geringeren Selbstkosten als Folge außerordentlich günstiger
Gebirgsverhältnisse und niedrigerer Löhne. Die
Saargruben haben sich also auf die allerschärfste Konkurrenz
Lothringens gefaßt zu machen. Fühlbar ist
sie übrigens jetzt schon.
Was das Problem besonders ernst gestaltet, ist der
Umstand, daß gewisse Kräfte in Frankreich am Werke
sind, vom Saarkohlenbecken einen Teil abzutrennen
und zu Lothringen zu schlagen. Es handelt sich um
den‘ Grenzzipfel des Warndt, der auf drei
Seiten an Lothringen grenzt und sich durch besonderen
Reichtum an mächtigen Kohlenflözen, insbesondere
an Fellkohle, auszeichnet. Bereits in den
ersten Nachkriegsjahren ist die lothringische Berg:
werksgesellschaft „Sarre-et-Moselle‘“ von ihren unmiltlelbar
an der Grenze gelegenen Schächten aus unter
der Saargrenze hinweg unterirdisch in den Warndt
eingedrungen und hat dort einen umfassenden Abbau
in Angriff genommen, später hat sie einen eigenen
Schacht zur Ausbeutung des Warndt, den Doppel.
schacht Reumeaux, auf der Grenzlinie selbst nieder:
gebracht und hat sich eine Konzession von 620 ha,
Grube Carlsbrunn genannt, in Warndt verleihen lassen.
Neuerdings ist auch die Firma de Wendel von
ihren Schächten in Kleinrosseln aus auf einem unterirdischen
Vorstoß ins Saargebiet begriffen und erhält
ein neues Konzessionsfeld, Grube Großrosseln
genannil, aus dem Warndl herausgeschnilten. Ohne
auf die rechlliche oder moralische Seile dieses Vorgehens
lothringischer Gesellschaften, das im ganzen
Saargebiet eine tiefgreifende Erregung ausgelöst hat,
eingehen zu wollen, ist festzustellen. daß gegenwärtig
bereits in großem Maßstabe eine unterirdische Verschiebung
von Saarkohle nach Lothringen stattfindet.
Der Erfolg ist der, daß die lothringischen. Gruben
ihre Förderung fortgesetzt steigern, während die Saargruben
Feierschichten einlegen und Massenentlassungen
vornehmen, Nach allem, was vorgeht, besteht kein
Zweifel, daß Frankreich hier einen Dauerzustand herbeiführen,
d. h. den Warndt wirischaftlich mit Lothringen
verknüpfen will, um auf Grund eines künstlich
geschaffenen „Fait accompli“ später auch die politische
Loslösung zu fordern. Es ist bezeichnend, daß
der Generaldirektor der Saargruben, Defline, selbst
die Verpachtung der Kohlenfelder im Warndt als
„Une sorfe de rectificalion de Ifrontiere‘“ bezeichnet
a
&
Versandpapiere für den Warenverkehr
Reichszollgebiet — Saargebiet.
Wie trolz aller Hinweise in den Tageszeitungen
und Fachblättern immer wieder
Tesigestellt werden muß, werden von Firmen,
die Waren aus dem übrigen Deutschland in
das Saargebiel versenden, nicht die richtigen
Versandpapiere beigefügt.
Wir weisen daher nochmals darauf hin:
daß die Handelskammer, um diesem Uebel.
sland abzuhelfen, Merkblätter ausgearbeitet
hal, welche über die Begleitpapiere, die den
Sendungen beizufügen sind, Aufschluß gehen.
Das neueste Merkblatt kann zum Preise von
0,30 Fr. durch die Zollabteilung der Handelskammer
bezogen werden.
Ergebnis der Kurzschriftprüfung.
Wie das Kurzschriftprüfungsamt der Handelskam
ner milteilt, halten sich der Kurzschriftprüfung vor
19. November 49 Teilnehmer unterzogen. Geschrie
ben wurde in den Gruppen 120 Silben (Vorprüfung)
al. Was der Verlust des Warndt bedeuten würde
erhellt daraus, daß der Warndt die Feltkohlenvreservce
des Saargebieles und seiner kokserzengenden
Eisenindustrie ist. Die Zukunft der Saargruben
und der KEKisenhütten wäre damit aufs Spiel
gesielll. Auf der anderen Seite verfügt Loth.
ringen über große, noch unerschlossene Kohlenlager
weiler südwesiwärts in der Gegend von St. Avold-“alkenberg.
Bereit vor dem Kriege angestellte Boh-‘ungen
von Saarwerken, die sich dort Konzessionen
ıatten erteilen lassen, haben Kohlenlager bis zu 21 m
Mächligkeit ergeben. Lediglich der Umstand, daß dort
in höheres Deckgebirge zu überwinden ist, hat die
\ufschließung dieser beispiellos reichen Lagerstätten
ainausgezögerl. Von einer wirtschaftlichen. Nolwendig
keit, daß der Warndt zu Lothringen geschlagen wird.
kann also keine Rede sein. In polilischer Beziehung
ist eine Loslösung dieses rein deutschen Gebiets:
'eils vom Saargebiel ebenso unhaltbar.
Der Rückkehr der Saargruben zu Deulschland
‚lehen also noch ernste Schwierigkeiten im Wege
Alan darf nur hoffen, daß sie im Wege aufrichliger
Versländigung beseitigt werden. Als wichtigste Auf
zube der Zukunft zeichnet sich die Wiedereingliederung
der Saarkohleindie deutsche
Xohlenwirtschaft ab. Es wird besonderer Maßı1ahmen
bedürfen, um der Saarkohle wieder den deut:
‚schen Absatzmarkt zu erschließen, ohne den sie mich!
cben kann. Zur Wiederherstellung ihrer Konkurrenz:
ähigkeit bedarf sie billiger Tarife. Eine Wasserstraße
‚on der Saar zum Oberrhein, wie er in Gestalt des
5nar-Pfalz-Kanals projekliert ist, erscheint als Milte!
xierzu, sofern nicht durch entsprechende Maßnahmen
ler Reichsbahn eine andere Dauerlösung gefunden
wird. Schon jetzt sind Bestrebungen im Gange, der
5aarkohle auch in Form von Ferngas und Elektrizitäl
hren Anteil an der Versorgung des süddeutschen
Marktes zu sichern. Mit der Gründung einer Fernzusgesellschaft
Saar G.m.b.H., die "zunächst das
Kokereigas der Hültenwerke im Saargebiet und im
übrigen Deutschland absetzen will — später dürften
auch die Saargruben als Gaslieferanten hinzulreten —.
ist ein wichtiger Schritt auf diesem Wege getan. Möge
den in deulsche Hand zurückgekehrten Saargruber
dann wieder eine glücklichere Entwicklung beschie
den sein!
1er
Wr
150, 180 und 220 Silben. Insgesamt haben 25 Teil
nehmer die Prüfun g bestanden, und zwar in:
Ahleilung 120 Silben, 17 Teilnehmer, nämlich
Friedrich Hau, Schnappach, Nelly Reichard
Saarbrücken, Helene Müller, Saarbrücken, Elise
Trapp, Bildstock (sämtlich Stolze-Schrev); Agne:
Balter, Saarbrücken, Helene Walte r, Saar
brücken, Friedel Schäfer, Saarbrücken, Irm:
Schneider, Saarbrücken, Friedel Wentizel
Saarbrücken, Erna Walter, Saarbrücken, Rich
Nuber, Saarbrücken, Hilarius Klam, Rohrbach
Hildegard Rudolf, Güchenbach, Hans Heinrich
Müller, Saarbrücken, Fritz Kretzschmar
Saarbrücken, Fritz Schwemmle, Dudweiler
Juliane Fischer, Völklingen (sämtlich Einheits
kurzschrift).
sbleilung 150 Silben, 6 Teilnehmer, nämlich
Lina Schröder, Fürslenhausen (Stolze-Schrey
mil „Gut“; Katharina Forster, Wehrden (Stolze
Schrey)} mit „Gut“; Wilhelm Zander, Saar
brücken (Einheitskurzschrift) mit „Gul“; Fran:
Wollmann, Saarbrücken ‘Einheitskurzschrift)
mit „Gut‘; Greie Wagner, Homburg (Einheits
kurzschrifl? mit „Gut“; Karl von Freital
Homburg (Einheitskurzschrift) mit „Sehr gut“,
bieilung 180 Silben, 1 Teilnehmer, nämlich
Erwin Russow, Saarbrücken /Stolze-Schrev) mi
„aut“