zu erobern order sich in schon vorhandenen zum Nachleil
anderer Länder weiter auszudehnen. In Zusammenhang
hiermit werden sich Aufschlüsse über die
Frage ergeben, ob in der Reihe der Bezugs- und
Absalzländer Frankreichs Verschiebungen eingelreten
sind.
Der französische Außenhandel war 1913 mit 1,5
Milliarden Franken passiv, dagegen 1927 mit 2,3 Milliarden
I’ranken aktiv, Ucber seine Gestaltung in den
beiden Vergleichsjahren gibt Aufslellung 1 eine Reihe
werlvoller Aufschlüsse:
Aufstellung 1*.
(997 © 1918
On
<E®
ER
SE
53
>
ir
Prozentuales Verhältnis
zur Ge
samt-Ein- bezw,
Ausfuhr
1927 | 1918
1097 | 1918
4
22 Prozentuales Ver
SB 57 RE x
323 hältnis_ zur Ge-527
samt-Ein- bezw,
5523 Ausfuhr
Sn
| 1927 | 1918
IN 3”
Wert einer
Gewichtstour
in Fr.
1927 | 1913
Prozentuale:
Verhältnis
zu 1913
in MiHionen Goldfranken
in Tonnen
44
19
13
Einfuhr
Lebensmuittel
Industr. Rohstoffe
Fertigerzeugnisse
Summe
2822,7
6 750.7
11764
107408
L8176
E 945,7
! 658,0
5 921.3
55,3) 26.2 21,5
36.5 62.9 58.7
290) 10.9 | 19,8
27.6 100.0 731€
6591 795| 5511 932' 4196| 13.3
41 623 474137 160 73 12.0) 84.4
1143 678| 1547 7191 —26.1| 2,3
A358 047 14 922038E 11.6 7010
12.4
‘4.1
35
6
2105
797
5 058
1 07i
380
1338
1071
100
588,5
1L4099,2
372.1
“462.3
Ausfuhr
Lebensmittel
Industr. Rohstoffe
Fertigerzeugnisse
Summe
Summe der Eın- und! Y | 1
Ausfuhr | 219820 | 153014 43.7)
2431 9.7 | 12,9
82.7) 80.3 | 27.1
-62,8) 60.0 60.0
1632 100.0 1 100.0
1431 748| 1459464) — 1.90 3.7
31 182 822/18 301 222| 4-70.41 82.1
5.986 8386| 2818 8271 „185.00 “9
38 050 596 22 0745147 79 4 Hy
6,5
3761
H3R
081
1A
603
102
1.785
23192
238,2
+427.1
246.1
= 043.7
; (87 409 903/66 294 899] 131.9
in Spalle 1 und 2 sind die Ausfuhrwerle für die
Vergleichsjahre, in Goldfranken gerechnet, nebeneinindergesleiltl,
während Spalte 3 das Verhältnis zu
1913 angibt, Bei der Einfuhr fällt die erhebliche Sleigerung
der Lebensmitteleinfuhr (55,390) auf, die aller-'Jings
zum Teil auf die schlechte Ernte des Jahres
1925 zurückzuführen ist. Während sonst Ein- und
Ausfuhr nur Plas-Zeichen aufweisen, 1indet sich bei
Jder Einfuhr von Forligerzeugnissen das einzige
Minus-Zeichen. Dabei ist zu beachten, daß das Jahr
1927 das Jahr der Zolllarifnovelle und der damit ir
Verbindung stehenden Handelsvertragsverhandlungen
war, deren Wirkung sich erst im Laufe der nächsleı
Jahre bemerkbar machen kann. Daß diese Verhand
lungen keinen sehr weilgehenden Abbau der durch
lie Tarilnovelle erhöhlen Sätze gebracht haben, is
bekannt. Die Steigerung der industriellen Produklions
krafl wird im Zusammenhang mit der wachsender
Versorgung des Binnenmarktes mit einheimischen Er
zeugnissen besonders deutlich in der höchst bemer
kenswerten Erhöhung der Fertigwarenausfuhır
um nicht weniger als 62,8%. Hat sich doch di«
elektrotechnische Produktion gegenüber 1913 fast ver
doppelt, während der französische Anteil an der Well
produktion in Teerfarben von 1% im Jahre 1913 aut
bereits 9% in 1924 gestiegen ist, Gewichtsmäßig ist
die Ausfuhr der Fertigerzeugnisse sogar um 135% gewachsen.
Die Industrie mußte also den getätiglen
Export mit sehr schlechten Preisen erkaufen, wofür
Spalte 13 den Beweis liefert. Während nämlich die
innere französische Preissteigerung gegenüber 1913
im Durchschnitt 517,20 betrug, hat sich pro Tonne
exportierter Ferligwaren nur eine Preissteigerung von
weniger als der Hälfte, nämlich von nur 240,6 %, erzielen
lassen. ein für die französische Wirtschall
offenhar wenig günstiges Ergebnis, das allerdings durch
die sehr erhebliche, aber nicht erfaßbare unsichtbarc
Ausfuhr der von einem stetig wachsenden
Fremdenstrom in Frankreich getätigten Einkäufe nicht
unwesentlich verbessert wird, Gemäß Aufstellung 3
sind an der Fertigwarenausfuhr von den hierin aufgeführten
Warengruppen besonders beleiligt: Werkzeuge
und Waren aus Metallen, Garne und Maschinen.
Noch stärker gestiegen ist die Ausfuhr industrieller
Rohslioffe mit 82,7% und einem um 427,1 %
erhöhten Tonnenpreis. der der allgemeinen Preissleigerung
wesentlich näherkommfi. als dies bei Ferligerzeug
nissen festzustellen war. Der Löwenanteil entfäll'
hier, wie aus Aufstellung 3 ersichtlich. auf die Erzeug
nisse der Schwerindustrie, deren Export ge
zenüber 1913 sich um 372,700 erweitern konnle
An zweiter Stelle steht die Kohle mil 103,700, Ein
vielleicht überraschendes Ergebnis liefern die Spallen
4 und 5 sowie 9 und 10. in denen der prozentuale
Anteil der einzelnen Warengruppen an der Gesamteinbzw.
-ausfuhr in den Vergleichsjahren dargestellt wird.
öZs zeigl sich hier eine bemerkenswerte Sletigkeit, die
uch durch die gekennzeichnete Exportsteigerung nicht
wesenllich beeinflußt werden kann. Demgegenüber
zeigl die deutsche Außenhandelsslalislik für 1927 aul
rund der Werlangahen folgendes Bild:
Lebende Tiere, Lebens- und Genußmittel
KL 32,1 4.2
Rohstofle und Halbfabrikate . 50,5 22,0
Fertigerzeugnisse 17,4 73,8
100,0 100,0
Unler der Vorausselzung, daß die in den einzelnen
Gruppen zusammengefaßten Waren auf Grund des
Brüsseler Verzeichnisses die gleichen Waren enthallen,
zeigt ein Vergleich deutlich, daß Frankreich infolge
ler größeren Ausgeglichenheit der Anteile der verschiedenen
Warengruppen in wesentlich glücklicherer
‚age ist. Ein solch krasses Mißverhälinis, wie es
z. B. die deutsche Ausfuhr zeigl mit der absoluten
Präpanderanz der Ferligwaren und der daraus fol
gernden Abhängigkeit von den Absatzmöglichkeiten
lieser Gruppe, bleibt Frankreich vorläufig wenigstens
noch erspart, Bemerkenswert ist gerade in diesem
Zusammenhang der viel zu hohe Prozentsatz der
leutschen Fertigwareneinfuhr und schließlich der über
aus hohe Anieil der Lebensmitteleinfuhr.
Aus den Aufstellungen 2 und 3 sind die wichligsten
Ein- und Ausfuhrgüter mit den absoluten Ziffern für
1913, 1926 und 1927 und dem Gewinn bzw. Verlust
des Anleils dieser Waren an der Gesamtein- bzw. -ausfuhr
gegenüber 1913 ersichtlich. Dabei sind Jedoch
nur solche Waren aufgeführt, bei denen die Ein- bzw.
Ausfuhr mindeslens 1%, der Gesamtein- bzw, -ausfuhr
Jes betreffenden Jahres erreicht hat, nämlich:
1913 80 Mill. Fr. bei der Einfuhr
70 Mil. Fr. bei der Ausfuhr
1926 600 Mill. Fr. bei der Ein- und Ausfuhr
1927 500 Mill. Fr. bei der Ein- und Ausfuhr
Prozentanteil an der
Einfuhr bezw. Ausfuhr
*, Die in dieser und den folgenden Aufstellungen
enthaltenen Ziffern sind größlenteils dem Aufsatz
„Le Commerce Exterieur‘ von Maurice Olivier in
Nr. 3 der „Revue d’Economie Pokilique‘ von 1928
Aninommen