Der deutsch - saarländische Warenaustausch
im ersten Vierteljahr 1928.
In den ersten drei Monaten des Jahres 1928 belief
sich die Einfuhr aus dem Saargebiet in das Reichszollgebiet
auf 606098,2 t im Werte von 53774 000
Reichsmark und die Ausfuhr aus dem Reichszollgebiet
in das Saargebiet auf 240297,2 t im Werte von
23421000 Reichsmark. Gegenüber einer Einfuhr von
337 961.3 t im Werle von 17419000 RM. und einer
Ausfuhr von 2179943 t im Werte von 17 538 000 RM.
im gleichen Zeitraum des Vorjahres hat der Warenaustausch
zugenommen. Wichtiger als ein Vergleich mit
dem Krgebnis des ersten Vierteljahres von 1927 ist
jedoch derjenige mit den letzten drei Monaten des
vergangenen Jahres, weil sich in ihnen die Weiterentwicklung
widerspiegelt, die der Warenaustausch im
Laufe des Jahres erfahren hat, Dieser Vergleich ist,
wie aus nachstehender Ucbersicht hervorgehl. in mehr
als einer Hinsicht inleressant.
Einfuhr aus dem Saargebiet in das Reichszollgebiet:
1. Viertelj. 1928 4. Viertelj. 1927
1003 RM \ 1C00 RM
Lebende Tiere..... 288,1 267 15,8 16
Lebensmittel und Getränke 692,9 820 665,9 3851
Rohstoffe und halbtertige
Waren .........1..... 8383171,8 13923 463 806,2 17282
Fertige Waren .......... 221 045,4 39264 243 698,7 43 066
Insgesamt ... „....... 606098,2 53774 708 181,6 60715
Ausfuhr aus dem Reichszoilgebiet in das Saargebiet:
Lebende Tiere........... 116,5 169 173,5 114
Lebensmittel und Getränke 3077,77 240 11344,8 3106
Rohstolfe und halbfertige
Waren ............... 227899,7 6486 222,113.2 6851
Fertige Waren ..... .... 9203,7 14329 11461,2 14777
Insgesamt ... = 2......... 240297,6 23424 245 092,7 24 928
Es zeigt sich hier klar und deutlich. daß der
Warenverkehr zwischen dem Saargebiet
und dem übrigen Reıichsgebiet an Gesamtumfang,
d. h. sowohl hinsichtlich der Einfuhr
als auch der Ausfuhr, verloren hat, Gegenüber
einer Einfuhr in das Reichszollgebiet von
708 181.6 t im Werte von 607153000 RM. und einer
Ausfuhr aus dem Reichszollgebiet von 245 092.7 t im
Werte von 24 928 000 RM. hat die Einfuhr der Menge
nach um rund 100000 t und dem Werte nach um
rund 7 Millionen Reichsmark abgenommen, während
jich der Ausfuhrrückgang in weit engeren Grenzen
bewegt, 5000 t in einem Werte von 1.5 Millionen
Reichsmark.
Besonders scharf ist bei dem Gesamtrückgang die
Einfuhr in das Reichszollgebiet betroffen
Worden, wobei wir, wie auch bei den folgenden Betrachtungen.,
immer von dem Vergleich mit dem letzten
Yierteljahr 1927 ausgehen. Während „Lebende Tiere“
ınd „Lebensmittel und Getränke“ — letztere allerlings
nur der Menge nach — eine leichte Aufwärtsjewegung
zeigen, haben die beiden die bedeutendsten
ixportindustrien des Saargebietes umfassenden Grup-‚en
„Rohstoffe und halbfertige Waren“ sowie „Fertige
Varen‘“ nach Menge und Wert einen empfindlichen
iückgang zu verzeichnen. Bei „Rohstoffen und halbertigen
Waren“ beträgt er 3.4 Millionen Reichsmark
ınd entfällt auf Kohlen, Teer, Zement, Steine und
irden. Alteisen und Halbzeug, Von dem Rückgang in
ler Fertigwarenefinfuhr in das Reichszollgebiet werden
zlas-, Keram- und Eisenindustrie betroffen, wie aus
nachstehender Zusammenstellung ersichtlich ist:
4. Vierteljahr 1. Vierteljahr
1927 1928
Ton- und Porzellanwaren (außer
Ziegeln) ........
alas- und Glaswaren .....
Röhren und Walzen
Blech und Draht...
| Eisenbahnoberbaumaterial
....... ... 46 517,3 31 393,6
| Sonstige Eisenwaren. . 6 941,3 5 986,3
Bei der Ausfuhr aus dem Reichszollge-Diet
zeigen als einzige Gruppe „Rohstoffe und halbertige
Waren“ eine geringe mengenmäßige Steigerung,
lie auf eine Zunahme der Ausfuhr von Kohlen, Koks,
Zisenerz etc. zurückzuführen ist. während auch diese
zruppe dem Werte nach einen Rückgang erfahren
ı1at. Bei den anderen Gruppen ist eine Abnahme zu
‚erzeichnen in „Lebende Ticre‘“ bei Schweinen, in
Lebensmittel und Getränke“ bei Getreide, Mehl etc.,
sartoffeln, Fleisch, Speck und Würsten, Käse, Fischen
ınd Fischzubereitungen, Margarine, Wein, Bier. Bei
.Fertigen Waren“ ıst vielfach eine kleine Steigerung
»ei einzelnen Erzeugnissen wie Geweben und Konektion,
Kupferwaren, Maschinen, Papier und Chemialien
festzustellen, die jedoch den Ausfall, der durch
len Rückgang der Ausfuhr von Kesseln, Eisen-, Tonınd
Glaswaren, Möbeln, Sehuhwerk etc. entstanden
st, nicht aufwiegen können.
Als Gesamtergebnis der Betrachtung ist festzustellen,
laß die von dem deutsch-französischen Handelsabkomnen
vom 17. August 1927 für den Warenaustausch des
5aargebietes mit dem übrigen Deutschland ersehnten
\uswirkungen nicht eingetreten sind. Es ist zu hoffen,
laß das zweite Vierteljahr 1928 infolge des Saarıbkommens
vom 23. Februar 1928 und dadurch, daß
Deutschland seit dem 16. April 1928 den Minimaltarif
ür seine Haupterxporterzeugnisse genießt, einen gün-;tigeren
Abschluß ergeben wird. ar“
Waren
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Eisen
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