Die nachstehenden Ausführungen sollen ‚einen kurzen
Ueberblick über die Bewegung in den Hauptberufsgruppen
geben und die Vermittelungstätigkeit näher erläutern.
Männliche Abteilung.
Landwirtschaft: Im Gegensatz zu dem Vorjahre
waren Angebot und Nachfrage in der Landwirtschaft zurückgegangen,
jedoch konnte der geforderte Bedarf aus
einheimischen Kräften nur zum Teil gedeckt werden.
Von 328 gemeldeten offenen Stellen konnten nur 253
besetzt werden. Arbeitsucher waren 335 gemeldet.
Schwerindustrie: In der Schwerindustrie ist die
Arbeiterschaft wieder beständiger geworden. Während die
Vermittelungstätigkeit sich auf der Höhe des Vorjahres
hielt, ist die Zahl der Arbeitsucher zurückgegangen.
Einer Nachfrage von 1195 Personen stand ein Angebot
von 909 Arbeitskräften gegenüber,
Metallverarbeitung: Im Metallverarbeitungsgewerbe
hat sich die Gesamtlage etwas gebessert, Die Zalıl
der Arbeitsucher ist wieder zurückgegangeh., Begünstigt
wurde die Lage durch die zeitweise befriedigende Beschäftigung
einzelner Nebenberufe und den merklichen
Rückgang der auswärtigen Arbeitskräfte. Von 2738 Arbeitsuchern;
konnten 681 Personen untergebracht werden.
Sattlerund Polsterer: Im Sattler- und Polsterergewerbe
war die Lage nur zeitweise befriedigend. Von
38 Arbeitsuchern konnten nur 50 untergebracht werden.
Holzverarbeitung: Die Beschäftigungsmöglichkeiten
im Holzgewerbe waren wie im Vorjahre außerordentlich
ungünstig. Von 499 Arbeitsuchern konnten nur
174 Personen eine Stelle vermittelt werden, Von den
offen gemeldeten Stellen war eine Anzahl Aushilfsstellen.
Nahrungsmittelgewerbe: Im Nahrungs- und
Genußmittelgewerbe machte sich eine starke Rückwärtsbewegung
bemerkbar. Die Nachfrage nach Bäckern war
weit geringer als in den Vorjahren. Aeltere Gesellen
konnten lediglich nur in Aushilfsstellen untergebracht werden.
Einer Nachfrage von 409 Bäckern stand ein Angebot
von 180 Bäckern gegenüber. Für Metzger bestand nur
vereinzelt Nachfrage,
Bekleidungsgewerbe: Die Beschäftigungslage
für Schneider hatte sich gegenüber dem Vorjahre merklich
verschlechert, Stärkere Nachfrage bestand nur vor
den Feiertagen. Auch in der Saisonzeit waren die Beschäftigungsverhältnisse
gegen die früheren Jahre sehr
ruhig,
Auch für Schuhmacher bestand zeitweise ein sehr großes
Ueberangebot an Arbeitskräften. Die Mehrzahl der besetzten
Stellen waren Aushilfsstellen.
Das Bekleidungsgewerbe dürfte wohl von den handwerksmäßigen
Betrieben durch die schlechte Wirtschaftslage
am schwersten getroffen worden sein.
Baugewerbe: Die Bautätigkeit war im Berichtsjahr
nicht durchweg befriedigend. Während in früheren
Jahren der Bedarf aus einheimischen Kräften nicht gedeckt
werden konnte, war es im Berichtsjahre nicht möglich,
alle Arbeitskräfte unterzubringen. Die Nachfrage nach
Anstreichern war etwas größer als im Vorjahre, die
erhöhte Nachfrage beschränkte sich jedoch auf die Saisonzeit.
Ein sehr großer Teil der gemeldeten offenen Stellen
waren Aushilfsstellen.
Bei den Maurern und Gipsern überstieg die Zahl der
Arbeitsucher die des Vorjahres, was andererseits durch
eine leichte Erhöhung der Vermittelungstätigkeit ausgeglichen
wurde. Eine leichte Besserung ist im Zimmererbedarf
unverkennbar, der Rückgang der Stellmacher erklärt
sich jedoch durch eine stärkere Arbeitsaufnahme in
Lothringen.
Ungelernte: Für Ungelernte, das sind besonders
Bauhilfsarbeiter, Tagelöhner, war die Gesamtlage fast
die gleiche des Vorjahres. Es war auch möglich, eine
Anzahl einheimischer Arbeiter bei Straßen und Kanalisationsarbeiten
außerhalb des Stadtbezirkes unterzubringen,
wodurch die Vermittelungstätigkeit günstig beeinflußt und
der einheimische Arbeitsmarkt dieser Gruppe entlastet
wurde.
Handelsgewerbe: Die ungünstige Gesamtwirtschaftslage
wirkte sich naturgemäß stark in den kaufmännischen
und technischen Berufen aus. Die Vermittelungen
erstreckten sich lediglich auf Voll- und Spezialkräfte,
während weniger ausgebildete Kräfte im freien
Nettbewerb keine Berücksichtigung finden
%
„U
in der kaufmännischen Abteilung hat auch das abge.
aufene Berichtsjahr eine Besserung der Lage nicht ge->racht.
Die Zahl der Stellensucher ist gegenüber dem Vorahr
um rund 8 09 gestiegen. Zu größeren Entlassungen
sam es bei einer einheimischen Maschinenfabrik. Geordert
wurden allgemein nur jüngere Angestellte und
5pezialkräfte. Um in der Hauptsache jüngeren Kräften
he Erlangung einer Stelle zu erleichtern, ist aus Mitteln
ler Erwerbslosenfürsorge die Ausbildung von Stellenlosen
n Kurzschrift und Handelskursen in Aussicht genommen.
in zahlreichen Fällen war eine Unterbringung nur in
ınderen Berufen und durch Umschulung möglich,
Ein besonders schwieriges Feld der Arbeitsvermittelung
ıildet, besonders bei der heutigen schlechten Arbeitsnarktlage,
die Unterbringung der Erwerbsbeschränkten
ınd älteren Leute. Die durch das Gesetz über den Ein-;tellungszwang
der Schwerkriegsbeschädigten vorbehalte-1en
Stellen reichen bei weitem nicht aus. Besonders
‘ühlbar macht sich die durch den schlechten Geschäftsgang
‘‚erursachte Personaleinschränkung bei den hiesigen Hanielstirmen,
während auf der anderen Seite Bau- und
Straßenbaufirmen bei aller Beschäftigung wenig oder keine
Möglichkeit zur Einstellung von Erwerbsbeschränkten
1aben,
In der Unterbringung von Erwerbsbeschränkten, entlas-;jenen
Strafgefangenen arbeitet der Arbeitsnachweis mit
len amtlichen und privaten Fürsorgestellen Hand in Hand
Weibliche Abteilung.
Wie im Vorjahre überwiegt auch jetzt wieder die Zahl
Jer Arbeitsucher die der offenen Stellen, Insgesamt wurlen
2630 Arbeitsucher notiert; die Zahl der gemeldeten
offenen Stellen betrug 2198; 1451 Vermittelungen konnten
zetätigt werden,
Häusliche Dienste: Die Haupttätigkeit der Abeilung.
liegt in der Vermittelung der Hausangestellten,
Ss bestand während des ganzen Jahres große Nachfrage
1ach guten ausgebildeten Hausangestellten; der Bedarf
<onnte aber nicht immer gedeckt werden, da unter den
Stellensuchenden viele waren, die nur stundenweise Be
schäftigung suchten.
Landwirtschaft: Das Angebot von Arbeitskräften
ür den landwirtschaftlichen Beruf hat sich gegenüber
lem Vorjahre erhöht. Es konnten 42 weibliche Kräfte
n landwirtschaftlichen Betrieben — Gärtnereien — unterszebracht
werden.
Kaufmännische Berufe: Auch in diesem Jahr
var die Lage für die kaufmännischen Angestellten recht
ıngünstig, besonders für die Verkäuferinnen, Fast in allen
3Zranchen wurden Entlassungen vorgenommen, Nachfrage
estand nur vereinzelt nach branchekundigen Spezial-<räften,
doch konnte ein Teil dieser Stellen mangels
zeeigneter Kräfte nicht besetzt werden. Die Nachfrage
1ach Büroangestellten erstreckte sich fast durchweg auf
üngeres Personal. Bei der Einstellung wurde die Be-1errschung
der Kurzschrift und Schreibmaschine regelnäßig
zur Bedingung gemacht.
Schneiderinnenberuf: Größere Nachfrage nach
Schneiderinnen bestand nur vor den Feiertagen. Es waren
m ‚Berichtsjahr 62 Schneiderinnen gemeldet, von denen
18 in Stellen untergebracht wurden.
Gastwirtsgewerbe: Im Gastwirtsgewerbe bestand
'eilweise ein Ueberschuß an Servierpersonal; dagegen
sonnten gute Küchenmädchen und Zimmermädchen fast
mmer untergebracht werden.
Fabrikarbeit: Die Lage für ungelernte Arbeite
rinnen ist gegenüber dem Vorjahre unverändert.
(Fortsetzung folgt.)
Beste Legehühner zu billigem
Preis. Zahlreiche Empfehlungen.
Preisliste gratis. Versand nach
überall hin. Gute Ankunft garant.
maison M. marchal, Volailfes in Delle
!Territ. de BELFORT*
—P—