Full text : 33.1928 (0033)

Recht und Steuer.
Gewährung von Steuererleichterungen für Kriegsund
 Zivilbeschädigle.
Wir verweisen hiermit besonders auf die im Amtsblatt
der Regierungskommission Nr. 41 vom 15. Oktober 1928
erschienene Verfügung der Verwaltung der Finanzen vom
10. Oktober, durch die den Kriegs- und Zivilbeschädigten
durch Erhöhung des Sozialabzuges und des Pauschalbetrages
 für Werbungskosten und Versicherungsleistungen
um den Prozentsatz der festgestellten Erwerbsbeschränkung
 fühlbare Steuererleichterungen zu Teil werden.

Mitteilungen der Produktenbörse

 zu Saarbrücken.
Notierungen der Saarbrücker Produktenbörse. *)
Offizielle Preise der Produktenbörse zu Saarbrücken
per 100 kg waggonfrei Saarbrücken für den Großhandel

16, Okt. | 23. Okt.
Fı

Mühlenfabrikate:
Tendenz: stetig.
Weizenmehl, Basis fleur
Weizenmehl, Super.
Weizenmehl, innerfr. . .
Roggenmehl 0 ;
Roggenmehl 01 ;
Weizenkleie, fein
Weizenkleie, grob
Roggenkleie . .
Weizenfuttermehl
Roggenfuttermehl

239
231
209
194
93
97
97
120.
122

239
231
209
194
93
97
97
118
122

m.Sack

Getreide:
Tendenz: stetig.
Weizen, einheimischer
Weizen, französischer .
Roggen, einheimischer
Roggen, französischer
Roggen, deutscher . .
Braugerste, elsässische
Futtergerste . .
Hafer, neuer. . ;
Auslandshafer .. ...
Auslandsweizen en
Platamais . * © x © G
Pfälzer Roggen
Rauhfutter, Kartoffeln usw.
Tendenz : Rauhfutter stetig,
Kartoffeln abgeschwächt,
Zwiebeln fest.

150 |
59
130
ag I

149
156
128
136

o. Sack

147
132—135
32—134
167- 174
146

147 0. Sack
180 —135 m...
132-134 7

4

Wiesenheu, lose . .
Wiesenheu, gepreßt
Luzerneheu, lose
Luzerneheu, gepr.,
Getreidepreßstroh
Kartoffeln, weiße .
Kartoffeln, rote. .
Kartoffeln, Industrie
Zwiebeln

65
ß8
72
7
nm
17
3
2
‚40

65
68
7a

a

40
45
48
0
150

*) Die angegebenen Tendenzen
auf die letzte Börsennotierung

beziehen sich immer

7

2 E

Börsenberichte.
Saarbrücken, den 9. Oktober 1928,
Die zwar etwas uneinheitliche, aber im Grunde genomnen
 feste Tendenz der großen Weizenbörsen hat eine
ıbermalige Erhöhung des Weizenmehlpreises zur Folge
yehabt, so daß Weizenmehl heute 239 Fr. für fleur und
231 Fr. für superieur franko Bäckerei kostet. Gleich fest
st die Lage für Roggenmehl, man notierte hier 207 Fr.
für Vorschuß und 192 Fr. für 0/1. Soweit niedrigere
Offerten am Markte sind, handelt es sich in der Regel
ım innerfranzösische Mehle, bei denen die Qualität einen
zewissen Preisunterschied rechtfertigt. Das Mehlgeschätt,
das durch die zweimalige Erhöhung sich stark ‘belebt hatte,
st nunmehr etwas: ruhiger geworden.
Einheimisches und französisches Getreide
wird zurzeit nur sehr spärlich angeboten, da die
_andwirtschaft einesteils in Erwartung besserer Preise
nit dem Verkauf zurückhaltend ist, dann aber auch in
zielen Gegenden infolge der Herbstbestellung der Aus-Irusch
 zurückgestellt ist. Die Preise für Weizen und
doggen sind behauptet und gegen die Vorbörse um durch-;chnittlich
 2 Fr. erhöht.
Futtergetreide, besonders Gerste, geht gut ab, Kraft.
uttermittel haben weniger gutes Geschäft. Deutsche Oelkuchen
 erfreuen sich in letzter Zeit besonders guter Nachirage.

Die Nachfrage für Kartoffeln ist twas ruhiger
zeworden, jedoch kann von einem durchaus stetigen Geschäft
 gesprochen werden. Ware aus dem Hochwald und
3irkenfeld erscheint neuerdings ebenfalls auf dem Markt.
Der Export nach Elsaß-Lothringen hat nachgelassen, da
holländische Ware sich dorthin billiger stellt und auch
die eigene Ernte jetzt auf dem Markt erscheint. Das
Sxportgeschäft ist deshalb in den letzten Tagen schwierig
zeworden, da reichlich-Beanstandungen von in Kehl bahnstehender
 Ware ausgesprochen worden sind.
Ammoniak und Thomasmehl fest bei fast fehlendem
Angebot seitens der Werke, die hauptsächlich das Exportzeschäft
 pflegen. Kali von Elsaß-Lothringen ist derart
zefragt, daß die Werke durchschnittlich eine Lieferfrist
von 4 bis 6 Wochen bedingen.

Saarbrücken, den 23. Oktober 1928.
Die nachgiebigere Haltung, die die amerikanischen
Weizenmärkte in den letzten Tagen zur Schau tragen
ınd die ihre Ursache wohl in dem ständig wachsenden
Zustrom von Getreide haben, haben auch auf die eurojäische
 Preisbildung einen verstimmenden Einfluß insofern
ıusgeübt, als die Getreidepreise sowohl in Deutschland
wie auch in Frankreich eine Ermäßigung erfahren mußten.
Es scheint daher, daß die vorhergehende, von Amerika
iuusgegangene Wertsteigerung reale Grundlagen kaum ge-1abt
 hat, wie wir dies in unserem Bericht vom 5. Oktober
auch bereits angezweifelt hatten. Trotzdem die Landwirtschaft
 durch die Herbstbestellungsarbeiten mit An-»etungen
 im Rückstand bleibt, haben die Getreidepreise
ım letzten Dienstag durchschnittlich um 2—3 Fr., soweit
;ranzösischer Weizen und Roggen in Frage kommt, nachzegeben,
 während Saargetreide nur um 1 Fr. ermäßigt
war. Deutscher Roggen war etwas billiger angeboten als
iranzösischer. Im allgemeinen waren jedoch die Mühlen
mit dem Einkauf zurückhaltend. Unter diesen Umständen
war das Mehlgetreideangebot genügend.
Das Futtermittelgeschäft ist nach wie vor befriedigend.
Deutsche Verkäufer konnten Kleie in verhältnismäßig
großen Mengen hier unterbringen.
Das Mehlgeschäft ist, was neue Abschlüsse betrifit,
zurzeit als ruhig zu bezeichnen, während indessen die
Abrufe auf getätigte Schlüsse flott vonstatten gehen. Die
Mehlpreise sind unverändert, da die Mehlpreiserhöhung
bislang mit der Getreidepreiserhöhung nicht Schritt gehalten
 hat.
Das Herbstkartoffeklgeschäft ist in der Hauptsache beendet.
 Dadurch ist die Ware um 2 Fr. billiger geworden.
Ss zeigt sich auch jetzt, daß die Ernte doch im Durchschnitt
 reichlicher ausgefallen ist, als ursprünglich anzenommen
 wurde. Das Elsaß hat seine Käufe in der
Hauptsache ebenfalls eingestellt; man glaubt sogar, daß
von dort her eine Menge Woltmafin noch abgegeben
werden kann, die allerdings vorerst im Preis noch nicht
entiert.
            
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