Full text : 42.1937 (0042)

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die Psychotechnik das „Was“ prüft, kommt es der
psychologischen Eignungsuntersuchung
vor allem auf das „Wie“ an. Gewiß spielt auch hier die
Lösung einer Aufgabe eine große Rolle, doch ist es
sicherlich von der größten Bedeutung, zu wissen, ob
ein Junge hierbei systematisch oder umständlich vorgeht,
ob er rein zufällig, mehr probierend oder in Erkemntnis
der funktionellen Zusammenhänge zum Ziele kommt. Nicht
minder wertvoll ist die Kenntnis, ob ein Junge sauber,
exakt, geschickt und übungsfähig arbeitet, ferner wie
er sich in der Zusammenarbeit mit andern verhält.
Die psychologische Eignungsuntersuchung
soll aber nicht nur die Eigenschaften und Anlagen des
Jugendlichen feststeMen, sie soll auch pädagogisch
auf ihn einwirken. Sie vermeidet grundsätzlich aus
pädagogischen Gründen alles, was das Selbstvertrauen
zerstören könnte. Sie wird stets der positiven Arbeit zusteuern.
 Sie regt den Jugendlichen zur Selbstbeobachtung
an ınd wird ihm zeigen, worin er sich noch bessern
kann, und worauf er vor allem bei seiner Arbeit zu
achten hat. So kann sie manchen guten Rat für die Zıkunft
 geben und zusammen mit den oben erwähnten
anderen Hilfsmitteln wertvolle Dienste leisten, um den
rechten Mann an den rechten Platz zu stellen.
TC. Grenzen der psychologischen Eignungsuntersuchung.
Wenn auch die psychologische Eignungsuntersuchung in
der Hand des Fachmannes Grundlage für eine gewissenhafte
 Berufswahl sein kann, so ist sich jedoch jeder echte
ınd wahre Psychologe darüber klar, daß sich die Entwicklungslinien
 junger Menschen niemals mit mathematischer
 Sicherheit bestimmen lassen. Zudem kann sowohl
der „Prüfling“ als auch der „Prüfer“ an dem Tage „indisponiert‘“
 sein. Doch fallen diese Fehlerquellen nicht
so sehr ins Gewicht, da die einzelnen Aufgaben in der
Untersuchung Sich gegenseitig kontrollieren und „üherprüfen“.

D. Methodik der psychologischen Eignungsuntersuchung.
Bei der Durchführung des Untersuchungsverfahrens bedienen
 sich die rheinischen Arbeitsämter der vom Institut
für Arbeits- und Berufsforschung in Düsseldorf wissenschaftlich
 durchgearbeiteten und erprobten Methoden.
Gleich zu Beginn der Untersuchung muß der „Prüfer“
das Vertrauen der Jugendlichen zu gewinnen suchen, um
die „Prüfangst“ zu nehmen und Hemmungen irgendwelcher
 Art nach Möglichkeit auszuschalten. Ob man
dies nun durch das Schreiben eines Äufsatzes oder eines
Lebenslaufes zu erreichen sucht, oder dadurch, daß man
sich mit den Jugendlichen unterhält, bleibt sich m. E.
gleich. Die Hauntsache ist. daß der „Prüfling“ in dem

‚Prüfer“ nicht den Richter, sondern den Freund Sieht
ler ihn zur „Selbstprüfung‘“ anregt und ihm bei de
Zntscheidung in der Berufswahl helfen will. Die Gefahr
laß hierdurch vielleicht die Aufgaben zu leicht genommeı
verden, ist nach meinen Erfahrungen sehr klein; im
ibrigen läßt sie sich schon sehr schnell erkennen un
»eheben. Bei allen Aufgaben ist es firr den Untersuchungs
eiter von der größten Bedeuiung, die arbeitscharakterolo
zischen Merkmale festzuhalten.
Die Untersuchung zerfällt in einen theoretischen un
n einen praktischen Teil.
a) Der theoretische Teil dient der Feststellung de:
ıllgemeinen Intelligenz. Neben einigen Rechenaufgabe:
verden einige Sätze nach Diktat geschrieben. Der Lücken
ext „Speise und Trank“ in seiner Änlage nach dem
Steigerungsprinzip Soll «die Fähigkeit des logischen un‘
xombinatorischen Denkens zeigen.
b) Der praktische Teil sieht die Aufgaben vor, durcl
lie der Jugendliche sich prüfen soll, ob er mehr praktisch
kaufmännisch (Ordnen und Registrieren von Marken) ode:
>»b er mehr technisch (HersteMung einer Pumpe, schwie
iger Aufbau einer Maschine) veranlagt ist. Das Vorstel
ungsvermögen, das für eine ganze Reihe von Berufer
von großem Wert ist, suchen wir durch den Kordelver
such festzustellen. Handgeschicklichkeit und Exaktheit so!
en ums neben den andern Versuchen vor allem auch da
Kuvertschneiden zeigen.
E. Arbeitseinsatz und psychologische Eignungsuntersuchung.

Das große Interesse der Betriebsführer an der Eignungs
antersuchung darf aber nicht dazu führen, daß sie „ihren‘
Lehrling zur Berufsberatung Schicken, um ihn begutachte:
zu lassen. Manche tun das, um ganz sicher zu gehen
andere, weil es eben verlangt wird. Die Berufsberatung
ist und will in diesem Sinne keine „Prüfstelle‘
sein. Sie hat, wie eingangs erwähnt, von der Reichs:
regierung die Aufgabe übertragen bekommen, für ein
zleichmäßige, dem Bedarf entsprechende Verteilung de
vorhandenen jugendlichen Arbeitskräfte besorgt zu sein
Nachdem ihr nun die Mittel in die Hand gegeben sind
lie Jugendlichen mit ihren AÄnsatzmöglichkeiten zu er
zennen, sollte man es ihr ohne weiteres überlassen, diest
aut Grund dieser Erkenntnisse zweckmäßig zu verteilen
Es liegt zudem im Interesse des Beiriebsführers selbst
lem vielleicht eine geeignetere Arbeiiskraft vorgeschlager
verden kann, als er bereits vorgesehen hat. Nur so kanr
lie Berufsberatung die ihr überfragenen Aufgaben an deı
Volksgemeinschaft erfüllen: Dem Menschen zu helfer
and der Nationalwirtechafft 711 dienen.

A PM TLIEECHERBR TE I4

Anordnung des Gauleiters für den Gau Saarpfalz
zur Durchführung des Vierjahresplanes.
In den saarpfälzischen Tageszeitungen vom 30. Januar
{937 hat Gauleiter Bürckel falgende Anordnung ver-5ffentlicht:

„In Durchführung der mir gestellten Aufgaben im Rahmen
 des Vierjahresplanes habe ich die notwendige Zusammenarbeit
 zwischen den Partei- und Staatsdienststellen,
den Gliederungen der Partei, der Arbeitsfront, des Reichsnährstandes
 und der berutfsständischen Wirtschaft sicherzestellt.
 Ich selbst habe die Leitung der gesamten
Arbeit übernommen und zu meiner Unterstützung‘ einen
Arbeitsstab mit dem . Sitz in Neustadt gebildet. Es
nat sich als notwendig erwiesen, eine Stelle zu schaffen,
die im Gau Saarpfalz alle Kräfte zusammenfaßt, Anrezungen
 gibt, Initiativen ‚ergreift und insbesondere auch
alle Pläne, Versuche und Vorhaben, die für die Durch-Führung
 des Vierjahresplanes Bedeutung haben oder haben
könnten, zentral prüft und sichtet. Auf diese Weise kann
2m vollständiger Ueberblick über den jeweils neuesten
Stand sowohl des tatsächlichen als auch des möglichen
zeistigen und materiellen Einsatzes des Gaues im Rahmen
 der Aufgaben des Vierjahresplanes gewonnen werden
Diese zentrale Erfassung hat nicht den Zweck, etwa
durch Einfhußnahme auf die Initiative des einzelnen in
die praktische Weiter- und Durchführung der Vorhaben
aA4nzugreifen. Es kann aber allein anf diese Weise verhindert

 werden, daß Energien und wertvolle Kräfte gleich
zeitig mehrmals für ein und dieselbe Aufgabe eingesetz
werden, daß insbesondere Projekte, die nach ihren sach
ichen Voraussetzungen im Gaugebiet nur einmal ver
wirklicht werden können, gleichzeitig von mehreren Sei
en zu den verschiedensten Zeitpunktem aufgegriffen un
ler Verwirklichung entgegengeführt werden. Durch ein
zeeignete Information und Aufklärung, die im Einver
ıehmen mit den einzelnen Beteiligten unter Wahrung
hrer Belange rechtzeitig vorgenommen werden kann, wer
len dem einzelnen Verluste und Fnttäuschungen erspar
bleiben,
Zu diesem Zwecke werden sämtliche Betriebe, abe!
auch alle Einzelpersonen, Körperschaften, Dienststeller
von Partei und Staat und Gemeinden ersucht, Pläne, Ver
suche und Vorhaben, die in irgendeiner Weise den Vier
‚ahresplan berühren oder auch nur vielleicht für ihn vor
Bedeutung sein können, jeweils mir sofort schriftlich zıl'
<enntnis zu bringen, und zwar auch dann, wenn hereit
andere Stellen hiervon unterrichtet sind.
Die Meldungen bleiben Dienstgeheimnis meines Stabes
Dieser unternimmt auf Grund der Meldungen keinerle
Schritte, die nicht vorher mit dem Anmelder besprocher
sind, Die Eingaben sind am mein Präsidialbüro im Neu
stadt am der Weinstraße, Maximilianstraße 23, zu richten
Um die Einheitlichkeit der Verhandlungen im Vollzug
des Vierjahresplanes bei den zentralen Reichsstellen fü
den Gau Saarpfalz sicherzustellen hahe ich einen eigener
            
Waiting...

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