Full text : 33.1928 (0033)

3q°

Zweckverband Weiher-Zentrale, Ein Teil des Kreises ist
Konzessionsgebiet der S.L.E.; eine Gruppe von mehreren
Gemeinden hat sich zu einer selbständigen Interessengemeinschaft
 zusammengeschlossen und bezieht den Strom
durch gemeinsame Leitungen von der Grube Frankenholz
und regelt ihre Stromversorgung völlig selbständig. Ottweiler
 bezieht von dem Zweckverband den Strom als
Großkonsument. Tholey versorgt ein Privatunternehmen.
50 ließe sich die Liste der Zerrissenheit noch weiter
ausdehnen.
Die Grenzen all dieser verschiedenen Verteilungsunternehmungen
 sind gewissermaßen Barrieren, die sich dem
zesunden und wirtschaftlichen Ausbau des Verteilungsnetzes
 allenthalben hindernd in den Weg stellen. Die
in der Regel zu beiden Seiten dieser Grenzen parallel
laufenden Leitungen können in den weitaus meisten Fällen
durch eine einzige ersetzt werden. Das gleiche trifft zu
für viele in der Nähe der Grenzen liegende Schaltungsund
 Verteilungsstationen. Manche in den Grenzgebieten
zelegene Orte und Konsumenten könnten weit vorteilhafter
von dem benachbarten Netz als von eigenen versorgt
werden. Durch ‘kurze Verbindungsleitungen über die
ÜÖrenze hinaus hätten in manchen Fällen kilometerlange
Leitungen erspart werden können. Mit verhältnismäßig
geringen Kosten lassen sich ganze Leitungsgruppen zu
2inem geschlossenen Ring verbinden, Auf diese Weise
wird nicht nur eine erhebliche Steigerung der Leistungsähigkeit
 des betreffenden Netzabschnittes erzielt, sondern
gleichzeitig auch die Möglichkeit geschaffen, alle am
Ring gelegenen Konsumenten von zwei Seiten zu versorgen
 und so die Sicherstellung der Belieferung in
ganz bedeutendem Maße erhöht. Je zahlreicher die Grenzen
 im Versorgungsgebiet sind, desto größer ist die Zahl
der in Randbezirken liegenden Verbraucher, die in der
Regel nur an Ausläufer angeschlossen und daher in bezug
auf eine einwandfreie und gesicherte Belieferung b.2sonders
 schlecht gestellt sind. Alle an solche Ausläufer angeschlossenen
 Äbnehmer sind ständig der Gefahr empfindlicher
 Stromunterbrechnungen ausgesetzt, weil ihnen im
Call einer Störung nicht von anderer Seite geholfen werden
kann. Dazu kommt noch, daß die kleinen Unternehmungen
 infolge ihrer beschränkten finanziellen Mittel
in der Regel nicht in der Lage sind, notwendig werdende
Erweiterungen gleich in großzügiger Weise und auf weite
Sicht auszubauen. Bei einer nur irgendwie nennenswerten
Steigerung des Konsums treten deshalb starke Spannungsschwankungen
 besonders in den Ausläufern auf, die nicht
nur die Versorgung des Konsumenten beeinträchtigen,
sondern auch dem Werk selbst empfindliche Energieverluste
 bringen. Die Folgen der starken Unterteilung
jdes doch als wirtschaftliche Einheit anzusehenden Saarzebietes
 in viele kleine Versorgungsbezirke sind also unzweckmäßige
 Leitungswege und damit unnötige Leitungslängen.
 Diese aber verursachen nicht nur unnötige Kapitalinvestierung,
 sondern auch‘ große Unterhaltungskosten und
erhebliche Energieverluste. Das jetzt vorhandene Leitungsnetz
 zeichnet sich durch vollständige Systemlosigkeit aus.
Erst wenn die vielen Grenzen der einzelnen Versorgungszebiete
 fallen, wird der Weg für einen rationellen Ausbau
irei, der damit verbundene Gewinn einer wesentlich ernöhten
 Sicherheit in der Belieferung ist von noch größerer
Bedeutung als die Kapital- und Betriebskostenersparnis.
Die jetzigen ungünstigen Verhältnisse lassen sich durch
Zwischenschaltung einiger kleiner Leitungslängen schon
ganz wesentlich verbessern. Die sich aus der Zusammen.
jassung der Verteilungsnetze ergebenden finanziellen Vorteile
 werden recht beachtlich sein und bei der Mehrzahl
der kleinen Verteilungsunternehmungen je nach Art der
vorliegenden Verhältnisse 10—20 Pfg. pro kWSt. und
mehr betragen. In den ersten Jahren nach der Zusammenlegung
 werden die notwendigen Netz- und Betriebsverbesserungen
 freilich einen großen Teil dieser Ersparnisse
absorbieren, doch wird es recht bald möglich sein, auch
die Stromverbraucher auf dem Weg einer recht fühlbaren
 Tarifverbesserung an diesem Gewinn teilnehmen zu
lassen, 5
Um die Verteilung auf eine wirtschaftliche, betriebssichere
 und damit gesunde Basis zu stellen, ist anzustreben,
daß das ganze Saargebiet durch eine Hauntringleitung
iberspannt wird. .
“Glücklicherweise ist die Situation so, daß sich dieses
mit. verhältnismäßig geringen Mitteln. erreichen läßt. Ich
3mpfehle zu diesem Zweck, die‘ vorhandenen und im Bau
begriffenen  20-. 25- und 30 000-Volt-Leitungen zu einem

rollen Ring auszubauen. Die neu zu verlegenden Leitungstrecken
 haben eine Gesamtlänge von rund 55 km. Dalurch
 erreicht man, daß alle großen Bezirks-, Schalt- und
Transformatorenstationen von mindestens zwei Seiten, teilveise
 sogar von drei Seiten gespeist werden. Die ganze
tingleitung kann zunächst mit der Normalspannung von
0000 Volt betrieben werden. Das genügt, um selbst
inter der Voraussetzung einer beträchtlichen Steigerung
ier Stromabgabe den Bedarf des Saargebietes in nächster
Zukunft voll zu decken. Später wird es jedoch aller
/oraussicht nach notwendig werden, die Betriebsspannung
ler Ringleitung auf 35000 Volt zu erhöhen. Es müssen
leshalb die vorgeschlagenen neuen Leitungsstrecken sofort
ür die Spannung von 35000 Volt eingerichtet werden.
:ventuell notwendig werdende Erweiterungen und Erneueungen
 sind ebenfalls für diese Spannung auszuführen. Da
lie bereits bestehenden 20000- und 25 000-Volt-Strecken
ıum größten Teil so eingerichtet sind, daß sich die Umtellung
 auf 35000 Volt ohne erheblichen Kostenaufwand
'rreichen läßt, so wird die spätere Umstellung des Gesamtinges
 auf 35000 Volt keine besonderen Schwierigkeiten
jereiten,
Die bestehenden Mittelspannungsleitungen werden teils
nit 6000, teils mit 10000 Volt betrieben. Es ist anzu-;treben,
 nach und nach die Spannung gleichmäßig auf
0000 Volt heraufzusetzen.

Weiter können die Speiseleitungen der Zentralen durch
olgende kurze Querverbindungen mit der Ringleitung zujaammengeschlossen
 werden: Ensdorf mit Saarlouis, Du-1amelschacht
 mit Saarlouis, Wiesbach mit Eppelborn, Bexach
 mit Grube Frankenholz.

Die mit dem Zusammenschluß der Verteilungsnetze veryundene
 Zusammenfassung der einzelnen Verwaltungen
»etet Gelegenheit, eine zentrale Betriebsleitung aufzuyauen,
 die allen Anforderungen voll gewachsen ist.
Die Beherrschung der hochentwickelten Elektrizitätsvirtschaft
 verlangt umfassende theoretische Kenntnisse
ınd gute praktische Erfahrungen in allen Zweigen des
jelseitigen Gebiets. Elektrizitätswerke können ihre Auf-:aben
 nur voll erfüllen, wenn unter zielbewußter, sach-:undiger
 Führung für alle Verwaltungs- und Betriebsweige
 tüchtige Spezialisten zur Verfügung stehen. Bei
<leineren Unternehmungen fallen den vorhandenen Bemten
 Aufgaben so mannigfaltiger Art zu, daß es ihnen
:anz unmöglich ist, sich allen an sie herantretenden
\nforderungen mit der wünschenswerten Sorgfalt zu widnen,
 Das führt dazu, daß wichtige Aufgaben teils ganz
ernachlässigt, teils nur sehr mangelhaft erledigt werden.
irst bei größeren Betrieben ist die Möglichkeit gegeben,
len ganzen Verwaltungskörper so zu gestalten, daß eine
virtschaftlich und technisch einwandfreie Betriebsführung
;ewährleistet ist. Mit einem vielseitig geschulten Stab
'on Beamten, Angestellten und Arbeitern ist das Werk
‚ann auch imstande, auf diesem so wichtigen Zweig der
nergiewirtschaft, insbesondere allen Gewerbetreibenden,
in Führer und Ratgeber in allen einschlägigen Fragen
:u sein, und das ist notwendig, wenn Gewerbe und Inlustrie
 für den Anschluß gewonnen werden sollen.
Von dem Anschluß großgewerblicher Betriebe in geıügend
 großer Anzahl ist die Wirtschaftlichkeit des
Werkes in erster Linie abhängig. Während die Klein-‚erbraucher
 den FElektrizitätswerken in der Hauptsache
ı1ur in der Lichtzeit Strom entnehmen, verteilt sich der
<raftbedarf der Großabnehmer mehr oder weniger gleichnäßig
 über den ganzen Tag. Die Bedeutung dieses Beastungsausgleichs
 kommt am klarsten darin zum Aus-Iruck,
 daß Großkonsumenten für die Kilowatt-Stunde teilveise
 nur Bruchteile des Kleinverbraucherpreises zahlen,
)as Großkonsumentenproblem bildet überhaupt den Kernyunkt
 der ganzen Betriebsführung. Mit der Größe des
/ersorgungsgebietes wächst naturgemäß die Anzahl der
jroßverbraucher und mit ihr gleichzeitig die Verschiedenırtigkeit
 der Industrie- und Gewerbezweige. Infolge der
‚oneinander abweichenden Arbeitsmethoden der einzelnen
Zetriebe werden auch ihre Ansprüche an das Elektrizitätsverk
 sich zeitlich verschieben, wodurch sie weiter sehr
zünstig im Sinne des Belastungsaugleichs wirken.
Zu dem Anschluß von Großverbrauchern sind aber drei
3edingungen erforderlich: 1. eine Verwaltung, die allen
\nforderungen gewachsen ist; 2.*hinreichende Gewähr für
ine gesicherte‘ und einwandfreie Belieferung; 3. angenessene
 Strompreise
            
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