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Uebersicht über die Tätigkeit des Arbeitsnachweises
der Stadi Saarbrücken im Monat Februar 1928.
wären, als Hilfsarbeiter zu gehen. Damit hat also das
Berufsamt nicht nur in wirtschaftlichem, sondern auch in
sozialem Interesse yvewirkt.
Aus der weiteren Tätigkeit des Berufsamtes ist die gute
Zusammenarbeit mit Mittel-, Volks-, Hilfs- und Berufsschulen
hervorzuheben. Auch mit den höheren Schulen
besteht ein gutes Einvernehmen. Weiter hervorzuheben
ist für das Berufsamt die besonders gute Zusammenarbeit
mit der Oeffentlichen Gewerbeschule. In Ciemeinschatft
mit dieser und einzelnen Handwerkerinnungen (Schreiner,
Schlosser, Bäcker, Buchbinder, Schneider) wurden Eignungsprüfungen
abgehalten, Die Zusammenarbeit mit der
Oeffentlichen Handelsschule wird im kommenden Monat
sehr rege werden, da dort in der Hauptsache erst dann
die Prüfungen vorgenommen werden, Im Auftrage einzelner
Firmen und Meister wurden auf dem Berufsamt
Eignungsprüfungen abgehalten. Ceprütt wurden Knaben
und Mädchen. Die Auftraggeber waren in jedem Falle
mit der Arbeit des Berufsamtes zufrieden,
Für dieses Jahr ist charakteristisch, daß wieder die
Berufe als Friseur, Elektrotechniker oder Elektroinstalla-‘eur,
Buchdrucker, Schriftsetzer, Koch und Konditor sehr
beyehrenswert waren. Es kann gesagt werden, daß min.
lestens 50 Prozent der Schulentlassenen einen dieser
Zerufe als Berutswunsch hatten. Vernachlässigt wurden
'olgende Berufe: Schmied. Stellmacher, Former und Kern
nacher.
Große Schwierigkeiten bereitete wieder die Untersringung
der Kinder, die das Ziel der Volksschule nicht
erreicht haben. Auch die Kinder, die körperlich odeı
zeistig etwas zurückgeblieben sind, sind schwer unterzubringen,
Die Lehrherren werden auch von dieser Stelle
aus gebeten, in volkswirtschaftlichem Interesse hier mit
behilflich zu sein und Bedenken zurück/zustellen, die etwa
wegen Einstellung solcher Schüler vorhanden sein sollten.
der beste Schuler ist noch immer nicht der beste
Handarbeiter.
An Eltern, die für ihre Kinder noch keine Lehrsteller
1aben, ergeht die Bitte, nunmehr sich mit dem Berutsam!
in Verbindung zu setzen. Lehrstellen sind noch in fol
zenden Berufen frei: Schmied, Dreher, Former, Kern
macher, Stellmacher, Bildhauer, Gipser und Stukkateur
Auch kaufmännische Lehrstellen sind noch für Volks
schüler und Schüler höherer Lehranstalten frei.
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Die allgemeine Arbeitsmarktlage zeigte in der ersten
Monatshältte eine leichte, nicht verkennhare Besserung
der Beschäftigungsmöglichkeiten, die besonders das Metallgewerbe
erfalte. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen
ist ebenfalls, wenn auch alimählich, zurückgegangen. Hemmend
in der günstigen Weiterentwicklung des Arbeitsmarktes
wirkten die ın der letzten Hälfte vorgenommenen
Entlassungen einer größeren und mittleren Maschinenfabrik.
In der Bewegung des Baumarktes zeigt sich
noch eine ınehr oder minder starke Zurückhaltung. Daheı
ist die Vermittlungstätigkeit, besonders für Maurer, Zimmerer
und Anstreicher äußerst gering. In der Landwirtschaft
war die Nachfrage nach Arbeitskräften der Jahres:
/eit entsprechend befriedigend.
Die Lage im Metallverarbeitungsgewerbe ist uneinheitlich
und schwankend und neigt zu weiteren Verschlechterungen
Der Beschäftigungsgrad für Sattler und Polsterer war be:
Iriedigend. Die Beschäftigungslage im Holzgewerbe is!
ruhig; Vermittlungstätigkeit gering. Die Vermittlungstätigkeit
für Bäcker hat sich gebessert, während die Lage
im Bekleidungsgewerbe unverändert schlecht ist. Die befriedigende
Entwicklung des Baumarktes ist zum Stillstand
gekommen, da die Bautätigkeit etwas stockt. Die Lage
des kaufmännischen Stellenmarktes hat sich weiter ver.
schlechtert.
In der weiblichen Abteilung besteht große:
Ueberangebot an unausgebildetem Personal, während füı
ausgebildete Kräfte gute Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen.
Auf dem kaufmännischen Stellenmarkt hat sich
die Lage nicht gebessert. Die Beschätftigungsmöglichkeiten
für Küchenpersonal waren gut.
Berufsamt. Das Berufsamt der Stadt Saarbrücken
ist schon bisher nicht nur von Eltern und Schülern aus
der Stadt Saarbrücken zur Beratung in Anspruch genommen
worden, sondern auch vom Lande kamen viele
Ratsucher, In Erkenntnis der Aufgabe, auf dem Gebiet
der Berufsnachwuchsregelung in volkswirtschaftlichem Interesse
ausgleichend zu wirken, hat das Berufsamt Veranlassung
genommen, Fühlung mit den amtlichen Stellen
der Landkreise zu nehmen mit dem Erfolge, daß der
Zustrom der Ratsucher vom Lande in den letzten zwei
Monaten sehr stark war. Eine erhebliche Anzahl von
Kindern vom Lande konnten mit Hilfe der Handels- und
Handwerkerorganisationen untergebracht werden. Die Auswirkungen
dieser Maßnahmen aber, die dem Berufsam!
der Stadt Saarbrücken gewissermaßen den Charakter einer
Zentralausgleichsstelle in der Berufsberatung und Lehrlingsvermittlung
im Saargebiet gibt, werden sich in den
kommenden Jahren zum Nutzen der Lehrherren in Industrie,
Handel und Handwerk zeigen, wenn infolge des
Geburtenausfalles der Bedarf an Lehrlingen aus den aus
den Schulen der Stadt Saarbrücken entlassenen Schülern
nicht gedeckt werden kann.
Diese enge Zusammenarbeit mit dem Lande hat aber
auch noch weitere Vorteile zur Folge. Konnten doch
Kinder, die durch irgendeinen Umstand genötigt waren,
eine Lehrstelle anzunehmen, die mit Kost und Logis
verbunden ist, untergebracht werden. Oft waren das
intelligente Kinder, die im anderen Falle genötigt gewesen
Die Roheisen- und Rohstahlgewinnung des Saargebietes
im Monat Februar 1928.
Berichtigung.
In der in unserer letzten Nummer veröffentlichten
Statistik der Fachgruppe der eisenschaffenden Industrie
iber die Roheisen- und Rohstahlgewinnung des Saargebietes
ist in der Aufstellung über die Rohstahlgewinnung
dadurch ein sinnstörender Fehler unterlaufen, daß die
Ziffern für die Gewinnung von Rohblöcken aus basischen
Martinstahl und Elektrostahl nur unter Rohblöcken aus
»asischem Martinstahl aufgeführt sind. Wir geben nach:
stehend die Aufstellung über die Rohstahlgewinnung he
richtigt wieder:
Rohstahlgewinnung.
Pahblöcke
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