des Getreidegroßmarktes zu Saarbrücken.
Seleitet von Gerichts,Assessor a. D. Albert Lütke, Syndikus der Industries und Handelskammer zu Saarbrücken und Geschäftsführer der Bezirksgrupp«
Saarland-Pfalz der Reichsgruppe Industrie. Schriftleitung: Trude Müller.
Zezirksausgleichstelle für öffentliche Aufträge bei der Wirtschaftskammer für den Wirtschaftsbezirk Saarpfalz, Berliner Stelle, Berlin W'8, Leipziger Straße 123a.
Fernsprecher A2 Flora 5881.
sußenhandelsstelle für Baden, Pfalz und Saarland, Mannheim L I 2, Fernsprecher 35731.
druck und Verlag: Buchgewerbehaus Aktiengesellschaft, Zweigniederlassung Völklingen — Fernsprechamt Saarbrücken: für die Schriftleitung 28921, für Druckerei und
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üinzelstückes 50 Rpf. — Anzeigenpreis nach Preisliste Nr. 4 — Zahlungen auf das Postscheckkonto Saarbrücken 56, Buchgewerbehaus Aktiengesellschaft, Saarbrücken,
Sachdruck nur mit Quellenangabe und Zustimmung der Verfasser und der Schriftleitung zulässsıe
Die Einsendung von Büchern begründet keinen Anspruch auf Besprechung. Rücksendung erfolgt nicht,
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Nr. 412 ;
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INHALT:
Arbeitstagung der Wirtschaftskammer Saarpfalz (295) — Saarländische Arbeitslage (206) — Grenzwirtschaftsausschuf
Zeitragsordnung der Forst- und Holzwirtschaft — Sahne- und Käseherstellung — Einkauf vom Dapierspäuen
Meldung von Silberwaren (207) — Aenderung von Gebührenordnungenn — Holländische Kolonialtabake —
Rauchtabak — Wollmoketts — Metallpreise (208) — Verrechnunzsverkehr — Devisenrechtliche Bestimmungen
'209) — Rohstoffkreditgeschäfte — Reisezahlungsmittel — Devisenerlasse — Geschäftsbericht der Saargenossenschaftsbank
(213) — Ständige Tarifkommission — CGeänderte Bahnhofsnamen — Reichsbahndirektionsbezirk Saarbrücken
— Wagenstellung (214) — Französische Wirschaftszahlen (215) — Pauschalumsatzsteuern — Ursprungsbezeichnungszwang
— Amtsdauer der Vertrauensräte — Mehr-, Vor- und Nacharbeit — Ehestandsdarlehen —
DAF.-Entscheicdungssammlung (216) — Arbeitskammer Saarplalz — Das neue Realsteuerrecht (217) — Umsatzsteuerumrechnungssätze
-— Arbeitseinsatz von Metallarbeitern (219) — Preisza für Spinnstoffe — Höchstpreise für
Schmieröle — Herstellung von Kleister (220) — Ausschreibungen — Schuldnerverzeichnisse (221) — Komkurse (221)
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Arbeitstagung der Industrieabteilung der Wirtschaftskammer
Saarpfalz in Kaiserslautern.
Der Leiter der Wirtschaftskammer Saarpfalz, Dipl.-Ing.
Bodo Karcher, Beckingen (Saar), der bekanntlich vor
anigen Monaten auch die Leitung der Indusirieabteilung
ibernommen hat, hatte für den 11. März 1937 eine
Arbeitstagung in Kaiserslautern anberaumt, um sich sowohl
den Mitgliedern in seiner neuen Eigenschaft vorzustellen
and diesen von seinen persönlichen Anschauungen in
zrundsätzlicher Hinsicht Kenntnis zu geben, als auch eine
Unterrichtung über eine Reihe aktueller Fragen herbeizuführen.
Mehrere Hundert Betriebsführer aus dem Saarand
und der Pfalz hatten dem Rufe Folge geleistet.
Im Mittelpunkt der Tagung stand eine längere Aussprache
des‘ Leiters der Industrieabteilung. der zunächst
Veranlassung nahm, seinem Vorgänger, Herrn Kommerzienrat
Dr. H. Röchling, aufrichtigen Dank zu sagen
für seine unermüdliche und hervorragende Tätigkeit im
“ienste der saarpfälzischen Industrie, Als äußeres Zeichen
dieses Dankes habe er Herrn Kommerzienrat RÖöch-‚ing
eine von der Reichsgruppe Industrie gewidmete
Silberplakette überreichen dürfen. Er freue sich. Seinen
Dank mit der Gewißheit zu verbinden, daß Herr
Kommerzienrat Röchling auch in Zukunft in engster
Verbundenheit mit der Westmark-Industrie weiterwirken
werde.
Herr Karcher umriß alsdann den nunmehr im wesentichen
zum Abschluß gebrachten Aufbau der Organisaion
der gewerblichen Wirtschaft, wobei er nachdrücklich
jetonte. daß nicht die. Form, sondern “inzig und allein der
Inhalt für eine Organisation maßgebend sei. Jeder Einzeine
müsse sich bewußt sein, daß er in Gemeinschaft
nit allen anderen die äußere Form durch seine Mitarbeit
nit Jebendigem Inhalt erfüllen müsse. Aufgaben und Ziele
der Organisation der gewerblichen Wirtschaft seien heute
Aurch die völlige Wandlung der Begriffe „Wirtschaft“ ud
‚Staat“ und deren Verhältnis zueinander bestimmt. Ihre
Grenzen lägen andererseits dort, wo Ueberorganisation
A einer Tähmung der wertvollsten Eigenschaften des
Unternehmertums, nämlich des Unternehmungsgeistes und
der Initiative, führen würde,
In seinen weiteren Ausführungen brachte Herr Karher
zum Ausdruck, daß er die Notwendigkeit der Fürderung
des Ansehens des Berufsstandes, also die moraische
Wertung der Arbeit des Uniernehmertums am Volkszanzen
als eines der wichtigsten Gegenwarisprobieme
sehe. Dank des Gesetzes zur Ordnung der nationalen
Arbeit seien Betriebsführer und Gefolgschaft gleichberech-:igte
Glieder in der Front aller Schaffenden geworden.
Jnumgängliche Voraussetzungen für die Anerkennung der
Stellung des Betriebsführers in der Volksgemeinschaft und
seiner Rechte und Aufgaben seien jedoch Selbstachiung
ınd Pflichterfüllung, also lebendige nositive Mitarbeit Im
Dienste der Nation.
Zum Schlusse seiner von hohem sittlichem Ernst ge-;ragenen
Ausführungen legte der Redner noch ein per-;önliches
Bekenntnis zur wirtschaftlichen Einheit des
Zaues von Saar und Pfalz ab. Irgendwelche partikularistische
Tendenzen. die einer vergangenen Zeit ange:
aören, würden niemals seine Billigung finden.
Im Anschluß an die mit lebhafter Zustimmung aufzenommenen
Darlegungen des Leiters der Industrivahteiung
berichtete Assessor Lütke über den im Aulbatı
zegriffenen fachlich-bezirklichen Unterbau der Inchistrieıbfeilung,
über die neugeschaffene Ehrengerichtsordnung
ler gewerblichen Wirtschaft sowie über die Aufgaben. die
ler Westmarkindustrie im Rahmen des Vierjahresplanes
vestellt sind. Dr. Frisch behandelte die Nachwuchsfrage,
vobei er besonders auf die gesetzliche Regelung hinwies,
vonach die Industrie- und Handelskammern für die Durchührung
der Handlungsgehiifen- und Facharbeiterprüfun-‚en
allein zuständig sind. Er unterstrich ferner die große
Zedeutung, die dem innerbetrichlichen Ausbau der Lehringserziehung
zukomme. Schließlich erstattete der Lei
‚er der Bezirksausgleichsstelle Saarpfalz. Dr. Dietrich
nen kurzen Bericht über die Tätigkeit der Bezirksaus: