Full text : 33.1928 (0033)

besonderen Dank zum Ausdruck zu bringen. Dabei
darf ich besonders die ständige bereitwillige Mitarbeit
 der Arbeitnehmerschaft hervorheben.
Nicht zuletzt fühle ich mich verpflichtel, der Geschäftsführung
 der Kammer für ihre mühevolle und hoffentlich
 von einem guten Gesamterfolg gekrönie Arbeit
den Dank namens der ganzen Saarwirtschaft auszusprechen.

Meine Herren, dem Gebot der Stunde folgend, mußte
ich bei der Zollfrage etwas eingehender verweilen
und darf mich nunmehr darauf beschränken, einen
summarischen Ueberblick über die sonsligen Aufgaben.
die der Vertrelung des saarländischen Wirtschaftsjebens
 obliegen, zu geben. Wenn nicht alle Zeichen
trügen, ist die endgüllige Stabilisierung des
Iranzösischen Franken in absehbarer Zeit zu erwarlen,
Sie wird notwendig von einer Gesundungskrise
begleitel scin, durch die wir trotz aller drohenden
Schwierigkeiten hindurch müssen, um endlich sicheren
Boden zu erreichen. Unsere Sorge geht dahin, die
Schwierigkeiten dieser Krise für alles, was wirklich
gesund zu erhalten ist. dadurch zu mildern, daß wir
für langfristige Wirtschaftskredite sorgen. Mit Hinblick
 auf den Umstand, daß wir zollpolitisch mit der
im Gesundungsprozeß befindlichen deutschen Wirtschaft
 verbunden sind. hoffen wir alsdann der kommenden
 Schwierigkeiten Herr werden zu können.
Auch schon im abgelaufenen Jahr hat der Anschluß
an die deutsche Wirtschaft und damit an die dortige
Besserungstendenz eine Belchung unserer wirtschaftlichen
 Betätigung gebracht. Unter dem Einfluß unserer
Selbstkosten war dies aber in einem hesonders
starken Umfang eine Mengen- und keine Preiskonjunktur.
 Wir haben demgegenüber die Hände nicht
in den Schoß gelegt, sondern an der Senkung der
Selbstkosten unsererseits durch weitgehende technische
Verbesserung der Betriebe lalkräftig und mit Erfolg
gearbeitet. Leider haben wir gleiche Erfolge bei dem
Kohlenpreis, diesem für unsere auf der Kohle
aufgebauten Industrie so überaus wichtigen Selbstkostenfaktor.
 nicht erzielen können. Heule vor einem
Jahr habe ich schon an dieser Stelle auf die Notwendigkeit,
 den Saarkohlenpreis zu senken, mit Nachdruck
 hingewiesen. Die: Senkung, die im Laufe des
Jahres eingetreten ist, ist nicht ausreichend. Der
Saarkohlenpreis, der heute immer noch rund 200%
über dem Ruhrkohlenpreis, ab Zeche gerechnet, liegt.
ist eine ernsthafte Bedrohung unserer Wettbewerbsund
 Entwicklungsfähigkeit. Eine Senkung dieses Preises
ist bei den günsligen finanziellen Ergebnissen der
Saargruben durchaus möglich. Dabei wird das Absatzproblem
 der Saarkohle nicht verkannt. Auch
dieses mit der Preisfrage eng verbundene Problem,
vorn größter Wichligkeit für die gesamte Saarwirtschaft.

nuß baldigst seiner Lösung entgegengeführt werden.
wobei alle Mittel und Wege erschöpft und vor allem
auch großzügige Möglichkeiten ins Auge gefaßt werden
Nüssen,
Mil der kommenden Stabilisierung werden uns eine
‚ülle besonderer Umstellungsaufgaben er
vachsen, wobei ich nur an das Problem der Aufvertung,
 das für die gesamte Wirtschaft von
ıöchster Bedeutung isl, ferner an das unabweisbar
zewordene Problem der Aufstellung von Goldbilan
zen erinnere.
Auf dem Gebiet der Verkehrspolitik haben
vir im: vergangenen Jahr den großen Fortschritt der
Irzielung direkter Tarife im Verkehr mit der Reichs:
jahn zu begrüßen. Wir müssen auf dem Wege, unsere
:chlechte verkehrspolitische Lage zu verbessern, weiler
'ortschreiten, wobei auch die Betreibung des Planes
ınserer Wasserverbindung mit dem Oberrhein, dessen
echnische Prüfung in Bälde beendet sein und, wie wir
jestimmt hoffen, ein günsliges Ergebnis haben wird
alkräflig weiter gefördert werden soll.
Dem Steuerwesen werden wir im kommenden
ahr ganz besondere Beachtung schenken müssen. Wir
joffen, daß die Grundlage für eine Revision des
saarländischen Steuerrechtes, die unbedingt notwendig
st. dadurch geschaffen wird, daß die Beitragsleistungen
ler Iranzösischen Saargruben zu dem staatlichen komnunalen
 Iaushalt des Saargebietes neu. und zwar
wesentlich höher festgesetzt werden. Unsere Kammer
st zur Zeit mit den Vorarbeiten beschäftigt, um nach
ingehender Beratung mil allen Kreisen der Wirtschaft
 der Regierung Vorschläge für eine eingehende
gevision des Steuerrechtes zu übermitteln,
‚Meine Herren, ich glaube feststellen zu dürfen. daß
vir für die vielen und schweren Aufgaben, die uns
jür die Zukunft bevorstehen und die ich Ihnen nur
’n kurzem Auszug schildern konnte, in unserer Kamner.
 dem Selbstverwaltungskörper von Industrie und
Jandel des Saargebietes, eine wirksame und schlag
sräftige Verirelung unserer Interessen zur Verfügung
ı1aben. Sie ist der Fülle der Aufgaben. die die Lagc
les Saargebietes mit sich bringt. entsprechend ge
vachsen, nicht nur an Umfang, sondern -- das dürfen
vir sagen -—- auch an Bedeutung und ist damit in
ler Entwicklung des Handelskammerwesens, des Orzanismus
 der wirtschaftlichen Selbstverwaltung, einen
zroßen Schritt weiter geeilt. In der Veberzeugung
laß unsere Arbeit in der Kammer uns für das komnende
 Jahr wirksam helfen wird, alle Schwierigkeiten
zu überwinden, darf ich die besten Wünsche für das
ı1eue Jahr unserer gemeinschaftlichen Tätigkeit und
zugleich für die gesamte Saarwirtschaft zum Ausdruc}
ringen,

GEBR. HOFER A.-G.
VOLKLINGEN, WILHELMSTR. 2%
TEL.: AMT VOLKL. 13, SAARBR. 118%

DRUCKSACHEN - HERSTELLUNG
FÜR INDUSTRIE, HANDEL UND GEWERBE
            
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