Full text : 33.1928 (0033)

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60 Jahre Kanalschiffahrt auf der Saar.

Im Mai 1866 wurde der Saarkohlenkanal dem Ver- Luisenthal—Saargemünd und am 15. Mai 1866
kehr übergeben. Vom ersten vollen Betriebsjahre 1867 an ias _MHauptstück Saargemünd-—Gondersingen
p5is zum Jahre 1926, für das die letzte Statistik der Saar- lem Betrieb übergeben werden konnten. : Die
schiffahrt vorliegt, erstreckt sich ein Zeitraum von 60 Ausmaße des Saarkanals waren denjenigen des Rheinjahren,
 dessen Bilanz zu ziehen im Zeichen einer neuen Marne-Kanals angepaßt. Bei einer Sohlenbreite von 10 m
Kanalbewegung im Saargebiet besonders angebracht er- nd einer Oberflächenbreite von 15 m sowie einer Wasserscheint.
 tiefe von 1,60 m gestattete der Kanal den Verkehr von
Die ersten Pläne zur Schaffung einer Kanalverbindung Schiffen bis zu 200 t Tragfähigkeit. Das von Gonderzwischen
 den Kohlengruben des Saarbeckens und den an- ingen bis Luisenthal sich ergebende Gesamtgefälle von
zrenzenden Teilen Frankreichs gehen auf Napoleon I. 35 m wurde durch 33 Schleusen im Einheitsmaß von
zurück, der im Jahre 1806 bereits die ersten Schleusen 34,50 m Länge und 5,20 m Breite überwunden, eine Auszwischen
 Saarbrücken und Saargemünd in Angriff nehmen 1ahme machten nur die größeren Schleusen von Luisenthal
ieß, ein Unternehmen jedoch, das durch die politischen ınd Saarbrücken. Von den geschaffenen Häfen war
Freignisse der Folgezeit unvollendet liegen blieb. Auch der größte und wichtigste der von Malstatt-Bur-;ine
 Aktion der ostfranzösischen Departements im Jahre >ach, wo die zwischen altem Saarbetit und Kanal ent-1841
 und das Anerbieten zweier Gesellschaften in Nancy tehende Halbinsel zum Hauptumschlag- und Lagerplatz
und Mülhausen im Jahre 1844, den Kanalibau durchzu- ler Saarkohle ausgestaltet wurde. Die Gesamtbauführen,
 kamen zu keinem Erfolg. Die Fertigstellung des x<oOosten des Kanals auf der lothringischen und saarlän-Zhein-Marne-Kanals
 von Straßburg nach Viiry-le-Francais lischen Strecke beliefen sich auf 13,8 Millionen Mark, was
(311 km) im Jahre 1853 ließ das Projekt neu aufleben. ei 89 km Länge durchschnittlich 155 100 Mark pro Kilo-Doch
 kam es erst acht Jahre später, nachdem die fran- neter ergibt. Im Jahre 1873 führte Preußen die Verzösischen
 Interessenten eine Summe von 12 Millionen ängerung des Saarkanals 17,7 km saarabwärts
Franken aufgebracht und Napoleon III. selbst sich für den >is Ensdorf durch zwecks Anschluß der dortigen
Bau eingesetzt hatte, zu einem Staatsvertrag vom <ohlengruben. Kohlenverladestätten bestanden
4. April 1861 zwischen Preußen und Frank- ı1unmehr zu Malstatt-Burbach, Luisenthal, Wehrden — wo
reich, in dem es heißt: m Felde der Grube Geislautern der Kanalstollen ange-S.
 M. de at P e Ss. M. ; 1auen wurde —, ferner bei Bous (für die Privatgrube
der den DE DE a lostenbach) und Ensdorf, Schließlich wurde im Jahre
seitigen Untertanen neue Verkehrsmittel zu schaffen, 895 ein Ausbau des Saarkanals vorgenommen
naben beschlossen, eine Schiffahrtsverbindung zwischen Jergestalt, daß durch Erhöhung der Kanaldämme und
dem Rhein-Marne-Kanal und den Saarkohlengruben >tauung des Wassers eine Fahrtiefe von 2 m erreicht
herstellen zu lassen.‘ vurde. CGileichzeitig wurden die Schleusen auf 38,5 m
Nach diesem Vertrag übernahm der iran/ösische Staat ‚usgehaut, Damit war die Vorbedingung zur Finführung
die Herstellung des vom Rhein-Marne-Kanal bei dem es 300-t-Schiffes auf der Saar gegeben, nachdem dieses
Dorfe Gondersingen abzweigenden Kanals bis an die auf den französischen und belgischen Wasserstraßen be-Landesgrenze
 bei Saargemünd in einer Länge von 63 km, its zur Norm geworden war. Saarkohlenkanal und
Diese Strecke, wo ein künstliches Kanalbett gegraben sanalisierte Saar erhielten damit die Form, die sie im
wurde, stellt den eigentlichen Saarkohlenkanal dar. Von VeSentlichen bis heute beibehalten haben. Spätere Bestre-Saargemünd
 saarabwärts wurde das Flußbett der Saar ungen zur Einführung elektrischen Treidelzugs an der
kanalisiert, und zwar zunächst bis Luisenthal. Die 12 km >aar oder zur Verwendung motorischer Schleppkraft sind
lange sogenannte gemeinschaftliche Strecke von Saar- !ber das Versuchsstadium nicht hinausgekommen. Nach
gemünd bis Güdingen, wo die Grenze zwischen den Vie vor behauptet das Pferd seine unbestrittene Stellung
neiden Ländern längs des Flusses verläuft, wurde auf ge- ıls Zugkraft für die Saarkähne und prägt dem Kanalneinsame
 Kosten durch die französische Verwaltung aus- erkehr auf der Saar seinen Charakter auf.
geführt. während die restliche 14 km lange Strecke VUeberblicken wir nunmehr die Leistungen des
von Güdingen über Saarbrücken bis Luisenthal von Saarkanals in den 60 Jahren seines Be-Preußen
 übernommen wurde, stehens. Die Entwicklung wird durch das unten-Die
 Arbeiten wurden im Jahre 1862 aufgenommen und stehende Schaubild und durch die Zahlentafel von 1887
so schnell gefördert, daß am 12. Juni 1895 die Strecke bis 1926 veranschaulicht.
die ENTWICKLUNG DER KANALSCHIFFAHRT AUF DER SAAR SEIT 1867

TCNNEN |
1200 000.
1100 000 |
1000 000,
700 m
300 000
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