Literarisches.
Die deuische Bergwirtschalt der Gegenwarl,
Erstmalig seit 1913 tagte in diesem Jahre wieder ein
deutscher Bergmannstag. Aus diesem Anlaß hat die Geschäftsführung
der Fachgruppe Bergbau des Reichsverbandes
der Deutschen Industrie eine Festgabe herauszegeben,
die unter obigem Titel im Verlag von Reimar
Aobbing, Berlin, erscheint. Der stattliche Band, der
schon durch seine äußere Aufmachung angenehm in die
Augen fällt, gibt einen Querschnitt durch die deutsche
Bergwirtschaft der Gegenwart, Steinkohlenbergbau, Braunkohlenbergbau,
Kalibergbau, Erdölbergbau, Eisenerzbergbau
und Metallerzbergbau sind gleichermaßen behandelt.
Der Abschnitt über das Ruhrrevier stammt von Bergwerksdirektor
Dr. Brandi, Dortmund, und von Dr. Jüngst,
Essen. Der Saarbergbau unter deutscher Verwaltung ist
geschildert von Geh. Oberbergrat Flemming, Berlin, und
unter französischer Verwaltung von Kommerzienrat
Dr. Hermann Röchling, Völklingen. Auf den besonders interessierenden
Saarabschnitt hier näher einzugehen, erübrigt
sich, da er durch die Tagespresse bereits ver-Sffentlicht
ist.
Der Darstellung über die einzelnen Bergbaureviere vorausgeschickt
ist ein Kapitel über die Grundlagen und
Gliederung der deutschen Bergwirtschaft, In Einzeldarstellungen
sind behandelt die Aufgaben der Kohlenchemie,
die Entwicklung der Bergbautechnik, CGasfernversorgung
usw. Weitere Kapitel behandeln die Organisation und die
Organisationen des Bergbaues, die Sozialpolitik und das
Bildungswesen und wirtschaftspolitische und Verkehrsfra:
gen, wobei auch die schwierige Verkehrslage des Saar
gebietes besonders gewürdigt wird (S, 288).
Alles in allem bietet das Werk, wie bereits die kurze
Jebersicht andeutet, einen hervorragenden Ueberblick über
lie aktuellen Fragen der deutschen Bergwirtschaft und
zrhält durch die Namen seiner Mitarbeiter ein ganz
5esonderes Ciewicht, Wenn diesmal die wirtschaftlichen
Fragen in den Vordergrund gestellt wurden, so nur deshalb,
weil sie am stärksten den deutschen Bergbau beschäftigen,
Der Einblick in die Entwicklung und in die Fragen und
Probleme der deutschen Bergwirtschaft ‚vermittelt, wie
Geheimer Finanzrat Dr. Hugenberg, Berlin, in seinem
Geleitwort treffend ausführt, ein Bild davon, mit welchem
Ernst die führenden Männer des deutschen Bergbaues um
lie Erkenninis seiner Grundlagen und die richtige Erlassung
seiner Entwicklungsmöglichkeiten ringen.
DrC
Eine Saarnummer der „American News‘.
Soeben erscheint eine Sondernummer der „American
News‘, der einzigen in Zentraleuropa bestehenden amerisanischem
Zeitung, die sich speziell mit dem Saargebiet
peschäftigt (American News, Hamburg, Nr. 25 vom 25.
Juni 1928). Der Besitzer und Herausgeber der „American
News‘ Eugen J. Deuth, hat dem Saargebiet einen per-;önlichen
Besuch abgestattet und legt in dieser Nummer
seine Erfahrungen nieder. Er hat die wirtschaftlichen und
politischen Verhältnisse des Saarlandes objektiv untersucht
und ist in wirtschaftlicher Hinsicht zu der Ueberzeugung
zelangt, daß das Saargebiet unter seinem gegenwärtigen
Zustand schwer leidet und keinen anderen Wunsch hat,
als möglichst bald dem Reiche wieder angegliedert zu
werden. Außer Deuth selbst haben die maßgebenden
Führer des Saargebietes das Wort ergriffen und Aufsätze
dazu beigesteuert, so Kommerzienrat ID)r. Hermann Röching
über die Saarfrage, Oberbürgermeister Dr. Neikes
über die Stadt Saarbrücken u. a. Ferner finden sich zahlreiche
Aufsätze über einzelne Gebiete der Politik, Wirtschaft
und Kultur des Saargebietes, ergänzt durch ein
schönes Bildmaterial. Bemerkenswert ist ein großer Aufsatz
über die Röchling’schen Eisen- und Stahlwerke in
Völklingen.
Die Saarnummer der „American News‘ ist ein Beleg
jafür, daß man auch im Auslande mehr und mehr der
Saarfrage Interesse entgegenbringt und zu der Ueberzeugung
kommt, daß diesem unglücklichen Gebiet — „unaappy‘‘
nennt es Deuth wiederholt — die Fesseln eines
ınmöglichen Zustandes genommen werden müssen.
Jahresbericht
der Deutschen Handelskammer in der Schweiz.
Unter dem Titel „Die deutsch-schweıizerischen Wirt.
chaftsbeziehungen im Jahre 1927“ hat die Deutsche Hanlelskammer
in der Schweiz (Zürich) ihren Bericht über
las Jahr 1927 herausgegeben. Sie kommt zu dem Schluß.
laß die günstige Entwicklung des Warenverkehrs haupt-:ächlich
auf der Besserung der allgemeinen schweizerischen
Wirtschaftslage beruht. Unter der Konkurrenz französische:
Varen habe der Absatz deutscher Erzeugnisse wenige:
:u leiden gehabt als in den Jahren der französischen
nflation. Ihre warnende Stimme erhebt die Kammer gegen
Dreiserhöhungen und allzu lange Lieferfristen. Im all
zemeinen hat man den Eindruck, daß sich der schweize:
ische Absatzmarkt, so klein und schwierig er auch ist,
ıls verhältnismäßig entwicklungsfähig erwiesen hat. Als
sehr angenehm und wertvoll empfindet man das am Schluß
les Berichtes in guter übersichtlicher Gruppierung zu
:aammengestellte statistische Material.
Der Jahresbericht ist bei der Deutschen Handelskammer
n der Schweiz, Zürich, zum Preise von 2 RM. er
nältlich.
Gute Bildungszeitschriften für die berufstätige Jugend.
Von dem Verlag der Feierstunden G.m.b.H., Berlin
W 35, Am Karlsbad 23, werden in Verbindung mit dem
Verein zur Verbreitung guter volkstümlicher Schriften
(gegründet 1892) und dem Deutschen Ausschuß für technisches
Schulwesen folgende Bildungszeitschriften heraus
zegeben:
1. Für die werktägige männliche Jugend: Feierstunden,
verbunden mit Hammer und
Feder.
Für die kaufmännische männliche Jugend: Feierstunden
mit der Beilage: Das Kauf
fahrteischiff.
Für die berufstätige weibliche Jugend: Wirkeune
Werde.
Für die kaufmännische weibliche Jugend: Wirke
und Werde. Kaufmännische Sonderaus:
gabe.
Die beiden Ausgaben der „Feierstunden‘“ erscheinen
vöchentlich im Umfang von 16 Druckseiten zum Preise
‘on 712 Pfg., die beiden Ausgaben von „Wirke und
Werde‘ halbmonatlich zum Preise von 10 Pfg. Bei
5ammelbezug durch Schulen usw. werden sämtliche Aus:
zaben portofrei geliefert und besondere Vergünstigungen
>ingeräumt.
Diese Bildungsblätter, die u. a. auch vom preußischen
Ministerium für Handel und Gewerbe, vom badischen
<ultusministerium und von der württembergischen Mini-;terialabteilung
für die Fachschulen empfohlen werden,
iind bereits in etwa 1500 Berufs- und Fachschulen einzeführt
und werden nachweislich von den Schülern und
Schülerinnen gern gelesen. Der Inhalt ist den Lehrplänen
;orgfältig angepaßt. Der erste Teil jedes Heftes bringt
:ine Auswahl bester Erzählungen, Gedichte und künst-‚erischer
Bilder, die durch einen Grundgedanken verbunden
and, um durch diese innere Einheit eine vertiefte und
ı1achhaltige Wirkung zu erzielen. Der berufliche Teil jedes
Heftes bringt leichtverständliche fachliche Aufsätze für
die einzelnen Berufsgruppen.
1
Arbeitsrecht. Von Oberlandesgerichtsrat C. Schaef:
fer, Regierungsrat Dr. W. Scheerbarth und
Studienrat an der Staatlichen Fachschule für Wirtschaft
und Verwaltung W. Herschel. 7.—14. vollkommen
umgearbeitete Auflage. (Grundriß des
privaten und öffentlichen Rechts so:
wie der Volkswirtschaftslehre, Bd. 19.)
Verlag C. L. Hirschfeld, Leipzig. 240 Seiten
Kartoniert 5,50 RM.
In dem vorliegenden Band sind die in der letzten Zeit
orlassenen wichtigen Gesetzesänderungen und Gerichtsntscheidungen
auf dem Gebiete des Arbeitsrechts abschließend
berücksichtigt. Auch sonst ist die Darstellung
les Rechtsgebiets wesentlich vertieft, so daß der Band
zegenüber den früheren Auflagen ein völlig neues Werk
st.
Bei der in zahllosen Gesetzen verstreuten Regelung des
Arbeitsrechts ist es besonders schwierig, dieses Rechtsyebiet
in knapper Form, aber doch klar und zuverlässig