Ermäßigung der Paßvisierungsgehühr im Reiseverkehr
zwischen Deutschland und Frankreich,
Die seit längerer Zeit zwischen Deutschland und Frankreich
geführten Verhandlungen hinsichtlich des Verkehrs
zwischen beiden Ländern haben in diesen Tagen zu einem
Erfolg geführt. Die Sichtvermerksgebühr von Frankreich
nach Deutschland für einen Aufenthalt von 15 Tagen
ist von 5 auf 1 RM,, der Dauersichtvermerk, der bisher
10 RM. für ein Jahr betrug, auf 8 RM. mit einer Gültigkeitsdauer
von zwei Jahren ermäßigt worden,
Paßerleichterungen in Ungarn,
Aus Anlaß des zurückgehenden Fremdenverkehrs in
Ungarn haben das Finanzministerium und das Ministerium
des Aeußern im Paß- und Visumverkehr für Ausländer
wesentliche Erleichterungen beschlossen. Vom 1. November
1928 an erhalten Ausländer, die durch Ungarn reisen,
ihr Visum im Eisenbahnzug, gegen Entrichtung einer
Gebühr von 1 Pengö. Für die Einreise nach Ungarn
kann das Visum, für das im übrigen eine Gebührenermäßigung
in Aussicht genommen ist, nachträglich verschafft
werden.
PUTZWOLLE
sofortige Bedienung
vom Saarbrücker Lager
KURT ULk.
Saarbrücken 1
Nußberastraße 4 — Telephon 2690
Ü
Konkursverfahren im Saargebiet.
1. Erfolgte Konkurseröffnung.
Vermögen der Kaufmannseheleute Jakob Blatt und The,
rese geb. Würtz, St. Ingbert. Eröffnungstermin: 13
Oktober 1928, mittags 12.15 Uhr. Konkursverwalter
Rechtsanwalt Bergmann, St. Ingbert.
U. Abgewiesene Konkurseröffnung,
Saar-Konstruktion Aktiengesellschaft (Societe Franco-Sarroise
d’Entreprise), Saarbrücken. Durch Beschluß vom
13, Oktober 1928 wurde der Antrag des Vorstandes
der Saar-Konstruktion A.-G., Saarbrücken, des Kaufnannes
August Riette in Straßburg-Schiltigheim, auf
Sröffnung des Konkursverfahrens über das Vermögen
der genannten Firma kostenfälligy abgewiesen, da eine
den Kosten des Verfahrens entsprechende Konkursmasse
nicht vorhanden ist.
Devisennolierungen in Berlin and Paris
vom 17. bis 24, Oktober 1928,
Berlin,
Börse
Pariser Börse
&
Frankr,
100) Fr.
Deutsch- Londo ya
land 5 Ol New-York! Holland ‘ Schweiz
1 R.-M 11 Pfad, Stern) 1 Dollar 100 FI, 100 Fr.
Belgien
100
Belgas
10.116,40
10.116,39
10.16.39
10.1 —-10.
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10.16.89
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24, 1016.30
6.09% ıl 124,20 25.61
6.097 124.207 2 25.61
6.10 | 124.197 2 25,60% ı
1026.50 492,50
1026.50, 492,75
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306, -
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6.1004 12420 25.61
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6.091 2 124.18 195.601 3 |
1026,50° 402,75
1026.50 493.—
1026.50 492.75
856.25
830.
336.--Mitteilungen
des Wirtschaftichen Vereins
Die Lage am Saareisenmarkt.
Saarbrücken, den 24. Oktober 1928.
Die Aufnahmefähigkeit des Saarmarktes hat sich
neuerdings erheblich verschlechtert. Bei der Geringfügigkeit
der Umsätze fällt daher eine als Folge der Exportpreise
zu verzeichnende leichte Preissteigerung kaum ins
Gewicht. Der französische Markt ist nach wie
vor sehr fest, Leider sind die Saarwerke nicht in der
Lage, hieraus entsprechenden Nutzen zu ziehen, da der
bekannte Frachtnachteil die Nachfrage nach saarländischem
Material auf Spezialpro’i'e und Qualitätsmaterial beschränkt.
Bleche sind im allgemeinen unverändert. CGrobbleche
liegen immer noch sehr schwach, während bei Feinbliechen
aus dem Saargebiet und Frankreich neuerdings die Nach-Trage
etwas lebhafter geworden ist. Dies dürfte darauf
zurückzuführen sein, daß der Verbrauch, der geraume
Zeit stark zurückgehalten hat, seine Aufträge nun nicht
länger verzögern kann.
Demgegenüber hält auf dem deutschen Inlandsmarkt
die ‚bisherige Flauheit weiter an. Händler und
Verbraucher beobachten eine abwartende Haltung, nicht
zuletzt wegen der Unsicherheit über den Ausgang des
augenblicklichen Lohnkampfes im Ruhrgebiet, Einer eventuellen
Preiserhöhung wird von den Erzeugern mit Rücksicht
auf die unvermeidliche Folge einer weiteren Absatzverschlechterung
mit sehr gemischten Gefühlen entgegenyeschen.
Für die Beurteilung des deutschen Geschäftes
ist ferner von Bedeutung, daß der Durchschnittserfös
— In- und Auslandslieferungen durcheinander gerechnet —
trotz verschiedener Preiserhöhungen auf dem Exportmarkt
gegenüber dem Vorjahre gesunken ist. Dieses Ergebnis
ändet seine Erklärung in der Tatsache. daß der Auslandsıbsatz
sowohl an Erzeugnissen der Schwerindustrie wie
auch der weiterverarbeitenden Industrie, der bekanntlich
1ach dem Avi-Abkommen die Differenz zwischen Inlandsund
Auslandspreis vergütet wird, eine erhebliche Steige
ung erfahren hat.
Auch an Gußröhren hat der Bedarf infolge der vorzeschrittenen
Jahreszeit weiter nachgelassen, so daß die
‚agervorräte sich in besorgniserregender Weise vermehren.
7ür die geringe Nachfrage dürften die Schwierigkeiten
der Geldbeschaffung hei den Kommunen eine Rolle spielen
Das gleiche gilt für Abflußröhren und Radiatoren,
Auf dem Blechmarkt ist die Lage ähnlich wie für Frankcvich
und Saargebiet anyegeben: Für Grobbleche sehr
zeringe Nachfrage, Feinbleche etwas besser gefragt. Trot7-lem
hat sich auch hier eine Aufbesserung der nach
vie vor sehr unbefriedigenden Preise nicht erzielen lassen.
Der Exportmarkt ist teilweise schwächer geworden,
zeigt aber immer noch eine gewisse Widerstandsfähigkeit.
Die Nachfrage bleibt stark. Die zu verzeichnenden Preis-‚ückgänge
dürften weniger auf verringerte Nachfrage als
vielmehr auf den Versuch, die Lage zu stabilisieren,
zurückzuführen sein, Bei Gußröhren ist die Nachfrage aus
lem Ausland befriedigend, allerdings bei weiter gesunkenen
Preisen, die in immer steigendem Maße verustbringend
sind. Bei Abflußröhren und Radiatoren hat
zich der Auslandsabsatz erheblich verschlechtert. Die
Dreise sind Infolge der starken Auslandskonkurrenz sehr
zedrückt. Auch bei Blechen hat sich der Auftragseingang
aus dem Ausland nicht wesentlich heben können.
Die Rohstoffbelieferung war im allgemeinen
ınverändert, Lediglich auf dem Schrottmarkt ist bei
'ühlbarer Materialknappheit eine weitere Befestigung der
Dreise zu verzeichner