Full text : 33.1928 (0033)

- 86)

schichten allein der Absatznol nicht Herr zu werden
glauble. Es wurden gezählt:

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Gesamtbeleg-



1919 |
1920
1921
1922
1923
1924
1925
1926
1927
Sept.
1998 |] \
Wie ersichtlich, ist gegenwärtig die Zahl der Arbeiter
 unter Tage, über Tage und in den angegliederten
 Betrieben zusammen bereits unter den Stand von
Ende 1919 heruntergeschraubt, d.h. die Arbeilerzahl
ist bereits geringer als bei Vebernahme der Saargruben
 durch Frankreich, Seit 1925 sind 15.000 Mann
entlassen. Um das Zweieinhalbfache vermehrt ist dagegen
 die Zahl der Ingenieure und Angestellten, Statt
1450 im Juhre 1919 werden heule rund 3600 beschäftigt,
 eine Verringerung hat hier nicht Plalz gegriffen.
 Die ungesunde Authlähung des Verwaltungskörpers
 orklärl sich einerseils aus der „NVelterleswirtschaft‘
 gewisser französischer Stellen. die aus
den Saargruben ein einträgliches Versorgungsgeschält
machten, zum Teit aber auch damil, daß die Tranzösische
 Grubenverwaltung, wie oben dargelegt, sich
mil Dingen befaßt, die außerhalb ihres Aufgabenkreises
 liegen, wie politische Propaganda usw.
Der Leistungseffekt im Saarbergbau, der in
den ersien Nachkriegsjahren wie überall schr stark
gesunken war, hal sich dem Vorkriegsstand wieder
genähert. Im Jahre 1913 betrug die Kopfleistung bei
den preußisch-liskalischen Gruben 803 kg, sie wurde
erstmalig im März 1928 mit 8317 kg überschritten,
Der Jahresdurchschnitt 1927 liegt noch unter dem
Ergebnis von 1913, während im Ruhrgebiet bekanntlich
 eine erhebliche Leistungssieigerung zu verzeichnen
 ist, die zum Teil auch auf die Mechanisierung
des Bergbaues zurückzuführen ist. An der Saar wurde
folgende durchschnittliche Tagestleistung des Arbeiters
unler und über Tage erzielt in Kilogramm):
1920: 481, 1921: 515, 1922: 606, 1923: 639,
1924: 708, 1925: 680. 1926: 692. 1927: 740.
erste ncun Monate 1928: 304.
Diese Entwicklung ist gefördert worden durch die vom
französischen Bergfiskus seit der Dauerkrise von 1927
betriebene Politik der Stilllegung unrentabler Gruben
zugunsten verstärkter Ausbeute der ergiebigslien Felder.
 Aus diesem Grunde haben auch umfangreiche
Arbeiterverlegungen stattgefunden.
Die Löhne sind von der französischen Verwallung
bereits wenige Monate nach Uebernahme der Saargruben,
 am 1. Juli 1920, in Franken umgestellt worden.
 Diese Maßnahme hatte nicht wirtschaftliche, sondern
 politische Beweggründe, weil sie als Vorbereitung
diente zur Erhebung des französischen Franken zum
altein geselzlichen Zahlungsmittel im Jahre 1923,
übrigens gegen den ausgesprochenen Willen der Bevölkerung.
 Für die Saarbergarbeiterschaft bedeutete
die Umstellung der Lohnbasis ein Danaergeschenk,
da sie zwar während der Inflation der deulschen Mark
vorübergehend hesser gestell_L wurde, nach deren
Stabilisierung aber am so schlechter dastand

15.177
17219
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1347
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Die Kohlenpreispolitik des französischen
Bergfiskus geht darauf hinaus, dem Saargebiet dank
der Monopolstellung der Gruben hohe Kohlenpreise
aufzuerlegen und damit die Preise für die Ausfuhr
insbesondere nach Frankreich, zu verbilligen. Die Erscheinung,
 daß die kohlegewinnenden Länder ihre
eigenen Erzeugnisse teuerer bezahlen müssen als die

xohleverbrauchenden Nachbarländer, tritt im Saargebiel
 ganz besonders kraß zutage, Selbst nach der Fesli
gung des französischen Franken haben die Kohlenpreisc
im Saargebiel rund 2009 höher gelegen als an der
Ruhr, obwohl die Rulhrkohle qualitativ besser ist. De:
Saarwirtschaft, insbesondere der Eisenindustrie, sinc
lurch die LUeberspannung der Kohlenpreise große
Einbußen entstanden, die zeitweise bis zur völligen
Lahmlegung einzelner Werke geführt haben.
Im Absatz der Saarkohle sind gegenüber
[rüher grundlegende Umwälzungen einge-Ireien.
 Die französische Grubenverwaltung hat das
Abenleuer unternommen, die allen traditionellen Absalzmärkle
 der Saarkohle freiwillig aufzugeben, um
alle verfügbare Saarkohle nach Frankreich zu werfen
Man hat die Brücken hinter sich abgebrochen, ohne
an die Möglichkeit eines Rückzuges zu denken, Dieser
Rückzug mußte jedoch kommen, nachdem Frankreich
‚eine Kohlenproduktion über Vorkriegshöhe gesteiger:
hal und zur Aufnahme der Saarkohle nicht mehr
zenügend Raum bietel. Für den Absatz nach anderer
Ländern inleressierl sich die fIranzösische Gruben
zerwaltung nur insofern, als es die überschüssig
Saarkohle abzuseizen gilt. Bei einer derart schwanken:
len Politik, die den Verbraucher im Augenblick be:
;onderen Bedarfs glatt im Stich läßt, ist es erklär
‘ich, daß der Saarkohle weite Absatzgebiele ver:
'oren gegangen sind, weil man sich dort mehr oder
ninder zwangsläufig auf Kohle aus anderen Revieren
imstellen mußte. In ganz besonderem Maße gilt das
Her Gesagle für den süddeutschen Markl, wo die Saursohle
 ihre frühere beherrschende Stellung nahezu
zanz eingebüßt hat. In den ersten Nachkriegsjahren
ıal das Reich von der Saar verschwindend wenige
sohle bekommen, nämlich 69000 L 1920 und
250.000 L 1921. Infolge der damals einsetzenden Kohenabsatzkrise
 stieg der Absalz nach dem übrigen
Jeulschland im Jahre 1922 auf 1182000 1, fiel im
Auhrkampfjähr 1923 auf 372000 t, um 1924 wieder
ıuf 106.000 L zu steigen, d.h. auf ein Viertel der
Menge von 1913 ‘4278000 t). Im Jahre 1925 ging
ler Absatz auf 938 000 L herunter, und das Jahr 192€
orachte infolge Drosselung der Saarkohlenausfuhr aut
»in Drillel der sonsligen Liefermengen zurzeit des
>nglischen Bergarbeiterstreiks einen Rückgang bis au’
778000 t. Besonders bemerkenswert ist, daß selbs
zu Zeilen der leizten Absalzkrise die für die Saar
sohleneinfuhr ins Reich aufgestelllen Konlingente vor
100 000 t monatlich für das besetzte und von 30 000 ı
'ür das unpeselzte Gebiet nicht annähernd voll aus:
zenulzt wurden,
Welche Einbußen die Saarkohle aut
len deulschen Absatzmärktiten zu verzeichnen
 hat, erhellt besonders eindringlich aus
einer Gegenüberstellung des Eisenbahnversan:-les
 der Saargruben nach den einzelnen
leutschen Verkehrsbezirken im Jahre 1913
und im Jahre 1927. Die Ziffern der Kisenbahnverxchrsslatistiken
 der Saarbahnen, denen mangels der
Veröffentlichung amllicher Absatzstatisliken der Grujenverwaltung
 besondere Bedeulung zukommt, enl-;prechen
 dem tatsächlichen Gesamtversand der Gruben
n dieser Absalzrichtung um so eher, als ein Wasser
;ersand nach dem übrigen Deulschland bei dem
7ehlen einer Wasserstraße dorihin nicht in Frage
:ommt,
Eisenbahnversand von Saarkohle ,
nach deutschen Verkehrsbezirken*} von 191°
Reg.-Bezirk Merseburg, Erfurtu. Thür. 46412 1550 3.34
Jrovinz Hessen-Nassau, Oberhessen 395 013 8995 2.28
Zheinprovinz links des Rheins usw. 444162 126013 28,37
3Zayerische Pfalz 869425 426738 49.08
Freistaat Hessen (ausschl. Oberh.) 319281 88491 12.05
Freistaat Baden 665356 270302 40.62
Mannheim und Ludwigshafen 125 541 47800 38.07
“reist. Württemberg mit Hohenzollern 671109 157388 23.45
Südbayern 244940 51689 21.10
Nordbayern 228291 76480 33.47
Jebrige Bezirke 1.299 2475 190.57
nsaes. Deutschland (ohne Saargeb.} 4010829 1207871 30.17

*\ Für 1913 einschl. Kohlenversand der Baver. Pfalz.
            
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