Full text : 33.1928 (0033)

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iertumer aufmerksam zu machen und damit das Ge
deihen des Werkes zu fördern, Wer das nicht tal
macht sich schuldig am Werksganzen, ‚Jeder vernünttige
 Führer wird seinen Mitarbeilern für solche
Hinweise und Anregungen nur aufrichlig dankbar sein.
In der wahren Werksgemeinschaft sollte solches gegenseilige
 Ilelfen und Stützen von oben nach unten
und von unten nach oben eigeniheh selbstverständlich
sein. denn hier sollte für jeden das Gefühl bestehen
hier arbeitest du nicht Tür irgend jemand anderes,
sondern. hier gill es, das Gedeihen des Werkes, für
das auch du zu deinem Teil mit verantwortlich bist.
das auch dein Werk ist. zu fördern und zu pflegen
Dabei werden wir. wenn wir nun einmal das Werksyanze
 bis in die Reihen der Arbeiter hinein Ins
Auge fassen, leider immer wieder auf die Schwierigkeit
 sloßen, daß die durch die Klassenkampf-Parole
beeinfiußten und teilweise verhefizten Arbeiter sich zunächst
 nicht bis zu dieser VUeberzeugung und dem
dadurch bedingien Handeln durchringen können, Es
erscheint mir auch kaum möglich, daß wir im Rahmen
der Werke in kurzer Zeit zum vollen gegenseitigen
Verslehen und zum vollen gegenseilligen Vertrauen
kommen, und deshalb sche ich weitere Führerpflichten
 des Ingenieurs zum Wohl des Werksganzen und
im Interesse wahrer Menschenführung auch außerhalb
des Werkes, d.h. im öffentlichen Leben. Solche
Betäligungsfelder bielen die verschiedensten Vereine,
von denen ich bier nur Tarn-, Sport- und Gesangvereine
 nennen will, die sich über die verschieden.
sten Gesellschaftskreise erslrecken und dadurch im
Zusammenwirken der Kräfte oder im Messen der
Kräfte zu gegenseitigem Verstehen führen. Auch dic
Beläligung im Rahmen der polilischen Parteien. na
men(lich in denen. welche nicht auf Klassenkampf cin
gestellt sind. wird hier segensreich wirken, vor allem
aber auch die Betätigung auf kirchlichem Gebiet, Ich
habe meine Erfahrungen in dieser Bezichung durch
Mitarbeit auf den verschiedensten Gebieten gesammelt
und dabei immer wieder foslgestellt, daß es gern goschen
 und dankbar ancrkannl wird, wenn wir Ingenieure
 oder überhaupt die sogenannlen gebildelen
Slände sich im Rahmen der eben genannten Organi
salionen betätigen oder auch nur sehen lassen, Der
Segen solchen Wirkens liegt darin, daß man mil
denen, die sonst mehr oder weniger im Abhängigkeitsverhältnis
 zu einem slehen, hier auf der Basis der
Gleichberechtigung zusammenkommt und daß dadurch
das gegenseitige Erkennen. Versichen und Vertrauen
wesentlich gefördert und erleichtert wird.
Es erscheint mir deshalb durchaus erforderlich und
notwendie, daß wir Ingenieure in Erkennung unserer
Führerpfllichten auch diese Wege immer mehr beschreiten,
 um zur wahren Arbeitsgemeinschaft zu ge:
langen. Und gerade der Ingenieur erscheint mir Tür
solche Arbeit im Volk und‘ für das Volk ganz hbesonders
 geeignet, weil er zunächst schon einmal dureh
die von den technischen Schulen vorgeschriebene prak
lische Ausbildung, dann aber auch aus seiner Tätig
keit im Betrich auch die Nöte des Werkmannes kenne
zu lernen Gelegenheit hal, und weil er im übrigen
durch seine Berufßsarbeit zu scharfem Denken er
zogen, auch als Organisator dazu berufen scheint, ip
öffentlichen Körperschaften fruchtbringend mitzuwirken.
 In diesem Zusammenhang mag auch einmal gesagt
 werden, daß mir unsere ganze Zeitströmung auf
eine Parlamenlarisierung des Wirlschaftslebens hinauszulaufen
 scheint. Ich brauche hierbei nur an die Ivstitution.
 der Arbeilerräte zu erinnern, und es wird
soforl klar sein. wie notwendig es isl. daß sich unsere
Ingenieure, die sich zu Führern berufen Fühlen, oder
auch nur ganz ihren Mann im Wirtschaftsleben stehen
wollen. auch mit den parlamentarischen Gebräuchen
und mit der Wortführung in Sitzungen verschiedenster
Ari vertranf machen uns sich dafür schnlon

Wenn ich diese Forderung stelle. so bin ich mir
jewunßt, daß sie nur erfüllt werden kann, wonn die
Kräfte der Führer, und Mitarbeiler nicht im reinen
Berufslchben bis zur vollen Erschöpfung ausgenutlzl
werden und wenn durch eine ausreichende und gescchte
 Entlohnung dafür gesorgt wird, daß sich jeder
wenigstens von Nahrungssorgen unbelastet frei and
Iröhlich nach gelaner Berufsarbeit auch außerhalt
lerselben weiter betätigen kann. Deshalb ist cs Pflicht
les Führers, außer für gerechte und angemessens
Bezahlung seiner Milarbeiter auch dafür Zu sorgen
Jaß für diese ebenso wie für ihn selbst die Zeit übrig
bleibt. um sich allen den obengenannten Fragen im
orforderlichen und wünschenswerten. Maß widmen zu
zönnen, Und nicht nur diesen; denn wenn es wahr
sl. was Herr Professor Friedrich sagt. daß durch
jede wahre Führerpersönlichkeit das Ewige und Un
‚ergängliche hindurch und weiter klingen muß un’
Jas unterschreibe ich voll und ganz -. dann müssen
wir vorausselzen, daß sich der Führer bewußt und
ıllen Ernstes vor allem auch mit den Ewigkeitswerlen
befaßt. wie sie uns über die verschiedenen Gebiele
jes Glaubens, Denkens und Forschens, dancben aber
auch über das der Kunst und namentlich der Musik
Ybermitteht werden. Werden alle diese Dinge vom
“ührer recht aufgenommen und in sich verarbeitet.
Tann eröffnet sich ihm von neuem die Pflicht, dieses
Erleben des Ewigen in sich nun auch an andere
weilerzugeben, nicht nur im Rahmen der Familie und
jes Freundeskreises, nicht nur im Rahmen der Berußlsfreunde
 und des Werkes, sondern darüber hinaus
4uch an anderen Stellen: um damit komme ich auf
ein letztes:
Wir alle wissen, und es ist mil Recht so. daß die
seltenen Kräfte höher bewertet und besser bezahlt
werden als die Durchschnittskräfte, Ich aber wüßle
nicht, wie diese Besserstellung gegenüber andoren.
nicht nur in materiellen Dingen, sondern namen(lieh
uch durch die Schulung des Denkens und das dadurch
sedingle klarere Erkenninisvermögen, ich wühlte wirk
ich nicht, wie alle diese Segnungen und Glücksgüter
ucht doch als drückende Last empfunden werden
nüßten, wenn man sich nicht gerade durch diese
Zesserstellung denen doppelt und dreifach verpflichtel
fühlte und sich deshalb auch doppelt in ihren Dienst
stellte, die vom Schicksal weniger reich und weniger
günstig bedacht sind. Und darin liegt eine neue Verpflichtung
 des Führers, in die Tiefe und Breite und
besonders möglichst weit über sein eigentliches Be
rufsfeld hinaus zu wirken, die um so größer und be
stimmender sein muß. je höher der Führer sich!
Dieser Forderung, die meines Erachtens im Interesse
der Arbeits- und Volksgemeinschaft gar nicht laul
zenug erhoben werden Kann, wird heute leider noch
viel zu wenig genügl, Irolzdem gerade ihre Erfüllung
nit der besie‘ Weg zur Volksgesundung sein wird
vom Ingenieur als Führer muß deshalb verlangl wer
len; daß er auch ihr Rechnung trägl.
Meine Herren, ich komme zum Schluß meiner Aus
führungen über „Die Führorpflichten des Ingenieurs”
Ich wiederhole: Wir Ingenieure haben einen horr
ichen, einen wahrhaft königlichen Beruf, Wir können
and wir dürfen uns fühlen als die Beherrscher deı
Naiurkräfte. die uns dienslbar sind nach unserem
Willen. Schöner aber und wertvoller ist os, daß wir
laneben auch berufen sind, Führer der Menschheit zu
sein und zu werden und daß uns so ncben dem
zöniglichen auch der priesterliche Beruf beschieden
st. In der rechten Erfüllung dieses Berufes lassen
Sie uns als tätige Ingenieure unsere vornehmste Auf
zabe erblieken, Ihre Erfüllung kann nur gelingen
ıber sic muß und wird uns auch gelingen. wenn wit
all unser Tun und Handeln unter die eine große Fragt
stellen: Was sugt Goll dazp 7"

ist ch i die best
DasiInserat $oh Immer de be
            
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