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und Schulung für eine gewisse Zeit abgebrochen und
auf später verschoben. Durch starres Vorgehen oder
Strenge hier eine Besserung erzwingen zu wollen. hal
wirklich gar keinen Zweck,
Die Erfolge im Vebungsraum sind aber weiterhin
ıbhängig von der Dauer der Vebungen, Da im
Vebungsraum größte Aufmerksamkeit und intensives
Arbeiten verlangt wird, soll die tägliche Uebungszeil
2 Stunden nicht überschreiten. Die VUebungsdauer
arslreckt sich normalerweise auf 10 Tage, zu je 2
Stunden gerechnel. Die Uebung kann dann ausgeselzl
and nötigenfalls wiederholt werden. Jugendliche und
Lehrlinge kommen gewöhnlich zwei bis drei Monate
‚ang wöchentlich 4 Stunden zum VUchen. Einen Monat
wird dann ausgesetzt. Während der Lehrzeit wird
dann die VUebang In bestimmten Zeitabständen wiedernolt,
Falls mit der Fähigkeitsschulung eine Fortigkoeilsschulung
im VUebungsraum verbunden wird, kann die
FJertigkeitsschulung auch auf 8 Stunden täglich auszedehnt
werden, bis die Anlernung durchgeführt ist.
Seit ihrem Bostehen hat die Anstalt für Arbeits-Kunde
hbereits über 1300 Vebungsstunden erteilt,
Hauptsächlich waren es Kranführer und Lehrlinge der
verschiedensten Berufe, die sich einer Ausbildung
unterzogen haben. Auch für die GescHhenprüfungen
wurden Lehrlinge besonders vorbereitet
Meine Ierren! Aus dem ganzen Arbeiltsplan Tür
den Vebungsraum ergibt sich schon von selbst, daß
las Gebiet der Menschenwirtschall nicht nebenher
bearbeitet werden kann und daß nicht alles von acer
Anstalt für Arbeitskunde allein erwarlet worden darf.
Vielmehr muß sich ein jedes größere Werk eine besondere
Stelle einrichten, also einen Uebungsraum. zur
Durchführung der menschenwirtschaftllichen Arbeiten,
ausgestattet mit allen für jedes Werk jeweils erforderlichen
Vebungseinrichtungen. Klein- and Mitltelbetriebe,
die nicht in der Lage sind, sich eie Kinrichtungen
zu beschalfen, müssen sich nach wie vor an
lie Zentralstelle wenden oder an eine besonders zu
Aründende Nebenstelte der Anstalt für Arbeitskunde,
lie mehrere Klein- und Mittelbetriebe eines Bezirks
zusammenfaßt Berufsschule),
Der VUebungsraum wird so zum Brennpunkt für die
Organisation der Arbeil, wo dem Vehenden zunächst
erst einmal der Zweck der Arbeit klargemacht wird,
wo versucht wird, ihn von allen hemmenden EinfMüssen,
die eine erfolgreiche Arbeitsauswirkung
draußen in der Werkslatt verhindern, zu befreien. Bei
der neuen Methodik handelt es sich um eine umfangzeiche
Erzichungsarbeil der gesamlen Belegschaft eines
Werkes, die nicht erfolgreich im lauten Betrichsleben
vorgenommen werden kann. Die Vorgesetzlien haben
acule dazu auch nicht die nötige Ruhe und Zeit, um
sich ihr voll widmen zu können, So empfiehlt es sich
abseits der Werkslätte, in einem besonderen Uebungsraum,
die neue arbeitswissenschaflliche Melhodik zur
Durchführung zu bringen. In diesem VUebungsraum sollen
die Arbeitsbedingungen für alle gleich sein, ähnlich
einem sportlichen Weltspiel, wo der Vebungsleiter
le Funktion eines Schiedsrichters zu übernehmen hat,
Klare Zielsetzung ist hier im Uebungsraum wie auch
bei allen anderen Arbeiten Bedingung und ausschlag:
zgebend für den Erfolg.
Bei großen Werken ist die persönliche Verbindung
zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und ihre
gegenseilige Fühlungnahme aus den verschiedensten
Ursachen heute leider. nicht mehr so möglich. wie es
wünschenswert wäre, Die Werksbesitzer sind dem
öinzelnen Betriebsangehörigen kaum noch bekannt und
Kommen nicht mehr in unmiltelbaren Verkehr mit
‚.hrer Belegschaft. Hier hat der Uchungsraum die Aufzabe,
die Verbindung mit der Belegschaft aufrechtzuerhalten
und bei Streiligkeiten und Schwierigkeiten
vermittelnd einzugreifen. Im Vebungsraum kommen
wir den Berufstäligen menschlich näher, ähnlich wie
N Amerika, das in seinen großen Betrieben soge-1annte
Fabrikrichter besitzt, eine Arl von menschenwirtschaftlichen
Direktoren, die es in Deutschland
aoch nicht gibl. Dissonanzen und Affekte, die nicht
zur Auflösung und Entladung kommen, beeinflussen
sehr ungünstig das Arbeitsergebnis in der Werkstatt.
im Uebungsraum können sie aber in friedlicher Weise
ıufgelöst und beigelegt werden. Hier erst lernt der
Mensch die Grundelemenle der Arbeit beherrschen und
vird zu gewisscnhafter Arbeit befähigt. nachdem er die
Untertätigkeiten richtig eingeübl hat. Alle Erfahrun
zen. die sich auf die Arbeitserledigung im Werk
üchten, laufen hier zusammen und werden als Unteragen
bei der Durcharbeitung menschenwirtschaftliche:
"ragen benutzt. Wollen wir dann weiter auf das letze
Ziel unseres Vorgehens hinaus. auf die harmonisch.
Zusammenarbeit aller, so müssen alle Leistungs
schwachen und alle Neueinzustelienden durch diesen
"ebungsraum hindurch gehen, sei es zur Schulung
‚ur Instrukfionserleilung oder seelischen Behandlung
Nur so wird es möglich sein, mil der Zeit die gesamle
Zelcgschalt zu einer Einheit zu bringen, die Harmoni
Jerungsarbeit zu fördern, Besonders bei Neueinsltel
ungen ist der Uebungsraum die gegebene Stelle, den
veuling für seine Werkstatlarbeit vorzubereiten. wo
lurch eine nicht unwesentiche Entlastung der Vor
jeselzlen im Retrich stallfindet. Für seinen Arbeilslalz
erhält der Neuling hier die Instruktionserteilung
nit der auch die Erklärung der zu heobachtenden Un
allverhütungsvorschriften verbunden werden kann
diese Unterweisung gehört heute noch zu einer Selten:
1eil in den Belrieben, weil den Arbeitnehmern di«
n Frage kommenden Vorschriften meist noch in Buch
orm übergeben werden, womit es sein Bewenden hat
vur die wenigslen Arbeitnehmer dürflen nach den
Ȋsher gemachlen Erfahrungen die sie angehenden
zestimmungen wirklich gelesen haben. Der VUebungsnum
kann hier vieles wieder gul machen, was bisher
ersiumt worden ist, indem er dafür sorgt. daß die
ın sich trockenen Paragraphen nach ihrem Warum
Weshalb und Wozu richtig erklärt, in Fleisch und
3l1ut übersehen und jedem dauernd von Nulzen bleiben
Ein Millel, die Instruktionserleilung wirksam zu
gestalten. sind die Fehlertafeln, die als An
schauungsmiltel beim Unterricht dienen, Diese Fehler:
afeln, die im Vebungsraum zusammengestellt werden.
zeigen die am häufigsten vorkommenden Fehler des
Zelricbes un praktischen Berspielen, Bei der Instruk
ion werden die Ursachen der Fehler und deren Ver
1ütung besprochen, Außerdem dienen sie dazu, klare
srbeitsanweisungen und Merkblätter aufzustellen, dic
ls Lehrmillel gellen können, weil sie die zwock
näßigste Arheitserledigung zeigen.
Dem gleichen Zweek dienen Aufstellungen von Ar
jeitsanalyvsen, Prüf- und Vebungsanordnungen, Hier
1er gehört auch die Beobachlung der Arbeitsmethode:r
m Betriebe selbst und die Begutachtung der Arbeits
niltel In bezug auf die Anpassung an den Menschen
Es hal sich außerdem als vorteilhaft erwiesen
eister und insbesondere Meisteranwärler mehrer
Nochen im VUebungsraum arbeiten zu lassen. um sic
rsiens mit den neuen Einrichtungen und mit dem
1euen Geist der Arbeits- und Vebungsweise bekann
u machen, zweitens aber auch um ihnen unler An
eitung des Vebungsleiters Gelegenheit zu geben, sic}
ür ihre Betriebspraxis vorzubereiten und zu vervoll
ommnen, Insbesondere in Menschenführung und Men
chenbehandlung,
Wichlig isl. aaß der Vebungsraum auch spätcı
lauernd die Leistungen beobachtet und verfolgt. die
lie bereits Ausgebildeten im Laufe der Zeit im Betriet
rreichen.
Die Anstall für Arbeitskunde hal nun den Zweck
üe angeschlossenen Werke — als Zentralstelle — be
ler Einführung und Durchführung der menschenwirt
schaftlichen Arbeiten zu unlerstützen und ihnen mil
zal und "Val zur Seite zı slchen. Bei einer Betriebslichte,
wie wir sie im Sauargebiet vorfinden, ist eine
;olche Zentralstelle nicht mehr zu umgehen. um
'cChnelier vorwärts zu kommen, als wenn jedes Werk
on sich aus die Durchführung allein versuchen würde
nsbesondere wird dadurch Doppelarbeit vermieden
ınd die Einführung von Verfahren, die sich anderwärts
licht bewährt haben, von vornherein ausgeschaltet.
So ist durch die Anstalt für Arbeitskunde mit den ih
ingeschlossenen Werken eine Gemeinschaftsarbeit ent-;tanden,
eine Zusammenarbeit von Wissenschaft und
Praxis, wie wir sie uns besser nicht denken können
ınd wie sie anderswo in dieser Form. in diesem