Mitteilungen des Wirtschaftlichen Verein;
Jahresversammlung des Vereins von Holzinteressenten
an der Saar am 21. April 1928.
Am Samstag, den 21, April 1928, fand im Hinden
burgzimmer des Cafe Kiefer, Saarbrücken, die Jahresversammlung
des Vereins von Holzinteressenten an
der Saar statt, die sich eines guten Besuches erfreule,
Als Gäste waren erschienen die Herren Mayer-Reinach,
Mannheim, stellvertretender Vorsitzender des Vereins
von Holzinteressenten Südwestdeutschlands, sowie Syndikus
Hertzer, Freiburg, welche die Grüße des südwestdeutschen
Vereins überbrachten. Der von dem Geschäftsführer,
Herrn Dr. Pfeil, in kurzen Umrissen
nprstattete Geschäftsbericht über das verflossene Geschäftsjahr
befaßte sich neben den Fragen der Außen:
politik mit den inneren Sorgen und Arbeiten des Vereins
um nach Bekanntgabe des statistischen Materials über
die Bewegungen innerhalb der Geschäftsführung mi!
einem warmen Appell an die weitere Einigkeit unter
einander abzuschließen. Darauf wurde der Kassen
bericht für 1927 sowie der Voranschlag für das Ge
schäftsjahr 1928 gutgeheißen. Zur Ausgleichung der
ausgewiesenen Unterbilanz der Kasse soll eine Zu
schlagsgebühr auf die im Saarzollahkommen bewillig
ten Ein- und Ausfuhrkontingente erhoben werden
deren Höhe noch näher festzusetzen sein wird. Alsdann
wurde dem Vorstand und der Geschäftsführung
einstimmig Entlastung erteilt. Die Vorstandswahl ergab
die Wiederwahl der turnusgemäß ausscheidenden Vor
standsmitglieder. Von einer Erginzungswahl von zwei
auf eigenen Wunsch ausscheidenden Vorstandsmitgliedern
wurde im Einverständnis mit der Versammlung
Abstand genommen, Die Frage der Kreditbeschaffung
wurde alsdann vorläufig zurückgestellt. Nach einer
kurzen Ansprache des Herrn Mayer-Reinach
in welcher derselbe Erinnerungen an die letzte Tagun;
des südwestdeutschen Holzvereins in Saarbrücken in
Jahre 1914 wachrief und der Hoffnung auf eine baldige
Wiederbelebung der holzwirtschaftlichen Beziehunget
zwischen Südwestdeutschland und dem Saargebiet Aus
druck gab. erstattete im Anschluß an den geschäft
lichen Teil Herr Hertzer, Geschäftsführer des Ver
eins von Holzinteressenten Südwestdeutschlands, einer
stark interessierenden Vortrag, der sich vor allem mit
den Verhältnissen der deutschen Holzwirtschaft in den
benachbarten südwestdeutschen Holzgebieten befaßte
Besonders hervorzuheben waren seine Ausführungen
über die Propaganda für das Holz
Ein gemeinsames Abendessen in denselben Räumen
bildete den Abschluß der anregend verlaufenen Jahresversammlung
Generalversammlung
der Mühlenvereinigung des. Saargebietes am 1. Mai 1028.
Bei der Generalversammlung der Mühlenvereinigung
des Saargebietes am 1. Mai dieses Jahres gab der
Vorsitzende, Herr Direktor Rothhaus, Saarbrücken
neben dem Geschäftsbericht für das Jahr 1927 einer
Veberblick über die Lage der Mühlenindustrie und
über die Beeinflussung der Preisbildung durch die
letztiährige Ernte
Seinen Ausführungen war zu entnehmen. daß Zwar
lie Roggen- und Roggenmehlpreise im Laufe des Ka
lenderjahres, ahgesehen von den normalen Schwankun
gen, die bei Eintritt der neuen frnte jeweils zu ver
zeichnen sind, verhältnismäßig stabil waren, daß aber,
lie Ernte qualitativ nicht den Anforderungen des
Müllerei genügt habe.
Leider seien noch dazu große Bestände der geernte
Frucht durch unsachgemäße Behandlung und schlechte
Reinigung als Mahlgut verloren gegangen. Noch in
etzter Zeit sei os vorgekommen, daß die Landwirte
Weizen angeliefert hätten, der den ganzen Winter übe
in Säcken gestanden habe und dadurch feucht ge
lichen sel.
Die Müllerei lege entschiedenen Wert darauf, ge
sunde und trockene Ware zu erhalten, schon allein
us betrichstechnischen Gründen. Naturgemäß könne
4er Müller für derart schlecht geeignete Partien nich!
lie allgemeinen Marktpreise anlegen.
Die Vereinigung hoffe, mit Unterstützung der Land
virtschaftskammer diese leicht zu beseitigenden Mif
«tände aus dem Wege räumen zu können.
Bezüglich des den Handelsmühlen gewährten Export
xontingentes von 4000 t führte der Redner aus, daß
pin normales Geschäft zu dem festgesetzten Zwischen
zoll von 6 RM. je 100 kg mit dem Reich kaum zu
anterhalten sei. Es sei höchstenfalls möglich. in Zeiten
son besonders krassen Absatzschwierigkeiten im Saar
zebiet zu versuchen. einen Teil der Produktion im
Reich abzusetzen,
Im übrigen wurden bei der Generalversammlung die
satzungsgemäß vorgeschriebenen Punkte ihrer Erledi
sung zugeführt
ik.
vl.
Ir
Die Leistung der Walzwerke im Saargebiet
in den Monaten Januar bis März 1928.
Nach den statistischen Erhebungen der Fachgruppe
ler eisenschaffenden Industrie im Saargebiet stellt sich
He Leistung der Walzwerke einschließlich der mi!
ihnen verbundenen Schmiede- und Preßwerke im Saur
gebiet in den Monaten Januar bis März 1928 wie folgt
Januar Februar Mär/
t t f
Halbzeug, zum Absatz bestimmt 17 105 17771 18 537
'isenbahnoberbaustoffe 15911 11476 16440
=ormeisen (über 80 mm Höhe)
und Universaleisen 25 538 28647 26 495
tabeisen und kleines Formeisen
unter 8$0 mm Höhe 37 702 39 264 43.340
3Zandeisen 9915 10355 10 666
Walzdraht 13 686 13038 15810
Grob-, Mittel-, Feinbleche und
Weißbleche 15519 12864 17 666
Qöhren (gewalzt, nahtlose und
geschweißte) 63341 3800*) 6 076°)
xollendes Eisenbahnzeug — — .
Schmiedestücke “os 315 360
Andere Fertigerzeugnisse a
a Insgesamt: 1M2418 130620 155 40°
*\ Zum Teil geschätzt