Kostenvoranschlag der Handelskammer zu Saarhrücken für das Geschäftsjahr 192$
Kinnahmen: Ausgahen:
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Handelskammerbeiträge
Beitrag des Wirtschaftlichen Vereins
Gebühren
Ertrag der Häuser
Sonstiges
„+
080 000,
350 000,
200 000,
45.000
25 000
1500 000,--Der
2. Syndikus bemerkt hierzu, daß für die Aufstellung
des Haushaltplanes selbstverständlich das Gebot
größtmöglicher Sparsamkeit bestimmend gewesen sei. Auf
der Ausgabenseite würde immer erneut geprüft, welche
Ersparnisse vorgenommen werden könnten. Es müsse
jedoch in diesem Zusammenhang an die Ausführungen erinnert
werden, die der Syndikus in der Vollsitzung vom
3. Mai 1927 („Saar-Wirtschaftszeitung‘‘ Seite 306) 2emacht
habe. Damals sei eingehend dargelegt worden,
daß eine Verringerung der zu bewältigenden Aufgaben
solange nicht möglich erscheine, als die gegenwärtive
besondere Lage des Saargebietes andauere. Als Beispiel
führt der Berichterstatter die außerordentliche Belastung
der Zollabteilung an, im der augenblicklich ohne Berücksichtigung
des Delegiertenapparates 6 Kräfte tätig seien.
Trotzdem sei die Zollabteilung infolge der außerordentlichen
Inanspruchnahme mit Zollauskünften sowohl seitens
der bezirkseingesessenen Firmen wie auch von außerhalb
des Saaryebietes derartig mit Arbeit überhäuft, daß es
kaum möglich sei, den gestellten Ansprüchen Genüge
zu leisten.
Der 2. Syndikus bittet schließlich um Genchmigung des
jahresabschlusses, der, wie üblich, durch den vereidigten
Bücherrevisor Lips geprüft ist, sowie um Genehmigung
des Haushaltplanes für 1928 und schlägt ferner der Vollversammlung
vor, einen Zuschlag von 10 Prozent zur
Gewerbesteuer als Handelskammerbeitrag für 1928 zum
Beschluß zu erheben.
Der Herr Präsident unterstreicht die Darlegungen des
2. Syndikus und stellt dessen Vorschläge zur Diskussion.
Herr Wahlster regt an, die Treppe im Haus 33 einer
Erneuerung zu unterziehen. Hieran knüpft sich eine kurze
Aussprache, inwieweit es zweckmäßig sei, für die an
sich notwendigen Erneuerungsarbeiten in den Häusern
Königin-Luisen-Straße 33 und 20/22 noch erhebliche Mittel
zu verwenden, nachdem über kurz oder lang die
Frage einer anderweitigen und würdigeren Unterbringung
der Handelskammer doch einer Lösung entgegengetührt
werden müsse, Man ist sich darüber klar, daß unter
diesem Gesichtspunkte größere Ausgaben untunlich seien,
daß jedoch selbstverständlich unaufschiebbare Reparaturarbeiten
ausgeführt werden müßten.
Nach einer weiteren kurzen Aussprache über die Erträgnisse
und Ausgaben für den Hausbesitz der Handelskammer
stellt der Herr Präsident fest, daß der Abschluß
und der Voranschlag in der vorliegenden Form die
Genehmigung der Vollversammlung gefunden haben und
daß «weiterhin die Vollversammlung dem Vorschlag hin-Sichtlich
Erhebung eines 10prozentigen Zuschlags zur Gewerbesteuer
zustimmt.
Zu Punkt 3 der Tagesordnung: „Zur Durchführung
des Saarzollabkommens, Revisionswünsche‘* stellt
der 2. Syndikus fest, daß die Durchführung des Saarzollabkommens
vom 23. Februar dieses Jahres immer
noch stocke, weil es noch nicht möglich gewesen sei,
die Frage der Zusammensetzuag der Einspruchskommission
zu regeln. Infolgedessen habe der endgültige Verteilungs-Plan
für die erste Kontingentsperiode immer noch nicht
aufgestellt werden können. Alle diese Schwierigkeiten
seien zu vermeiden gewesen, wenn man das bisherige Verteilungsverfahren
und die bisherige Zusammensetzung der
Einspruchskommission, die sich ja durchaus bewährt habe,
Unverändert beibehalten hätte. Leider aber habe es die
Regierungskommission bekanntlich für notwendig gehalten,
eine Aenderung der bisherigen Bestimmungen bei den
earegationen anzuregen, so daß also die ganze Stockung
lediglich auf die Maßnahmen der Regierungskommission
0.
7
Unterhaltung der Häuser
Umbau-Kosten
Gehälter
Reisespesen und Repräsentationen
Bücherei
Porto und Telephon
Bürounkosten
Pariser Büro
Pensionen
Allgemeine Unkosten
vr
35.000,
1.000 000,-100
000,-30
000,-50
000,--80
000,--30
000,--25
000,--60
000,-1500
000,—
2
3
19,
15.
‚urückzuführen sei, Heute stehe man vor der Tatsache,
laß in wenigen Tagen bereits die Verteilung für die zweite
Kontingenisperiode beginnen solle, ohne daß über die
Verteilung der ersten Kontingentsperiode bis jetzt Klarheit
1errsche,
Die Gelegenheit der in Berlin in den letzten Aprilagen
stattgefundenen Bereinigungsverhandlungen zum
teutsch-französischem Handelsvertrag habe die Geschäftsführung
benutzt, um zuständigenorts die wichtigsten Re-‚isionswünsche
formeller und materieller Art zur Kenntıs
zu bringen. Es scheine allerdings, daß alle diejenigen
ragen aus dem Verhandlungsbereich ausscheiden würden,
lie eine materielle Aenderung des Vertrags bedeuten und
lemgemäß der Sanktionierung durch die Parlamente betürfen.
Die Verhandlungen seien jedoch noch nicht zum
Abschluß gekommen und würden in der zweiten Maihälfte
in Paris zu Ende geführt. Ein nicht unwesentlicher Erfolg
er insofern bereits erzielt worden, als dem Antrag der
dandelskammer, die Kontingente der Liste C1 nicht
rrundsätzlich zu verteilen, sondern auch nach Bedarf ab-’uschreiben,
bereits stattgegeben worden sei.
Der Berichterstatter nimmt alsdann Veranlassung, erneut
lie Aufmerksamkeit der Vollversammlung auf die Notlage
derjenigen Industriezweige zu lenken -- Textilindustrie,
‚ederindustrie und Steinmetzgewerbe --, die beim Saarzollabkommen
keine Berücksichtigung gefunden hätten.
Man dürfe keine Gelegenheit vorbeigehen lassen, ohne
mmer wieder die beteiligten Regierungen und insbesondere
die Regierungskommission auf die zwingende Notwendig:
keit eines unverzüglichen Eingreifens hinzuweisen.
Zu Punkt 4 der Tagesordnung: „Verkehrsund
Tariffragen‘‘ berichtet Herr Wallacher, daß die
zurzeit in allen Wirtschaftskreisen lebhaft erörterten Pläne
der Deutschen Reichsbahn, die Tarife demnächst
zu erhöhen, allenthalben entschiejene
Ablehnung finden. Nunmehr habe die
Deutsche Reichsbahnverwaltung die Denkschritt zur Bezründung
der Tariferhöhung der Reichsregierung zugehen
lassen. Die erwartete Veröffentlichung der Denkschrift
;ei noch nicht erfolgt, so daß im Augenblick nähere
\ngaben nicht zemacht werden können.
Zum Sommerfahrplan bemerkt der Berichterstat-‚er,
daß der in wenigen Tagen — am 15. dieses Monats --in
Kraft tretende neue Fahrplan für die Reisenden mehr-Sache
Aenderungen und Neuerungen bringe, die es anzezeigt
erscheinen lassen, sich rechtzeitig mit dem neuen
Fahrplan eingehend zu beschäftigen. Zunächst sei zu
5eachten, daß sowohl im Bereich der Deutschen Reichsıahn
als auch der Saarbahnen eine wesentliche Beschleunizung
der Züge und Abkürzung der Zollautenthalte bei
:iner großen Zahl Fernverbindungen erfreulicherweise nicht
ınbedeutende Abkürzungen der gesamten Fahrzeit ernöglichten.
Die bisherigen Anschlüsse in den wichtigsten
Schnellzugsstationen seien vielfach verbessert worden,
\ndererseits müsse man noch gewisse Nachteile des neuen
Fahrplans einstweilen hinnehmen, um an Hand praktischer
Erfahrungen geeignete Abänderungsvorschläge dem Fahrlanausschuß
des Deutschen Industrie- und Handelstages
zu unterbreiten. Im Verkehr innerhalb des Saargebietes
seien auch verschiedene neue Personenzüge eingelegt, die
m wesentlichsten die Verbindungen zwischen Saarbrücken
ınd den Vororten sowie den wichtigsten Industrie- und
Anschlußstationen verbessern. Auch der Ausflugsverkehr
1abe nicht unwesentliche Verbesserungen erfahren. Zujammenfassend
müsse festgestellt werden, daß trotz der
>rreichten Verbesserungen der Fernverbindungen, insbesondere
der Verbindung über Bingerbrück--Köln— Düsseldorf,
der Beibehaltung des Schlafwagens nach München.