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BUCHBESPRECHUNGEN
Neue Literatur über die Saarwirtschaft.
Dem deutschen Saarbergbau sind anläßlich der
arsten Hauptversammlung dies Vereins deuischer Bergleute
n Saarbrücken im September 1936 einige Sonderdarstelungen
gewidmet worden, von denen das Sonderheft der
„Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen im
Deutschen Reich“ und der Zeitschrift „Glück-Auf‘““ besondere
Hervorhebung verdienen. Das auch als Sonderband
herausgegebene Heft der „Zeitschrift für das
Berg-, Hütten- und Salinenwesen“ siellt eine
Art Wiederaufnahme der bewährten deutschen Gesamtdarstellungen
aus der Vorkriegszeit dar, die gleichfalls anläßlich
von Bergmannstagen in Saarbrücken von der gleichen
Zeitschrift herausgegeben wurden. Ist der Umfang der
neuen Darstellung angesichts der Kürze der nach der
Rückgewinnung des Saarbergbaues verstrichenen Zeit auch
noch nicht mit dem der früheren Darstellungen zu vergleichen,
so sind doch alle in Frage kommenden Sonderyebiete
behandelt worden und damit ein Werk entstanden,
das dankbarst begrüßt werden muß, zumal es die frühere
iranzösische Verwaltung der Saargruben versäumt hat,
eine weiteren Kreisen zugängliche Gesamtdarstellung des
Saarbergbaues der Nachkriegszeit zu schaffen. Der Generaldirektor
der Saargrubenverwaltung Dr.-Ing. Waechter
behandelt einleitend das Aufbauprogramm der Saargrubenverwaltung
im allgemeinen; die Durchführung des
bergmännischen Aufbauplanes im ersten Betriebsjahre wird
von Dr.-Ing. von Dewall beschrieben. Dr. SemmfTer
hat zwei Beiträge beigesteuert, eine kürzere zusammen-’assende
Darstellung „Die Geologie des Saarkohlenbezirks“,
die im wesentlichen eine Zusammenfassung der
von französischen Geologen in den Jahren der französischen
Verwaltung veröffentlichten Ergebnisse darstellt,
und einen Ueberblick über des Verfassers eigene
Untersuchungen über die Grundwasserverhältnisse im Saarbergbau.
Der Kustos an der Bergschule, Dr. phil. nat.
h. c. Guthörl, ist mit einer Untersuchung über „Die
Karbonflora als Mittel zur Horizont- und Flözbestimmung
unter besonderer Berücksichtizung der Verhältnisse an der
Saar‘ vertreten. Mit den Fragen der Kohlenaufbereitung
und Verkokung befassen sich A.O. Boettcher (Kohlen-Antersuchungen
an Saarflözen), Dipl.-Ing. Thein (Die
Aufbereitung der Saarkohle) und Dr. Gollmer (Kokung
und Schwehung der Saarkohle); Oberbergrat Linnemann
behandelt den Aufbau des GOrubenretiungswesens
im Saarbergbau und in einem weiteren Beitrag
das Wohnungs- und Siedlungswesen, Dr. Gerhardt den
Neuaufbau des Werksbildungswesens und Bergschuldirektor
van Rossum die „Neueinrichtung des Bergschulind
Beamtenfortbildungswesens‘“.
Mehr mit Einzelfragen befassen sich die Beiträge des
Sonderheftes der Berg- und Hüfttenmännischen Zeitschrift
‚Glückauf“. Allgemeine Bedeutung kommt hierin
den Aufsätzen von Dr. H. Meis (Der Saarbergbau im
Jahre 1933) und Dr.-Ing. H. Hoffmann (Die Awufbereitung
der Saarfetikohlen) zu. Bergwerksdirektor Han -
zen gibt mit einem Aufsatz über die Umgestaltung des
Kohlenbergwerks Heinitz nach der Uebernahme durch
die Saargrubenverwaltung €in treffendes Einzelbeispiel für
die deutsche Wiederaufbauarbeit. Dr. Semmler benandelt
an Hand der Aufschlüsse im der Ziegelei Wellesweiler
die stratigraphisch-tektonische Stellung der oberkarhonischen
Schichtenfolee und Dr. h. 6. Guthörl
schildert einen interessanien Vertreter der karbonischen
Arthropoden, die Arthropleura, einen Angehörigen der
Riesenfauna des Karbons, wobei ein Ueberblick über die
zesamte bisher festgestellte Verbreitung dieses Riesenzliederfüßlers
gegeben wird.
Eine im Vorjahre erschiene Doktorarbeit der Uni-‚ersität
Frankfurt behandelt „Die deutsche Verkehrs.
olitik im Hinblick auf die Rückgliederung der Saar“
Verfasser ist der jetzige stellvertretende Gauwirtschaftsjerater
des Gaues Koblenz-Trier der NSDAP., Dr. rer. pol.
_udwig Wolfschlag. Nach einem eingehenden Ueber-»lick
über die soziale und wirtschaftliche Struktur und
lie Verkehrsstellung des Saargebietes, werden die einzelnen
Teilgebiete des Verkehrswesens behandelt, der
Schienenverkehr, der Wasserverkehr, der Straßenverkehr
ind schließlich der Luftverkehr. In jedem Äbschnitt ver-»indet
der Verfasser eine Darstellung des bisherigen Zu.
ztandes und der bisherigen Leistungen mit einer eingehen:
ien Behandlung der Zukunftsaufgaben. Von besonderer
Zedeutung sind einmal Seine Ausführungen über die
Aufgaben und Gestaltung der Eisenbahntarifpolitik, zum
ındern seime eingehende und sorgfältige Äuseinandersetzung
über das Saarpfalz-Rhein-Kanalproekt.
Hier kommt der Verfasser trotz seiner kritischen
3etrachtung der betriebswirtschaftlichen Rentabilität zu
lem Ergebnis, daß’ der Bau des Kanals aus allgemeinvirtschaftlichen
und nationalnolilischen Gründen gelorder
verden muß.
Anläßlich des 250jährigen Bestehens der Dillinger
Jjütte hatte der Vorstand des Unternehmens eine um.
‘assende Sonderdarstellung der Geschichte des Werkes
angekündigt. Diese ist nunmehr von Hermann van
dam, Koblenz, vorgelegt worden (Beiträge zur Ge-;chichte
der Aktiengesellschaft der Dillinger Hüttenwerke
1685—1935, Unter besonderer Berücksichtigung der älteren
Zeit. Saarlautern 1936, 224 Seiten, 4 ÄAnlagen.). Damit
ritt Dillingen in die Reihe der großen Saareisenwerke,
lie in den letzten Jahren neue Darstellungen ihrer Werksyzeschichte
herausgegeben haben (bisher Röchling’sche
Werke, Völklingen, Neunkircher Eisenwerk und Eisenwerk
St. Ingbert). Die neue Darstellung ist umso mehr zu begrüjen,
als die noch von Dr. Tille verfaßte Werksmonographie
ıus der Vorkriegszeit im Textteil nur sehr knapp gehalten
var. Der Verfasser des neuen Werkes, van Ham, ist durch
‚eine früheren Arbeiten zur Geschichte der Saarwirischaft
yereits bekannt. Er hat mit Unterstützung der Dillinger Hütenwerke
reichhaltige archivalische Quellen erschließen kön-1en,
und zwar in Koblenz, Berlin, Paris, Nancy und
3aarlautern. Außerdem stand ihm natürlich das Archiv der
Yütte zur Verfügung. Wie im Titel des Buches bereits
ıusgesprochen wird, ist der Hauptteil des Werkes der
ilteren Zeit gewidmet. Die Zeit nach 1871 wird dagegen
verhältnismäßig kurz, Kriegs- und Nachkriegszeit nur
m Abriß behandelt. Umso reichhaltiger sind die der
ilteren Zeit gewidmeten Kapitel, die wichtige ımnd überıus
interessante AÄufschlüsse zur Geschichte der älteren
Saareisenindustrie und eines ihrer ältesten Werke entı1alten.
Zahlreiche Dokumente sind dem Werk im Äbdrick
>der im Faksimile beigegeben. Quellen- und Literaturverzeichnis
sowie eine Zeittafel erhöhen den wissenschaftichen
Wert. Alte Pläne unmd Ansichien sowie Photographien
von Dillinger Kaminplatten sind in den Text einyeschaltet.
(Hier hätte sich verschiedentlich die Änpassung?
der Bildheigyahe an den Satzenjiecel emnfohlen.. Dr. H
MESSEN
Preise für Messeabzeichen und sonstige Ausweise
zur Leipziger Frühjahrsmesse 1937.
'. Abzeichen für diz gesamte Dauer der Messe
a) nur im Vorverkauf bis mit Sonnabend, 27.
Februar, falls eintauschfähiges Abzeichen
1x Ausweiskarte der Herbstmesse 1936
(mit übereinstimmender Kontrolnummer) in
Zahlung gegeben werden, zum Vaorzugs
3reise vnn
b) allgemeiner Preis bis mit Dienstag, 2. März 5,— RM
c) ab Mittwoch, 3. März, ‚ermäßigt auf .. 4,— RM
Während der Messe kommt ein Eintausch unter keiner
Umständen mehr in Betracht.
Meßabzeichen und dazugehörize Ausweiskarte nach Ge
aratich aufbewahren! Sie werden beim Erwerb eimes Ab
zeichens für die Herbstmesse 1937 mit 2,— RM. im Vor
verkauf in Zahlung gennmmen