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Die saarländische Arbeitslage im Januar 1937.
Bericht des Präsidenten des Landesarbeitsamtes Rheinland, Zweigstelle Saarbrücken
Das außerordentlich schlechte Weiter hat die Arbeits-‚age
im Berichtsmonat stark und ungünstig beeinflußt;
dadurch wurde die zunächst verzeichnete Besserung aufzehoben
und machte einer weiteren winterlichen Rückäufigkeit
Platz. Der Zugang an Arbeitslosen betrug 1648
oder 6,5 v. H., ihre Gesamtzahl Ende Januar 27047; sie
‚iegt noch um 5358 nicdriger als Ende Januar 1936, wobei
zu berücksichtigen bleibt, daß damals 3018 Noistamdsarbeiter
gezählt wurden, während am Stichtag dieses
Jahres nur 1953 Notstandsarbeiter beschäftigt waren.
Die neuen Arbeitslosen wurden hauptsächlich von den
Außenberufen, dem Bau-, dem Baunebengewerbe und aus
dem Kreise der ungelernten Arbeiter gestellt; verhältnismäßig
stark war auch der Zuwachs an weiblichen Arheitslosen,
der fast 1/;, des Gesamtzugangs darstellt.
Trotz der Versteifung war die Vermittlungstätigkeit
der Arbeitsämter sehr lebhaft; vor allem hat der überhezirkliche
Ausgleich an Bedeutung gewonnen; es mehrten
sich nicht nur die Anforderungen von Arbeitskräften
für die Landwirtschaft, sondern gleichfalls die nach Facharbeitern
verschiedenster Art; insbesondere wuchs die
Nachfrage nach Metallarbeitern wieder.
Die Vermittlung von Lehrstellen nahm ebenso zu. Leider
sind allerdings die Meldungen der Betriebe zur ersten
Anordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes über
die Sicherstellung des Facharbeiternachwuchses, die den
Arbeitsämtern am 15. Januar vorliegen sollten, erst ıumvollständig
eingegangen; dasselbe trifft für die anderen
arbeitseinsatzpolitisch so wichtigen Meldungem zur 7weiten,
dritten und fünften Anordnung zu.
Die saarländischen Arbeitslosen verteilten sich am 3Il.
Januar 1937 nach folgender Aufstellung:
Zahl der ‘
Arbeitslosen
nänne| weiblich
! lich
ı
De Zahl der |
Ein: Empfänger von Nots
har Erwerbs! Wohl: Standsıntfallen|
losen: | fahrts- arbeiter
Tase unter- |! unter»
Arbeitsamt
Saarbrücken . .
Saarlautern . . .
Neunkirchen . .
St. Ingbert...
S4aarland insgesamt
0575' 1713
6868 577
4118 307
2616! 972
24177 2870
27047 j , |
Die Aufteilung nach Bezirksfürsorgeverbänden ergab
tachstehenden Stand:
Stadt: oder Landkreise
Arbeits: I Zahl der Empfänger’
lose 7
inss
rzesamt
saarländ. | Wohl:
Erwerbs: fahrtsz
losen» unter:
Firentas Abe
Auf 1000
Einwohner
entfallen
Arhaeitslance
Saarbrücken-Stadt ....
Saarbrücken-Land ....
Xreis Saarlautern ....
Merzig ....0.0..
Ottweiler ......
St. Wendel .....
St. Ingbert .....
Adomburg ......
S134arland insgesamt
644 2345 36.0
7 644 4188 36.1
3.298 4413 42,9
1147 756 29,5
3781 2107 26.3
644 398 | 18.5
1780 * 120 30.9
41 10° 099 28
297047 Iı5949 11099 | 38834
Die erfaßten Arbeitslosen sind nicht alle voll einsatz
lähig; «ie folgende Aufstellung stellt deshalb eine Auf
oliederung der saarländischen Arbeits!osen nach dem Merk
mal ihrer Einsatzfähiekeit dar:
Im Beruf Sonst
voll einsatzfähig voll einsatzfähig
. | darunter darunter
I für den |. für den
überhaupt Ausgleich * überhaupt Ausgleich
geeignet geeignet
Arbeitslose
insgesamt
| Nicht
voll
einsatz
fähig
el 14821 | 3708 | 9212 1.964 | 3514
in v. H. = 100 52.9 | 25.9 34.1 21.3 13.0
Die Nachfrage nach Jandwirtschaftlichen Arbeitskräfter
’st gestiegen; langsam beteiligt sich der innerbezirklich«
Bedarf ‚hieran. Die Ueberweisungen in fremde Bezirke
aus denen außerordentlich große Anforderungen vorlie
ven, haben bereits lebhaft eingesetzt.
Die Absatz- und Förderungslage des Saarkohlenberg
zaues ‚hat sich weiter gebessert. Leider bestand aber im
ner noch keine Möglichkeit zıtsätzlicher Einstellunger
lie Belegschaft wurde knapp gehalten. Den Arbeiisämter
zelang es, einige 30 Saarländische Bergleute auswärt
hauptsächlich im niedersächsischen Kohlenhergbau, unte
zubringen.
In der Industrie der Steine und Erden haben di
Ziegeleibetriebe, die vor Weihnachten ihre Tätigkeit we
zen «der Witterungsungunst vorläufig einstellten, noc!
nicht ‚alle wieder mit der Erzeugung beginnen können
da sie über ‚einen sehr großen und dringlichen Auftrags
bestand verfügen, dürften sie jedoch bei Wetterbesserun'
sofort mit einem verstärkten Einsatz beginnen.
Die eisenerzeugende wie die eisen- und metallverarbei
'ende Industrie sind gut beschäftigt, allerdings haben beidt
noch erhebliche Rohstoffschwierigkeiten; es konnten «des
halb nur vereinzelt neue Kräfte eingestellt werden, eir
Hüttenwerk mußte sogar Arbeiter entlassen; im allge
nemen sind die Feierschichten zurückgegangen. Eine grö
Bere Zahl arbeitsioser Metallarbeiter konnte in auswärfige'
Zetrieben untergebracht werden.
Die Großbetriebe des Holz- und Schnitzstoffgewerber
nußten Arbeitskräfte entlassen. Die Beschäftigungslagt
ler Klein- und Mittelbetriebe blieb noch beständig. Im
Nahrungs- und Genußmittel- sowie Bekleidungsgewerbe is
1ach Weihnachten die übliche ijahreszeitliche Verschlect
terung eingetreten.
Das Bau- und Baunebengewerbe stand am stärksten unte
dem Einfluß der sehr ungünstigen Witterung; unter ihr
war ‚auch eine Reihe von Großbetrieben, die bisher noc}
eine große Zahl von Arbeitern in Beschäftigung halter
konnten, gezwungen. weitere Arheitskräfte vorläufig fre
zu setzen.
Die Arbeitsmöglichkeiten für ungelernte Arbeiter um
Angestellte, mit Ausnahme der der technischen Berufe
gingen ebenfalls unter dem Einfluß der Jahreszeit zurück
insbesondere wurde eine Reihe von weihlichen Aushilf®
kraäften wierer arbeitslos
Messeabzeichen
und Ausweiskarten
für die Leipziger Frühjahrsmesse 1937 sind bei de
Industries und Handelskammer zu Saarbrücken erhältlich