Full text : 33.1928 (0033)

Inhalt des Amitshlattes der Regierungskommission Witwe Otto Rau in Saarbrücken auf Eröffnung des
Nr. 26 vom 22. Juni 1928. Konkursverfahrens über den Nachlaß ihres verstorbe-.
 ıen Mannes Otto Rau kostenfällig abgewiesen, da
Amtliches, aine den Kosten des Verfahrens entsprechende Kon-Verwaltung
 des Innern, kursmasse nicht vorhanden ist,
Bekanntmachung betr. Verlust eines Führerscheires (10885). Bauunternehmer Wilhelm Hölz, Saarbrücken, jetzt in Rhein-Bekanntmachung
 betr. Verlust einer Zulassungsbescheini- diebach. Durch Beschluß vom 31. Mai 1928 wurde
gung (7145). der Antrag des Bauunternehmers Wilhelm Hölz in
Saarbrücken, jetzt in Rheindiebach, auf Eröffnung des
Konkursverfahrens über sein Vermögen kKostenfällig
abgewiesen, da eine den Kosten des Verfahrens entsprechende
 Konkursmasse nicht vorhanden ist.
Firma Gustav Schwarz, G.m.b. H., Saarbrücken 1, Gutenbergstraße
 35. Durch Beschluß vom 30, Mai 1928
wurde der Antrag des Kaufmannes und Geschäftsführers
 Gustav Schwarz in Saarbrücken auf Eröffnung
des Konkursverfahrens über das Vermögen der Firma
kostenfällig abgewiesen, da eine den Kosten des Verfahrens
 entsprechende Konkursmasse nicht vorhanden
ist.

Oeffentliche Arbeiten,
Eisenbahn- umd Postwesen.
Bekanntmachung betr. den Personen- und Gepäckverkehr
zwischen Stationen der Eisenbahnen des Saargebietes
und österreichischen Stationen.
Nachtrag zu den Bau- und Betriebsvorschriften für Straßenbahnen
 mit Maschinenbetrieb vom 26. September 1906.
Nachtrag zu den Bau- und Betriebsvorschriften für nebenbahnähnliche
 Kleinbahnen mit Maschinenbetrieb vom
15. Januar 1914.
Bekanntmachung betr. Verlust einer Straßenbenutzungsgebührenkarte.

Kultus und Schulwesen.
Bekanntmachung betr. Ausschreibung einer Schulleiterstelle.
Wirtschaftliche Angelegenheiten.
Bekanntmachung betr. gewerbliches Privatschulwesen,
Bekanntmachung betreffend Ungültigkeitserklärung eines
Wandergewerbescheines.
Bekanntmachung betreffend Ungültigkeitserklärung eines
Wandergewerbescheines.
Privatversicherung.
Bekanntmachung betr. Aenderung in der Person des Hauptbevollmächtigten
 einer im Saargebiet zugelassenen Versicherungsunternehmung.


Devisennotierungen in Berlin und Paris
vom 21, bis 27. Juni 1928.

Berlin.
Börse

Pariser Börse

Frankr,
100 Fr.

Deutschland
 | Te |New-Yorkl Holland '
; R.-M.. 1 Pfd, Sterl.' 1 Dollar | 100 Fi.

Schweiz | Belgien
100 Fr. | Bun
elgas

21. 6.
22, 6.
23, 6.
24, 6.
25. 6.
26 6
27. 6.

16.44
16.43

6.08%
6.09

124.197 225.45
12420 [25,46% 4

1026.25
1026.75

490.75
490.75

850.50
336.-—

Konkursverfahren im Saargebiet
Abgewiesene Konkurseröffnungen.,
Nachlaß des verstorbenen Otto Rau im Saarbrücken. Durch
Beschluß vom 31. Mai 1928 wurde der Antrag der

16.45
1644
16.45

6.08 124.08
6.0712 124.02
‚6.0781 123.97

25.44
2.437
25.42

1024.75 400,75
1024.25 490,50
1024.50: 490.50

355.50
300.75
8355.25

Wirtschaf.

"iche k

‚itteilı

bl

ra.

Die Lage am saarländischen Baumarkt Ende Juni 1928.
Die derzeitige Lage des saarländischen Baumarktes ist
als zufriedenstellend zu bezeichnen. Insbesondere hat die
Wohnbautätigkeit in der Stadt Saarbrücken im Frühjahr
lebhaft eingesetzt.
Wie im Vorjahre wird die Wohnbautätigkeit in Saarbrücken
 durch die Stadtverwaltung neben eigenen Mitteln
aus Mitteln der „Rheinischen Wohnungsfürsorgegesellschaft“
 finanziert. Nur durch diese Finanzierung mit öffent:
lichen Mitteln zu ermäßigtem Zinsfuß konnte die Wohn.
bautätigkeit ins Leben gerufen werden, Das Interesse
weitester Kreise der Bevölkerung, die bestehende Woh:
nungsnot raschmöglichst zu beheben, machte die Heranziehung
 öffentlicher Mittel erforderlich, da die Regierungskommission
 des Saargebietes immer noch keine Aufhebung
oder Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft in die
Wege geleitet hat.
Solange aber die Zwangswirtschaft beibehalten und die
Miete in den Altwohnungen künstlich niedrig gehalten
wird, sind zur Behebung der Wohnungsnot auch künstliche‘
 Hilfsmaßnahmen, wie Finanzierung durch öffentliche
Mittel, Zinszuschüsse und dergleichen, erforderlich. Aus
diesen Tatsachen ist die Unwirtschaftlichkeit der ganzen
Wohnungswirtschaft im Saargebiet ersichtlich.
Die (einseitige) Stellungnahme der Regierungskommis:
sion (die eine Belastung wirtschaftlich schwächerer zu:
gunsten der stärkeren Interessentengruppen bedeutet) ver:
hindert eine organische Entfaltung und Finanzierung des
Wohnungsneubaues. Die Niedrighaltung der Mieten geht
sogar so weit, daß die notwendigen Reparaturen zur
Erhaltung der Altwohnungen in weitestem Ausmaß unter‘
hleihen müssen.

Wenn auch durch öffentliche Mittel die Finanzierung
)iner gewissen Wohnbautätigkeit für das Jahr 1928 wenigtens
 in der Stadt Saarbrückem durchgeführt wird, So
jarf dabei nicht vergessen werden, daß sie künstlich
jervorgerufen ist und alle Gefahren solcher künstlichen
Maßnahmen in sich birgt, die bei einer organischen Ent‘
vicklung nicht vorhanden sind.
In dem übrigen Städten des Saargebietes sowie auf dem
‚ande ist die Wohnungsbautätigkeit nicht erheblich, Es
ıängt dies eng mit der Finanzierungsmöglichkeit durch die
ıetreffenden Gemeinden zusammen,
Die Regierungskommission hat, abgesehen von einigen
3Zeamtenwohnungen, ebenfalls bis heute im Jahre 1928
nichts Nennenswertes zur Behebung der Wohnungsnof
mternommen.
Umfangreichere Bauaufträge wurden vom der saarlänlischen
 Industrie im Rahmen der technischen Rationalizierung
 erteilt, Die Beschäftigung des Baugewerbes in
jiesem Zweige ist zufriedenstellend. Die Eisenbahndirekion
 führt ein normales Bauprogramm durch. Handel und
5jewerbe dagegen leiden unter schlechtem Geschäftsgang
nfolge mangelnder Kaufkraft weiter Bevölkerungskreise;
;ie tretem daher als Bauauftraggeber immer mehr zurück.
Die Grubenverwaltung gibt ebenfalls fast keine Bauarheiten
n Auftrag.
Straßenbau und Tiefbauten sind in den größeren Geneinden
 des Saargebietes in befriedigendem Ausmaß in
\ngriff genommen.
Zusammenfassend ist festzustellen, daß die Bautätigkeit
in zufriedenstellendes Ausmaß angenommen hat. Die
Wohnungsbautätigkeit wird jedoch vielfach überschätzt;
se erreicht noch nicht dem Stand der Vorkriegsiahre
            
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