Full text : 33.1928 (0033)

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m zweiten Vierteljahr 1928 ist die Einfuhr von
Rindvieh gegenüber den erslen drei Monaten dieses
Jahres um fast die Hälfte zurückgegangen, Die „Lebensmiltltel-
 und Getränke‘“-Einfuhr ist in
weilerem Sinken begriffen, Im Vergleich zu Staüstiken
 über weiter zurückliegende Zeilabschnitte verschwinden
 in dieser Gruppe immer mehr die Erzeugaisse,
 für die Trüher eine saarländische Einfuhr nachgewiesen
 wurde, Es wäre wohl falsch, hierin eine
Mindereinfuhr der saarländischen Lebens- und Genußmittelindustrien
 zu erblicken, als vielmehr die Lrgebnisse
 einer richligeren Zergliederung
der Zollstalistik, Wir halten öfters Gelegenheit,
auf gewisse Fehlerquellen in der deutschen Statislik
hinzuweisen, Gerade in der Gruppe „Lebensmillel und
Gelränke‘ waren früher Erzeugnisse enthalten, von
lenen man annehmen mußte, daß sie Iranzösischen
/rsprungs waren und nur über das Saargebiel nach
Deutschland eingeführt wurden, Die Angaben der
leizten Statistiken dürften den tatsächlichen Verhältnissen
 daher mehr entsprechen als die früheren. Zu
klären wäre in diesem Zusammenhange auch die Frage
ler Kinfuhr von Thomasmehl. Erzen. Schrott und
Textilmaschinen in das deutsche Zollgebiet, Letztere
werden z. B. im Saargebiet überhaupt nicht hergestellt.
Auf die Schwierigkeilen, mit denen die saarländische
Mühlenindustrie zu kämpfen hal. deutet der
Rückgang hin, der sich in der Einfuhr von Mühlen-Tahbrikaten
 zeigt. Sie fiel im Vergleich zu demselben
Zeitraum des Vorjahres von 531 1 auf 142 1. Eine
konkurrenz auf dem deutschen Binnenmarkt ist also
rolz der Ermäßigung des Zwischenzolles. der im
Zusalzabkommen vom 31. März 1927 auf 7,50 RM
(estgoselzt worden war und durch das neae Saarzollabkommen
 vom 23. Februar 1928 auf 6 RM
armäßigl worden ist. kaum möglich. Bei „Roh-;toffen
 und halbfertigen Waren“ ist der
Absatz im deulschen Zoöllgebiet bei geringer Mengensteigerung
 und Wertverminderung fast so gehlichen wie
m vorigen Jahr. Während Kleie und Fultermittel
Ihren Absatz auf das Vierfache, Bau- und Nulzholz
 auf das Doppeltc und Zement auf
las Zehnfache gesieigerl haben, isl. wie
schon an anderer Stelle erwähnt, bei Steinkohlenteer,
und -ölen sowie Eisenhalbzeug ein wesenllicher Rückzang
 wahrzunehmen. Kingangs ist bereits hervorge-Joben
 worden, daß für den Rückgang der Einfuhr
Aus dem Saargebiet in das Reichszollgebiet in erste
Linie die Absatzminderung der Haupterzeugnisse deı
Saareisenindustrie veraniwortlich ist. Damit ist für
lie Gruppe „Ferlige Waren‘ das wesentlichste gesagt.
2s muß jedoch erwähnt werden, daß Röhren und
Walzen, Blech und Draht sowie Kessel, Teile und
Zubehör von Maschinen eine nicht unwesenlliche
Kinfuhrsteigerung aufweisen. Vor allem dürften
änige Vergleichszahlen aus der saarländischen Maschinenindustrie
 inieressieren, die zeigen. daß wir es
hier mil einem an Bedeutung zunehmenden Gewerbezweig
 zu Iun haben: Werkzeugmaschinen 39.9 1,
. N. 29.1 t. sonstige Maschinen ‚außer elektrischen)
1208.8 1. 1 NV. 996,3 ft. elektrische Maschinen :einschließlich
 Teile; 1201.2 tl. i. V. 698,6 t. beinahe
verdoppelt!., elektrotechnische Erzeugnisse 59.9 L1V
17.6 1

Bei der Betrachtung des französischen Außenhandels
mn ersten Halbjahr 1928 stelllen wir fest, daß sich
las deulsch-französische Handelsabkommen nach den
'ür die Beteiligung der verschiedenen Länder am
\ußenhandel Frankreichs angegebenen Ziffern nur zum
Vorleil Frankreichs auswirkle, weil seine Ausfuhrziffern
 nach Deutschland höher seien als dessen Einuhr
 nach Frankreich, Der Warenversand aus dem
übrigen Deulschland nach dem Saargebiet ist nach
len vorliegenden Angaben des deulsch-saarländischen,
Warenaustausches durch dieses Abkommen und das
Saarzollabkommen vom 23. Februar 1928 jedoch günslig
 beeinflußt worden, Die deulsche Ausfahr
lach dem Saargebiet ist im Vergleich zum
arsten Halbjahr 1927 um mehr als 13 Millionen
Reichsmark oder etwa 36 Prozent ge-;tiegen.
 An dieser Zunahme haben sämtliche
Warengruppen teil, am meisten „Lebende Tiere“ und
‚Ferligwaren‘“. Die mehr als zehnfache Steigerung
ler Grudne Lebende Tiere“ enttälll! auf die Ausfuhr

on Schweinen. Auf die Gruppen „Lebensmittel und
retränke‘“ und „Rohstoffe und halbfertige Waren“
ıäher einzugehen, erübrigt sich, da wesentliche Aende-‘ungen
 hier nicht stattgefunden haben. Erwähnt sei
ediglich, daß die Ausfuhr von Bau-und Nutz-10lz
 sowie von Steinkohlen aus dem Reichs-‚ollgebiet
 nach dem Saargebiet nachgelassen hal.
die Gruppe „Ferligwaren‘“ weist eine fast durchchende
 Steigerung auf, so daß es einfacher ist, die
venigen Waren aufzuzählen, deren Ausfuhr aus dem
teichszollgebiet eine Senkung erfahren hat: Papier,
‚isenwaren: Röhren und Walzen, Stab- und Formeisen,
slech und Drahl, Texiilmaschinen, Wasserfahrzeuge,
'hren, Von der Gesam{isteigerung der
leuischen Ausfuhrin Höhe von 13 Millioıen
 Reichsmark enifallen auf „Fertige
Varen“ 12 Millionen. Es seien nachstehend nur
Iinige der auffallendsten Steigerung:n angegeben. woei
 wir die Ergebnisse des ersten Halbjahres 1927
n Klammern setzen: Gewebe aus Seile 270000 RM.
20.000. Gewche aus Wolle 730 000 RM. (44007. Gevebe
 aus Baumwolle 883 000 RM. ‚86 000%, Kleidung und
Näsche 716000 RM. ‚293000, sonstige Textilwaren
732000 RM. 80000). Schuhwerk ete, 1164000 RM.
383.000. Möbel 2572000 RM. 1631000). sonslige
hemisch-pharmazenltische Erzeugnisse 821000 RM.
529.000. Ton- und Porzellanwaren außer Ziegeln
157000 RM, 170.000°, Glaswaren 559000 RM.
279. 000°, Zubehörteile von Maschinen 1091000 RM.
731 000 sonstige Eisenwaren 2435000 RM.
1398 000°, Kupferwaren 1028 000 RM. (5393 000% landvirtschaftliche
 Maschinen 153000 RM. 71000, sontige
 Maschinen außer elektrischen 1799000 RM.
1272000). elektrische Maschinen einschließlich Teile
1186000 RM. 1209000), Kraftfahrzeuge und Kraflahrräder
 306 000 RM. :—), Musikinstrumente 278 000
IM. 091 000%, sonstige Erzeugnisse der Feinmechanik
99000 RM. 327 000:
Nachslehende Gesamtziffern geben einen Ueborblick
ber die Weiterentwicklung des deutsch-sauarländischen
Narenverkehrs im zweiten Vierteljahr gegen
iber dem ersten Vierteljahr 1928:
ZSinfuhr: Menge in To. Wert in RM.
1. Vierteljahr 606 098,2 53 774 000
2, Vierteljahr 645 931,3 54 765 000
\usfuhr:
1. Vierteljahr 240 297,6 23 424 000
2. Vierteljahr 293 212,9 25 864 000
Wie aus dieser Aufstellung hervorgeht, haben sich
lie Einfuhr wie auch die Ausfuhr im 2. Vierteljahr
veiler günstig entwickelt. Auf Einzelheiten über die
Zewegung der Ein- und Ausfuhr einiger Waren im
Tsien und zweiten Vierteljahr 1928 haben wir geegentlich
 schon an anderer Stelle hingewiesen. Es sei
leshalb nur erwähnt, daß die Steigerung der Einfuhr
n das Reich auf Rohstoffe und Fertigwaren entfällt,
vährend Tiere und Lebensmittel einen Einfuhrrückjang
 erfahren haben, An der Ausfuhrsteigerung nach
lem Saargebiet sind alle Warengruppen beteiligt, beonders
 — wie bei der Einfuhr — Rohstoffe und
“ertigwaren. Die Entwicklungstendenz des deutsch-‚aarländischen
 Warenaustausches im ersten Halbjahr
928 zeigt sich auch beim Vergleich des ersten und
‚weilen Vierteljahres: Mäßige Steigerung der Einfuhr
n das Reichszollgebiet bel stärkerer Zunahme der
leutschen Ausfuhr. Während sich die Einfuhrsteige-’ung
 vom ersten zum zweiten Vierteljahr nur
ıuf 1 Million Reichsmark = etwa 20% beläuft,
yelrägt die Ausfuhrzunahme 2,4 Millionen Reichsnark
 = eiwa 9%. Diese Entwicklung hat auch dazu
geführt, daß sich allmählich Aenderungen in der
dandelsbilanz des Saargebietes vollziehen. Bei
iner Gesamteinfuhr in das KReichszollgebiet von 109
\lillionen Reichsmark gegenüber 49 Millionen Reichsnark
 Ausfuhr ans dem Reichszollgebiet im ersten
lalbjahr 1928, nähern sich die Ziffern dem Verhältnis
2:1, während im gleichen Zeitraum des Vorjahres
jei einer Einfuhr von 110 MiHionen Reichsmark und
ner Ausfuhr von 36 Millionen Reichsmark sich Einuhr
 zur Ausfuhr wie 3:1 verhiellen. Es ist wohl
ichtig. wenn man die Erfolge der deutschen Ausfuhr
ıls Wirkung der deutsch-französischen Handelsvereinyarungen
 beirachtet, als deren Folge die durchjehende
 Anwendung des Minimaltarifs für deutsche
“rzeugnisse vom 1. April 1928 an eintrat x
            
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