Full text : 42.1937 (0042)

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Film-Vortrag über die Leipziger Messe.

Am 14. Februar 1937 hatte das Leipziger Meßamt, Ver-‚rauensstelle
 Saarpfalz bei der Wirtschaftskammer Saaralz,
 zu einem mit der Vorführung verschiedener Filme
verbundenen Vortrag von Herrn Dr. Niedenführ in
ien Ufta-Kammer-Lichtspielen, Saarbrücken, eingeladen. Der
Leiter der Wirtschaftskammer Saarpfalz, Handelskammeraräsident
 Bodo Karcher, Beckingen, umriß in seinen
öinleitenden Worten die Aufgaben der im Laufe des verzangenen
 Jahres errichteten Vertrauensstelle, deren Leifung
 der Hauptgeschäfisführer der Industrie- und Hanlelskammer
 zu Saarbrücken, Gerichtsassessor a. D.
Lütke, übernommen habe. Er erinnerte daran, daß lang-‘ährige
 Beziehungen zwischen dem Saarland und der Leipziger
 Messe bestanden, die jedoch durch die bei der Leipziger
 Frühjahrsmesse 1934 veranstaltete eindrucksvolle Kollektivausstellung
 der Saarindusirie eine wesentliche Ver-:jefung
 erfahren hätten. Ihr Hauptzweck habe darin bestanden,
 die Saarländischen Industrieerzeugnisse vor allem
aut dem deutschen Binnenmarkt wieder bekannt zu machen
ınd auf diese Weise die Rückverlagerung des Absatzes
saarländischer Erzeugnisse auf den deutschen Inlandsmarkt
zu erleichtern. Heute, wo die Saarindustrie fast allenthalben
 auf dem deutschen Markt wieder fesien Fuß
zefaßt habe, interessiere sie die Leipziger Messe nicht nur
wegen des Binnenmarktes, sondern auch wegen ihrer
ausländischen Besucher. Herr Karcher verwies ferner darauf,
 daß nicht nur für den Verkäufer, sondern auch für
den Einkäufer die Leipziger Messe von größter Bedeutung
 sei. Der umfassende Charakter der Mustermesse
gebe ihm die Möglichkeit, sich über den neuesten Stand
der Herstellung der für ihn in Betracht kommenden Erzeugnisse
 zu unterrichten. Es sei daher für den Großhändler,
 Einzelhändler und Handwerker genau so wichtig,
die Messe zıt besuchen, wie für den Aussteller.
Herr Dr. Niedenführ ergriff sodann das Wort zu
seinem anschaulichen Vortrag über „Die Leipziger Messe
and ihre Bedeutung für den Binnenhandel und die AÄAusiuhr“,
 der bei den Zuhörern ılebhaftestes Interesse fand.
Ausgehend von der besonderen wirtschaftlichen Lage
Deutschlands, die einen Austausch mit anderen Völkern
unbedingt notwendig macht, erwähnte der Redner zuU-1ächst
 den Vierjahresplan und betonte dabei besonders, daß
dieser sich keineswegs zum Ziele setze, auf den Export
zu verzichten. Der Export solle im Gegenteil gesteigert
werden, um aus seinem Erlös die lebensnotwendigen Rohstoffe
 zu gewinnen, die auf synthetischem Wege nicht
nerstellbar sind. An Hand eindrucksvoller Zahlen wurde
die planmäßige und organisierte Exportförderung im
Jahre 1936 entwickelt, an der die internationale Leipziger
 Messe einen hervorragenden Anteil gehabt
13at, Die Zahl von 240000 geschäftlichen Besuchern
der letzten Frühjahrsmesse, darunter 25000 Ausländer,
;ege ein beredtes Zeugnis ab von der Anziehungsxraft,
 ‚die die Messe infolge ihrer zahlreichen Vorteile
 sowohl auf seiten des AÄAusstellers wie auf seiten
des Einkäufers besitzt. Reiches Qualitätsangebot zu gleicher
 Zeit an einem Ort, persönliche Aussprache mit dem
Chef, ruhige Auswahl unter Beobachtung: der Marktzängigkeit,
 Beratungsstellen für den Einzelhandel und
das Handwerk seien die wesentlichen Vorzüge eines
Messebesuches. Die nächste Frühjahrsmesse werde übrizens
 insofern eine besondere Stellung einnehmen, als
sie dem Einzelhändler im Rahmen des Vierjahresplanes
in Musterschaufenstern in hervorragender Weise zeige,
wie die neuen Werkstoffe, die oft schon die früher
verwandten Stoffe übertreffen, der Kundschaft nähergebracht
 werden können. Ferner werde eine Verpackungsschau
 interessieren, wo der Einzelhändler Anregungen
inde, wie er durch zweckmäßige und geschmackvolle Ver-„ackung
 der Waren auf den Kunden einen werhenden
Sinfluß ausüben kann.
Nach einem Ueberblick über die Entwicklung von der
alten Warenmesse zur Mustermesse hob der Redner die
Bedeutung der Großen Technischen Messe und
Baumesse hervor. Der weltumspannenden Organlsa-‘on
 des Leipziger Meßamts, dem 230 ehrenamtliche
Vertretungen und Geschäftsstellen im Ausland und 160
»hrenamtliche Vertretungen und Vertrauensstellen im Inand
 dazu nach eine oranße Zahl technischer Vertranenseute

 zur Seite stehen, liege die Vorbereitung und Durch-'ührung
 der Messen ob. Durch eine ausgedehnte indivi-Juelle
 und allgeineine Propaganda werbe cs in der ganzen
 Welt für die Erzeugnisse deutscher Schaffenskraft
Abschließend kam Dr. Niedenführ auf die am 28. Februar
eginnende Leipziger Frühjahrsmesse 1937 zu sprechen,
fie allen Anzeichen nach die stärkste Messe der letzten
Jahre werde, Die 24 Meßhäuser der Innenstadt seien zum
zroßen Teil schon restlos ausverkauft, während auf der
Technischen Messe sogar umfangreiche Erweiterungsbaltten
 nötig gewesen seien. Die Zahl der Aussteller, die zur
Ärühjahrsmesse 1936 bereits 8106 betrug, dürfe zur hevorstehenden
 Frühjahrsmesse noch um 10—20 0%, besonmlers
 in den Sparten der Technischen Messe, ansteigen.
7ür die Auslandsbesucher sei erstmalig ein ..Haus der Najonen‘“
 geschaffen worden.
Anschließend ergänzten in sehr anschaulicher Weise der
Tonfilm „MM“ — „Deutscher Kaufmannsgeist schafft
2n Weltzentrum‘ sowie zwei weitere Messefilme die Aus-‘ührungen
 des Redners.
Anschließend :an die lehrreichen Filme ‚MM — Deutscher
 Kaufmannsgeist schafft ein Weltzentrum“ „Leipzig,
tas Tor der Welt“ und .,Technik der Welt“ dankte der
„eiter der Abteilung Handel der Wirtschaftskammer Saar->falz,
 Herr Ernst Köhl, Saarbrücken, Herrn Dr. Nielenführ
 im Namen des Groß-, Ein- und Äusfuhrhandels,
ies Einzelhandels und des Handwerks für den anregenden
Vortrag. Vortrag und Filme hätten in eindringlicher Weise
zezeigt, welchen Nutzen ein aufmerksamer Einkäufer aus
lem Besuch der Leipziger Messe ziehen könne. Den Vertretern
 des Handels könne nicht genug empfohlen werden,
die Messe zu besuchen und die dort erhaltenen Änrezungen
 der Verhraucherschaft zugute kommen zu lassen.
In Vertretung des Gauamtsleiters Kantner des Amtes
‘ur Technik für den Gau Saarpfalz wies Dipl.-Ing. Frey,
Saarbrücken, auf die besondere Bedeutung der Leipziger
Messe für den deutschen Techniker hin und forderte seine
Berufskameraden auf, an dem Messetreffen der Technik
:eilzunehmen, das im Rahmen der Leipziger Frühiahrsmesse
 10237 wieder stattiindet.

Das offizielle Plakat zur Sachbuchwerbung im Früh»
jahr 1937, die fn den Monaten Februar, März und
April die Schaffenden aller DBerufggeofete mit Ihrem
FTachfchrifitum vertraut machen wird.
            
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