ein Nebenprodukt, ebenso wie es der Dünger
in der Landwirtschaft ist. Ebensowenig wie man
vom Bauer erwarten kann, daß er seinen Dünger
verschenkt, weil er nun einmal da ist, kann man
den Hütten zumuten, das Gas ohne Vergütung
abzugeben, weil sie es sonst in die Luft fliegen
lassen müßten. Erstens hat das Koksofengas
ebenso wie der Dünger einen durch Zahlen ziemlich
fest zu umrahmenden Marktwert, und zweitens
können die Hütten ihr Ueberschußgas auch
in eigenen Betrieben verwerten. Es ist für die
Hüttenwerke lediglich eine Wirtschaftlichkeitsfrage,
welchen Weg sie beschreiten werden.
Zur Erläuterung der Verhältnisse ist kurz auf
eine Eigenart der schwerindustriellen Werke des
Saargebietes einzugehen. Bei uns ist der sog.
engste Querschnitt der Produktion im allgemeinen
der Hochofenbetrieb und nicht, wie in Westfalen,
das Walzwerk. Damit soll gesagt sein, daß die
Leistung der Hochöfen die Gesamtproduktion
der Werke nach oben hin begrenzt. Die Bestrebungen
müssen daher vor allem auf eine Leistungssteigerung
der Hochöfen abzielen, wenn
unsere saarländischen Werke gegenüber der
Konkurrenz des Ruhrgebietes und des Auslandes
leistungsfähig bleiben sollen. Infolge unseres verhältnismäßig
geringwertigen Kokses leisten die
saarländischen Hochöfen etwa 200 bis 240 t pro
Tag gegenüber 600 bis 800 t im Ruhrgebiet oder
über 300 t im benachbarten luxemburgischen und
lothringischen Revier, wo guter Ruhrkoks verarbeitet
wird. Die Bemühungen um die Leistungssteigerung
unserer saarländischen Hochöfen sind
aber nicht umsonst gewesen. Es sind tatsächlich
im Laufe des letzten Jahres versprechende Fortschritte
gemacht worden. In dem Maße aber,
wie die Hochofenleistungen steigen, werden auch
die Hochofengasüberschüsse wachsen; sie
haben bereits heute auf einem der schwerindustriellen
Werke ein beträchtliches Maß erreicht.
Die Frage taucht auf, was mit diesem Gas gemacht
werden soll; es wie Koksofengas zu verwenden,
gestattet sein geringer Heizwert nicht;
es hat nur auf dem Werke selber Verwendungsmöglichkeiten.
Unter diesen kommen vor allem
zwei in Betracht: Erstens die Verarbeitung des
Hochofengases in Gasmaschinen und Dampfkesseln
zur Erzeugung von elektrischem Strom.
Das Hüttenwerk würde auf diese Weise zu einem
ansehnlichen Stromerzeuger werden. Ansätze
in dieser Richtung sind bereits bei uns festzustellen.
Bedenkt man, daß der Stromverbrauch
in der ganzen Welt in den letzten Jahren eine
früher nicht geahnte Zunahme erfahren hat, in
dem verarmten Deutschland z. B. über 20 Prozent
in einem Jahre; bedenkt man ferner, daß
z. B. eine Stadt wie Berlin eine jährliche Vermehrung
der sie beliefernden Kraftwerke von
70000 kW installierter Leistung erfordert, so wird
es begreiflich, daß die Krafterzeugung für die
Hüttenwerke ein durchaus anziehendes Geschäft
werden kann. Die zweite Möglichkeit, das Hochofengas
nutzbringend im eigenen Betriebe unterzubringen,
böten die Koksöfen. Diese könnten,
wie es in Völklingen in vorbildlicher Weise bereits
zum Teil geschehen ist, von der Beheizung
mit ihrem eigenen Gase auf Hochofengasbeheizung
umgestellt werden. Dadurch würde das
ı1eute noch zum Beheizen der Oefen erforderliche
Koksofengas freigemacht und stünde damit für
andere Verwendungszwecke zur Verfügung.
Um welche enormen freizumachenden Mengen
2s sich dabei handelt, läßt sich leicht überschlagen,
wenn man ohne Berücksichtigung etwaiger
Produktionssteigerungen und der auf verschiedenen
Werken teils geplanten, teils bereits
'n Ausführung begriffenen Kokereineubauten den
7all annimmt, daß die heute vorhandenen, teils
stark veralteten Koksöfen in schwachgasbeheizte
Jefen umgebaut würden. Wie Abbildung 2 zeigt,
jefinden sich im Saargebiet!) heute noch 361 Abıltzeöfen
mit einem Eigengasverbrauch von 80
is 100 00, 875 Regenerativöfen mit einem Eigenzasbedarf
von 55 bis 60% und 84 auf Gichtgas
ımgestellte Koksöfen, die 100% des in ihnen
>rzeugten Koksgases abgeben können. Würde
man nur 20% der Hochofengaserzeugung für
lie Koksofenbeheizung freimachen, was technisch
lurchaus möglich ist, so würden die verfügbar
verdenden Gasmengen den ungeheuren Betrag
‚on 310 Millionen Kubikmeter pro Jahr erreichen;
las ist etwas mehr als der Gasverbrauch der
‚üudlichen Rheinprovinz, der Rheinpfalz, Würt-‚embergs
und von Baden. Die freizubekommenlen
Gasmengen sind also so groß, daß sie auch
len kühnsten Projekten auf dem Gebiet der Gasfernversorgung
gewachsen sind.
ı) Ohne die staatliche Kokerei Heinitz.
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liente, würden an weiteren Koksofengasmengan frei = 851) 000
n°/24 Std. oder ...., 310 Millonen m*/Jahr
atzige Erzeugung d,
saarländisen. Gas-Werk6
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