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den Mehlabsatz unterbrochen, besonders am Schlusse des
Geschäftsjahres setzten Klagen über mangelnde Kauflust
2in,
Wenn bei den vorgeschilderten Umständen und Preisen
m Mehihandel und Mühlengewerbe nach den Aussagen
aller Interessenten kaum ein Verdienst übrig bleibt, so
Jürfte dies mit auf die bei rückgängiger Konjunktur beijebte
Unterbietungspolitik zurückzuführen sein.
Trotzdem von allen Interessenten das Uebel längst erkannt
ist und es auch an Versuchen, zu besseren Verhältnissen
zu kommen, nicht gefehlt hat, ist man hierin nicht
viel weiter gekommen, da der Handel seine Freiheit
uneingeschränkt erhalten will, selbst dann, wenn diese
Freiheit jeden ein gehöriges Stück Geld kostet.
Aber trotz all dieser Schwierigkeiten könnte das Berichtsjahr
noch als befriedigend bezeichnet werden, wenn
licht wiederum aus Konkurrenzgründen eine Zielzewährung
eingerissen wäre, die keine Grenzen mehr
kennt und die einmal nicht nur den Handel, sondern auch
die Kunden zum Ruin bringt. Die Zahl der saarländischen
Mühlen hat sich um eine vermehrt,
eine andere hat durch Ausbau des Betriebes
ine stark erweiterte Kapazität. Die Konkurrenz innerfranzösischen
Mehles ist im Berichtsjahr nicht
mehr ganz so stark wie in früheren. Jahren gewesen. Da
auch während drei Viertel der Berichtszeit eine Ausfuhr
der saarländischen Weizenmühlen nach
dem Reich infolge eines erhöhten Zwischenzollsatzes nicht
möglich war, war der Absatz im Saargebiet schärfer
umkämpftals je. Die Exporttätigkeit der Saarmühlen
dürtte wohl wieder in Gang kommen, allerdings nur in
bescheidenem Umfang, da der Zoll von 6,60 RM. keine
Verdienstmöglichkeit 1Jäßt. Lediglich um ihr Erzeugnis
abzusetzen, werden einzelne Mühlen exportieren.
Das Kleie- und Futtermittelgeschäft war
das ganze Jahr über befriedigend. Die Preise sind bis
etwa Mitte November auf 82 Fr. für feine Weizenkleie und
113 Fr. für Weizenfuttermehl zurückgegangen, um dann
nur von wenigen vorübergehenden Abschlägen unterorochen,
bis auf 99 bzw. 115 Fr. anzuziehen. Die Werterhöhung
ist bei Kleie infolge der stärkeren Nachfrage
bedeutender gewesen als bei Futtermehl.
Zeitweilig rentiert auch der Kleie-Export nach dem
Reich, hauptsächlich französische Mühlen haben dorthin
und nach der Schweiz sehr viel geliefert. Im ersten
Vierteljahr 1928 war z. B. auch die Ausfuhr aus dem
Saargebiet nach dem Reich stärker als die Einfuhr, nämlich
530 t Ausfuhr gegen 232 t Einfuhr, Im Saargebiet
selbst ist der Absatz durchschnittlich beiriedigend gewesen,
die hochwertigen Nachprodukte der kleineren
Mühlen fanden willig Käufer, aber leider ist auch hier
der Konkurrenzkampf derartig scharf, daß die Gewinnmöglichkeiten
auf ein Mindestmaß beschränkt sind.
Für den Artikel Kartoffeln stand erfreulicherweise
ein ausführlicher Bericht aus Handelskreisen zur Verfügung.
Die Bedeutung der Kartoffel für die Wirtschaft
des Saargebietes dürften auch hier wieder einige Zahlen
kundtun. Es betrug der Empfang aus dem Reich: 1925
373 610 dz, 1926 217210 dz, 1927 162 240 dz, aus sonstigen
„Ändern: 1925 158180 dz, 1926 291640 dz, Eigenerzeuyung
rund 1340 000 dz.
Die rund 50000 t eingeführte Menge von Kartoffeln
oder etwa 3400 Waggon zu 15 t stammten zu zwei Drittel
aus Frankreich, speziell Elsaß-Lothringen. Der Rest verteilt
sich auf Deutschland und Polen. Besonders Saatgut
kommt in der Hauptsache aus Deutschland,
soweit anerkannte und krebsfeste Sorten in Frage kommen.
Wie die berichtende Firma ausführte und wie auf Grund
der Preisnotierungen einwandfrei nachzulesen ist, ist der
Preis für Frühkartoffeln im Jahre 1927 von 150 Fr.
am 1. Juli auf 120 Fr. am 12. Juli, 80 Fr. am 19. Juli
und 50 Fr. am 2. August heruntergegangen, Bei einem
ainem derartig sprunghaften und jähen Preisabschlag
konnten natürlich namhafte Verluste all der
Firmen, die das Frühkartoffelgeschäft pflegen, und das
ist wohl die Mehrzahl, nicht ausbleiben. Diese Verluste
konnten durch das Herbstgeschäft, das auf der Basis von
13 Fr. bis abwärts zu 38 Fr. bis zum März 1928 verlief,
nicht mehr gut aufgeholt werden. Von da an haben sich
die Kartoffeln langsam erholen können und notierten zuetzt
60 Fr. Diese Periode von Ende Februar bis Ende
Juni war iür den Kartoffelhandel eine verhältnismäßig
zünstige Zeit, wo es möglich war, ein Geringes zu Verdienen
und so die Verluste des Frühkartoffelgeschäftes
wuszugleichen. Im ganzen genommen war jedoch die
„age wenig befriedigend. Zwar waren trotz des regne-1erischen
Sommers 1927 Qualitätsbeanstandungen verhält.
1ismäßig selten, jedoch mußten in außerordentlich vieler
Cällen Abzüge für übermäßig starken Erdbesatz usw
-ugestanden werden,
Eine Klage, die der Kartoffelhandel wiederholt voryebracht
hat und die sich hauptsächlich an die Mitglieder
auch Elsaß-Lothringen richtet, lief darauf hinaus
laß in zu großem Umfange die Händler aus Elsaß-Lothringen,
die hier mit dem Großhandel arbeiteten,
zleichzeitig auch dessen Kundschaft auf dem Land aufsuchten
und auch dieser Kundschaft gleichpreisig Ware
anstellen. Auch wurden leider allzu häufig unverkaufte
zroße Mengen Kartoffeln besonders nach Saarbrücken
5eordert, die dann, trotzdem anderswo feste Stimmung
1errschte, die Preise hier drückten. Durch ein derartiges
Verhalten ist es auch zu erklären, daß in vielen Fällen
‘inanzielle Verluste eintraten, da die Verhältnisse der
»nzelnen kleinen Kunden von der Ferne her doch nicht
30 beachtet werden können, wie das der ansässige Handel
zu tun in der Lage ist.
Die Kreditverluste sollen deshalb auch um etwa 50 vo
‚rößer gewesen sein als in früheren Jahren, auch über
angsame Zahlungsweise wird Klage geführt.
Fast in denselben Händen wie das Kartoffelgeschäft liegt
ler Handel mit Heu und Stroh, Für diese beiden Artike:
waren die Verhältnisse wohl mit am günstigsten, da sie
am wenigsten von Preisschwankungen berührt waren.
50 bewegten sich die Preise für loses Wiesenheu das
zanze Jahr hindurch auf 52 Fr., selten einmal 51 oder
53 Fr., während Luzerne von 68 Fr. einmal auf 72 Fr,
ınzog, um dann zuletzt nach langsamem Abstieg mit
5% Fr. zu schließen. Auch Stroh hat sich von 32 Fr.
’u Beginn des Geschäftsjahres langsam auf 39 Fr. beestigt
und ist bei diesem Preisstand unverändert geblieben.
die beiden Artikel sind wohl heute das Spezialgebiet
:iniger weniger Firmen, die die Großindustrie, Brauereien
ısw. bedienen, währen; sehr viele Firmen, die früher
len Artikel als Exporthandel führten, heute diesen Geschäftszweig
nicht mehr pflegen. Allerdings wurden uns
ıuch hier die gleichen Klagen bezüglich der Umgehung des
3roßhandels durcn die elsaß-lothringischen Ablader vor
retragen.
Nach einem Bericht aus der Düngermittel-.
»>ranche kann für diesen Cjeschäftszweig durchschnittich
von guter Beschäftigung gesprochen werden. Die
üblichen stillen Perioden machten sich im Laufe
des Berichtsjahres weniger als sonst bemerkbar, mit Ausnahme
bei der Herstellung von Ammoniak. Hier hatten
zerade die Saarwerke im Oktober/November
1927 wenig Aufträge vorliegen, was zur Folge
ıatte, daß die Preise im Frühjahr von den Werken stark
ı1erabgesetzt wurden bis zuletzt auf 103 bis 105 Fr. die
:00 kg, während zur gleichen Zeit z. B. deutsche Ware
‚20 bis 125 Fr. ohne Zoll kostete. Durch diese Preisı1erabsetzung
konnte sich die saarländische Landwirtschaft
rünstig eindecken, aber auch französische Düngermittelirmen
und auch das franzö:ische Stickstoffsyndikat kauften
ı1ach Bedarf bei den Saarwerken, so daß diese nunmehr
lie Vorräte ausverkaufen konnten. Der laufende Bedari
wurde jedoch durch die tägliche Produktion gedeckt. Auch
Sxportverkäufe nach außereuropäischen Ländern
vurden reichlich getätigt. Die Kampfstellung der syn-‘hetischen
Stickstoffindustrie gegenüber dem Chilesalpeter
st auch im Saargebiet in gewissem Sinne zum Ausdruck
sekommen, indem nämlich die Einfuhr von Chilesalpeter,
ür den bekanntlich in letzter Zeit außerordentlich Propazanda
gemacht wird, auf 400—500 t angestiegen ist. Alles
ine Folge der herabgesetzten Preise für Chilesalpeter.
Die berichtende Firma glaubt jedoch, daß die deutschen
Zrzeugnisse, insbesondere Kalksalpeter, der in letzter Zeit
‚on der Landwirtschaft sehr begehrt sei, die Konkurren?
mit dem natürlichen Salpeter aufnehmen kann. Auch
<alkstickstoff in geölter Form ist stark gehandelt worden.
esonders hochprozentige Ware aus Deutschland, während
Ware mit niedrigeren Gehaltslagen aus Frankreich odeı
ler Schweiz importiert wurde.
Der sehr wichtige Artikel Thomasmehl, von dem
ias .Saargebiet 140368 t im Jahre 1927 allein nacf
Deutschland exportierte, hatte zu Anfang des Geschäftsjahres,
wie gewöhnlich, keine Geschäftstätigkeit, um etwä
Mitte Juli mit der Herbstsaison wieder belebt zu werden