Full text : 33.1928 (0033)

Frankreich hat also im Jahre 1927 2,1 Millionen
Tonnen Saarkohle mehr als vor dem Kriege erhalten.
Diese Menge entspricht genau dem Ausfall, den wir
auf dem süddeutschen Absatzmarkt festgestellt haben.
Die im Jahre 1926 erreichte Einfuhrziffer von 5,4
Millionen Tonnen muß als Ausnahmeersecheinung infolge
 des englischen Bergarbeiterstreikes bezeichnet
werden. Unsere damalige Voraussage, daß die Saarkohle
 nach Wiedererscheinen der englischen Kohle
sich keinesfalls in diesem Umfange behaupten könne,
hal sich voll erfüllt; tatsächlich zeigt die Stalistik
einen Rückgang der Saarkohle in Frankreich
 von 1926 auf 1927 um fast eine Million
Tonnen. Besonders groß ist der Rückgang auf dem
Ostbahn-Neiz mit 300000 t, aber auch auf dem
P.L.M.-Bahn-Netz mit 200000 t. In Elsaß-Lothringen,
wo 1913 1,26 Millionen Tonnen und 1927 1,09 Millionen
 Tonnen abgesetzt wurden, ist die Saarkohle durch
die lothringische Kohle zurückgedrängt.
Ihren Saarkohlenbezug seit 1913 vergrößert haben
Belgien und Luxemburg. Belgien erhielt 1913
72000 t und 1927 einschl. der belgischen Häfen;
2153000 t, während allerdings 1925 269000 t erreicht
wurden, Luxemburg verzeichnet für 1927 100 000
Tonnen gegenüber 72000 t in 1913. Sehr einschneidend
 ist dagegen der große Rückgang der Saarkohle
in der Schweiz, wo neben der veränderten Absalzund
 Preispolitik der Saargrubenverwaltung die Mobilmachung
 der „weißen Kohle“ das ihre dazu beigeiragen
 hat, der Saarkohle manchen traditionellen Abnehmer,
 wie z. B. die Gotthard-Bahn, zu entreißen.

Verkehrsbezirke

Il. Uebrige Länder:
Memelgebiet .
Freistaat Danzig * OO 9 WO
Westpolen (alle ehemaligen deutschen Gebiete)
Nordschleswig (zu Dänemark gehörend) . . ... .
Rußland (ohne Ostpolen, aber mit den selbständigen
Staaten Finnland, Litauen, Ukraine usw.) . .
Ostpolen ohne Galizien. . . .
Galizıen usw. (polnischer Teil)
Rumänien .* @ #
Ungarn USW. em © m #8 4% m © 2
Jugoslawien, Bulgarien, Türkei, Griechenland
Tschechoslowakei 2
Deutsch-Oesterreich x
Schweiz .
Italien ;

45
46
47
48
50

51 1
52
3
53
53a)
54
55
56
57

58a
RQh

Ostbahn Frankreich « 9 & ® 4 E € ® R 8
Nordbahn (ausschließlich der Häfen Boulogne, Calais
 und Dünkirchen s. 58d) . 0.0.20... 2
Midibahn (ausschließlich des Hafens Bordeaux s. 58 d)
Aäfen Bordeaux, Boulogne, Calais und Dünkirchen
Etat-Bahn (ohne die Häfen zu 58% . . .. . .-Häfen
 Deppe, LeHavre, Nantes, St. Nazaire, La Rochelle
 und Rouen .
A
P.L.M.-Bahn (ohne die Häfen Cette und Marseille) .
Häfen Cette und Marseille 4
Gürtelbahn E 4 48
Elsaß-Lothringen (s. 29/3,

58c
5811
d8e
BRQf

*
58h
58i
58k
381

Frankreich insgesamt:
59 | Luxemburg ei u m © RR 0. m km nm &
60a[ Belgien (ohne Häfen Antwerpen, Gand, Nieuwport,
Ostende, Ternenzen und Zeebrügge) . .. . . -
60b| Häfen Antwerpen, Gand, Nieuwport, Ostende, Ternenzen
 und Zeebrügge
Holland . Er @
England en
Schweden und Norwegen WR
Dänemark (ohne Nordschleswig s. 48)

61
62
63
64 |

Summe II:

YVasserwer Frankreich und Elsaß-Lothringen:

lit 489000 t 1927 gegenüber 741000 t 1913 hal
lie Saarkohle ein Drittel ihres Schweizer Absatznarkles
 verloren, In Oesterreich behauplet sie
‚ich heute wieder auf dem Vorkriegssliand mit 24 000 1.
Der öslerreichische Absatzmarkt gibt ein lechrreiches
3ild von der verlahrenen Absalzpolitik des franzö-;ischen
 Bergliskus. In den ersten Nachkriegsjahren
yjetrieb man in Oesterreich eine lebhafte Verkaufsropaganda,
 richtete besondere Verkaufsbüros für
Saarkohle ein und konnle den Erfolg verzeichnen, daß
nm Jahre 1925 135000 1 in Oesterreich abgesetzt
xyurden, Im Jahre 1926 ließ man infolge der durch
len englischen Bergarbeiterstreik in Frankreich her-‚orgerulenen
 Ausnahmekonjunklur alle übrigen Ab-‚alzmärkte,
 wie Deutschland, Schweiz, Italien und
Deslerreich, rücksichtsios liegen und kontingenlierte
lie Ausfuhr so scharf, daß Oesterreich für 1926
nur einen Kohlenempfang von insgesamt 1458 t verzeichnet,
 also fast nur den hundertsten Teil des
Empfanges von 1925! Die Folgen zeigen sich prompt
m Jahre 1927, wo die Grubenverwaltung trotz stän-‘iger
 Absatzkrise nicht mehr als 24000 1 in Oesterzeich
 hat absetzen können, weil offensichtlich die im
Stich gelassene Verbraucherschaft sich anderweilig
“Deckung des Bedarfs gesichert hal. Als Gewinn ist
schließlich die Verdoppelung des Saarkohlenabsatzes
nach Italien zu verbuchen, das 1913 228000 A,
1925 466000 t und 1927 437000 1 erhalten hat,
Nachstehend die Einzelergebnisse der Eisenbahnverkehrsslatistik:


2

Dreußisches
Saargebiet

Bayerische
Pfalz

‚926

1927

Zusammen

9

1 545
22 720
691 254
227 535

1 630
49 767
60

1 545
24 350
741 021
92927 595

2260
135 402
582 159
359 524
1 219 120

1458 |
418214
465 581
1 208 406

4U
24112
488 808
436 854
888 054

268 547
40578.
1685.
167614
3685
168157
1080 276
660
265 664
_583 309
1049205
93 069°
269 238
151

313 468
52 408
1410
259 551
11140
326 123
1 094 2414
39 565
310871
1 157820
1 767 501
117 084
232 506 '
28201

266 029
23 458
2.270
204 528
8 660
206 926
868 117
„27 949
362 799
1093 263
3.952 053
100 268
213 751

| 409 265

26 183414

4145 399 |

1.177.199
1586 464
71574

_83 95911 261 158
120 093: 1706 557
190 71764

72049

72049 |

1 970

2 678 141

ui1 740 2 844 881 [950 162 [ 005 164 n 217 461
696474 | 6423191 6304431 576 050
            
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