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Die Saargruben im ersten Vierteljahr 1928.
Die im Jahre 1927 anhaltende Absatzkrise der
iranzösischen Saargruben hat sich auch im ersten Vierteljahr
1928 fortgesetzt, An Feierschichten wurden
im Januar 3, im Februar 4 und im März 1 eingelegt.
Trotz scharfer Drosselung der Förderung konnte keine
Verringerung der Haldenbestände erreicht werden,
die Ende März 1928 denselben Stand wie Ende Dezember
1927, nämlich rund 600000 t, aufweisen, Als besonders
sinschneidende Maßnahme wirkte sich die Massenentlassung
von Bergarbeitern aus, wie sie dieser
Art der Saarbergbau noch nicht gesehen hat. Am 29
Februar wurden 3796 Bergleute, darunter großenteils Saargänger,
mit einem Schlage entlassen, die es auf dem
Arbeitsmarkt unterzubringen galt. Von Ende Dezember
1927 bis Ende März 1928 ist die Belegschaft um insgesamt
6000 Köpfe verringert worden, darunter 5000 unter
Tage und 1000 über Tage. Sehr bemerkenswert ist die
Steigerung der Schichtleistung, die im Februar
800 kg und im März 817 kg erreichte. Die Friedensleistunız
auf den preußisch-fiskalischen Gruben, die nach
französischen Angaben 803 kg beträgt, ist damit erstmalig
überschritten. Mangels näherer Unterlagen ist leider nicht
ersichtlich, inwieweit diese Steigerung des Leistungseffektes
auf individuelle bzw. auf technische Leistungssteigerung
zurückzuführen ist. Durch Zusammenziehen der Förderung
an den ergiebigsten Punkten unter Betriebseinschränkung
bzw. Stillegung auf den unrentablen Gruben ist
zweifellos die Voraussetzung für physische Mehrleistung
gegeben. Im Hinblick auf die kürzlich vom Ruhrbergbau
veröffentlichten Ziffern wäre es besonders interessant,
wenn die französische Verwaltung Angaben über die Fortschritte
der Mechanisierung unter Tage machen
würde, wie sie vor allem in der Zahl der Abbauhämmer,
Bohr- und Schrämmaschinen usw. zum Ausdruck kommt
Im einzelnen betrachtet ergibt die Förderung fol.
gendes Bild:
Staatliche Verpacht, Förderung Arbeits- Kokser-Gruben
Gruben insgesamt tage zeugung
Januar 1060209 2380930 1099139 22,54 23587
Februar 994762 34180 1028942 21,16 20 605
März 1157407 39350 1196757 25,81 20607
1, Viertelj. 1928: 3212378 112460 3324838 60,51 64799
!. Viertelj. 1927: 3593476 98802 3602278 74,06 62515
Die Förderung erreichte im Februar bei 21,16 Arbeitstagen
einen Tiefstand, wie er seit 1922/23 (mit Ausnahme
eines Streikmonats im Jahre 1925) nicht zu verzeichnen
war. Insgesamt bleibt die Förderung im 1. Vierteljahr
1928 um 370000 t hinter der des 1. Vierteljahres 1927
zurück. Nur die Kokserzeugung. ist stabil geblieben.
Die Brikettherstellung ist seit Jahr unc
Tag wieder eingeschlafen. Die Haldenbestände an
Kohle, die am 31. Dezember 1927 596 799 t betrugen,
verringerten sich zunächst um 19171 t im Januar und
532 t im Februar, füllten sich jedoch im März wieder auf
596 237 t auf. An Koks waren 4000 bis 5000 t auf Lager.
Der Rückgang der Belegschaft ist aus folgenden
Ziffern ersichtlich:
Ende
Dezember 1927
Januar 1928
Februar 1928
März 1998
‘ter
;n and Leistung pro
Betr, insges, Kopf u. Schich
>76 67345 770 kg
16 66579 737 kg
55 63395 ‚0 kg
uh3 61362 817 ko
unter Tage
.
Mit der Entlassung von 6700 Bergarbeitern im ver-Zzangenen
und weiteren 6000 in diesem Jahre ist die Belegschaft
der Saargruben auf dem Stand von Ende 1919
angelangt, das heißt, ehe Frankreich die Saargruben
übernahm. Von 1920 am wurde die Belegschaft ständig
gesteigert, um im Rekordjahr 1924 75000 Köpfe zu
erreichen. Noch im Januar 1927 waren 74000 Arbeiter
angelegt, im März 1027 begann der Abbau. Unverändert
n der Stärke beibehalten ist die Zahl der Beamten und
Angestellten, die rund 3650 beträgt. Was den Absatz der
Saarkohle anbelangt, so muß festgestellt werden, daß
die Ausfuhr nach dem übrigen Deutschland im ersten
Vierteljahr 1928 noch nicht annähernd die Höhe der
jestehenden Kontingente erreicht hat. Immer wieder muß
Jarauf hingewiesen werden, daß hier für die Saargruben
ler Angelpunkt der Absatzpolitik liegt. CC.
Uebersicht über die Förderung der {ranzösischen Saargruben
im Monat März 1928,
Kohlenförderung (ausgelesen Februar März 3 M onate
u. gewaschen): 1928 1928 Monate 1928
Staatliche Gruben 994 762 t 1.157 407% 3212 3781
Verpachtete Gruben 34 180 t 30350t 112 460t
Insgesamt: 10289421 1196 757t 3324835
Jie Förderung verteilt sich
auf Arbeitstage
Durchschnittliche Tagesförderung
erteilung der Kohlen :
Zechenselbstverbrauch (einschliesslich
elektrischer
Zentralen und angeschlossener
Betriebe)
Lieferungan die Bergarbeiter
Lieferung an die eigenen
Kokereien
"ieferung an die Brikettfabriken
Yerkauf und Versand
Gesamtabsatz :
Verminderung der Haldenbestände
; 75821 — D62t
Vermehrung der Haldenbestände
26 1411 —
Gesamtförderung : 1028 942+ 1196 757t 3324 838t
n den eigenen Betrieben wurden
erzeugt :
Koks
Brihetts
Haldenbestände am Ende des
Monats :
Kohlen
Koks
Rr-ihette
25,81 69,51 t
46370t 478311
570096t 596237t 596 23837t
5558t 4 190 t 4190t
Insgesamt: 5756541 “006497+ 600 4271
Stärke der Belegschaft :
Arbeiter unter Tage 47227
Arbeiter über Tage 13 D07
Arbeiter der anderen Betriebe
Gesamtzahl der Arbeiter
Beamte und Angestellte
Gesamtzahl des Personals:
Srgebnis :
Durchschnittl. Tagesleistung
der Arbeiter unter u. über
Tage in Kiloaramm
Der deutsch-saarländische Kohlenaustausch
im März 1928.
Nach den monatlichen Nachweisen des Statistischen
teichsamtes wurden im Monat März 1928 folgende
Cohlenmengen von der Saar nach dem übrigen Deutschland
ingeführt bzw. vom Reich nach dem Saargebiet ausrveführt:
Einfuhr aus d. Saargebiet| Ausfuhr nach dem Saargebiet
Steinkohlen | Steinkohlen | Koks ‚Braunk. Brik |Steink, Brik.
A
März 83 408,4| 15 012,1 4 800,8
°ebruar 100 759,6! 15219,7 56951
anuar 88 920,4| 16808,0 38847
"aAsaesamt 278 O0 “”70839,8 ! >80 1
55,0
60,0
1150