ein sehr ingeniüs ausgelüftelter Arbeitsvorgang in der
Fabrik. der in mühevoller, langwieriger Arbeit auf dem
Büro ausgearbeitet! wurde,
Bei Arbeiten. bei denen es sich um schnelle, kleine
Aandreichungen handell, läßt sich dasselbe nicht
durchführen, Aber auch hier sah ich Achnliches. Ich
sah, wie ein Vorarboiter, der eine kleinere Gruppe
von Leuten anzulernen und zu beaufsichtigen halle,
unahlässig mit den Augen jedem Handgriff des Einzelnen
folgie, wie er gewissermaßen mil seinen Augen
den Takt der Arbeit angab und wenn der Betreffende
nicht in der richtigen Reihenfolge die Handgriffe voll.
führte. korrigierle er sogleich durch Handanlagen
Dieses wirkliche, taklmäßige Korrigieren. diese Verfolgung
jedes einzelnen Arbeiltsvorganges gibt eine schr
instruktive und wohltuende Anleitung für den Arbeiter
and gleichzeitig ein Höchstmaß von Kenntnis über
Anlagen und Fähigkeiten des Untergebenen. Indivi-Auelle
Anlagen und Fähigkeilen können auf diese
Weise in weitgehendstem Maße berücksichtigt und
‚usgewerlet werden, Hierfür ein Beispiel:
ich fand beit einer hervorragenden Gießerei, die
vassenfabrikate herstellt ich glaube, es war die
saginaw Products Comp. daß für jede Arbeit und
tür jeden Arbeiter eine besondere Karle angelegt war,
welche die körperliche Veranlagung des betrelfenden
Arbeiters weilgehendst berücksichtigte, So war z. B.
für genau die gleiche Arbeit bei einem kräfligen Mann
für das Formen ein leichterer Stampfer vorgeschrieben.
bei einem schwächlichen Mann cin schwerer
Stampfer. Es ist klar, daß ein kräftiger Mann an sich
einen viel heftigeren Schlag oder Stoß vollführt als
in schwächlicher. Darum bekommt der Starke den
leichten Stampfer und der Schwache das schwerere
Werkzeug. Diese Berücksichtigung der individuellen
körperlichen Veranlagung erleichtert ualürlich den
Leuten das Arbeiten ganz ungemein. und der Erfolg
ist cin hervorragendes Produkt und eine Kleinste
Ausschußzitfer.
Unablässig steigen die Anforderungen an die Qualiät,
längst ist die Zeit vorbei, wo man wegen des
„unsittlichen‘ Verlangens auf !.,2 mm genau zu arbeilen,
vor das Gewerbegericht zitiert wurde, Wir sind
heute in der Elite der Arbeiterschafl längst auf Genauigkeilsgraden.
angekommen von ! 90 mm und mehr.
und das bedingt natürlich cine immer größere geislige
Entwicklung, es bedingt die Beherrschung vieler physikalischer
Gesetze, und es hat hierbei natürlich körperliche
Anstrengung vollkommen auszuscheiden.
Machen Sie einmal selbst folgenden Versuch: Laufen
Sie sehr schnell oder heben Sie schwer und versuchen
Sie, während dieser Täligkeit eine Denkarbeit
auszuführen, beispielsweise eine Rechnung vorzunehmen
oder dergleichen mehr, so werden Sie finden.
daß Ihnen dies nicht möglich ist. Körperliche Anstrengung
und geistige Täligkeit lassen sich gleichzeitig
nicht ausüben, Darum muß alle Entwicklung
mit der Tendenz geschehen, körperliche Anstrengungen
zu vermindern und hierdurch kommen wir auch
zu der menschlichen Seite des Rationalisierungsproblems:
wenn wir in dieser Weise vorgehen. bedeutet
PM
Inkraitfreten des Iranzösischen Minimaltariis
jür deutsche Waren ab 16. April 1928.
Am 16. April 1928 ist die französische Zolltarifnovelle
in Kraft getreten, die als neuer Zolltarif im
Sinne von Artikel 6 des deutsch-französischen Handelsabhkommens
vom 17. August 1927 anzusehen ist,
Dies hat zur Folge, daß mit Wirkung vom 16. Apri)
dieses Jahres an für alle deutschen Exporierzeugnisse
in Frankreich der Minimaltarif ohne jegliche mengen:.
mäßige Beschränkung gilt. Damit fallen die in diesem
Abkommen enthaltenen Kontingente wes.
lie Ralionalisierung keine Verschlechterung der Arzeitsbedingungen.
Das Unangenehme und die Schwierigkeit
liegt lediglich in der Einübung und dem Ein-Iahren
der neuen Melhode.
Nun noch eine Hemmung, die sich oft als sehr
ıunderlich erweist: Das ist die Furcht, seine Kennt-1isse
und Erfahrungen herzugeben aus Angst, man
könnte durch einen Unlergebenen überflügelt werden.
Meine Herren. dieser Slandpunkt ist ganz falsch:
Sie geben Ihren Untergebenen nicht nur, sondern
venn der Betreffende tüchlig ist, gibt cr auch Ihnen
lurch Anregung vieles zurück, oft mit Zins. Und wenn
Sie dies wieder alles in sich aufnehmen, so haben Sie
uemals einen Grund, sich zu fürchten. Abgeschen
lavon wird weiterhin die Wertschätzung Ihres Cha-‚aklters
und Ihrer immer wachsenden Erfahrung in
ler Behandlung und Führung von Menschen Sie weitschendst
schützen. Wenn alle diese Dinge so leicht zu
aaben wären. dann häülten wir jetzt nicht diesen
xursus. Verirauen Sie deshalb ruhig auf Ihr Können
ınd Ihre Erfahrung: Sie werden dabei nicht fehlgehen.
Und nun noch eines: Ich habe schon wiederholt
jelonl, daß es für den Erfolg des Einzelnen wie des
Unlernchmens darauf ankommi, daß alle Willensströme
zJleichgerichtel sind und sich zu einem großen Strom
vereinigen. Darum dürfen Sie auch nicht denken:
Was mein Kollege tut, das geht mich nichts an, wenn
aur meine ÄAbteilang funklioniert, Wenn der andere
nicht fertig wird, dann wird das meine Person in
in umso besseres Licht stellen.
Aus dieser Einstellung kann der richlige Geist nicht
zeboren werden. sie muß vielmehr notwendig zu einem
System gegenseiliger Schikane, gegenseitiger Ungerechjgkeit
führen und so leizten Endes Sie selbst auf das
schwerste schädigen, Hüten Sie sich vor den in man-‚hen
Betrieben so ausgebildeten Zwischenträgereien,
Wenn es Differenzen gibt, so sprechen Sie sich offen
nit den Beleiligiten direkt darüber aus, Zwischenträzern
aber weisen Sie die Tür, wenn Sie sich Leben
ind Arbeit angenehm machen wollen.
Meine Damen und Herren, ich bin am Schluß. Zuammenfassend
möchte ich nur noch einmal sagen:
Wo die obigen Bedingungen verwirklicht sind, da
vird auch ein Höchstmaß von Erfolg sein, sowohl bei
lem Unternehmen wie bei allen Arbeitern und Angestellten.
Dieses reibungslose Ineinanderarbeiten sichert
ne vollkommene Harmonie der Arbeit, und ich habe
nternchmungen gesehen, deren Besichtigung gerade
-on diesem Gesichtspunkte aus einen Genuß bedeutete,
Man hatte den Eindruck einer technischen Symphonie,
Wenn es uns gelingt, diesen Gleichklang in der Arjeils-
und Produktions-Auffassung zu erzielen, dann
verden wir auch die große Stufe nehmen können. von
ler ich eingangs meines Vortrages gesprochen habe.
"Und wenn Sie der Unmut plagt und Sie schier verzweifeln
vor der Fülle und der Größe der Ihnen überjürdeten
Aufgaben, dann halten Sie sich vor Augen,
1aß es nur vorübergehend ist. Wenn wir diesen grozen
Schritt gemacht haben, geht das Tempo wieder
>uhiger. Bis dahin aber heißt es: die Zähne zusam:
nenzubeißen und nicht nachzulassen “
1er Te)
Das durch besonderen Notenwechsel vereinbarte
Kentinzent für Samt und Plüsch der Position
aus 459 des französischen Zolltarifs ist bereits am
26. Februar 1928 durch Inkrafisetzung des f{französisch-italienischen
Abkommens vom 26. Januar 1927
über die Zollbehandlung der Seide weggefallen.
Die besonderen Regelungen, die auf Grund des
jaarabkommens vom 23. Februar 1928 für das Saarsebiet
gelten, werden dadurch nicht berührf.