Verteilung der Saarkehle in Frankreich nach Departements
im Jahre 1926.
Nr. der Karte Departements 1000 t
Meurthe-et-Moselle 814
Seine mit Paris W528
‘davon Pariser Gasgesellschaft 338
Moselle :Lolhringen
Bas-Rhin Unterelsaß
Rhöne 2
Haul-Rhin Oberelsaß
Saone-et-Loire
zeine-e1-Oise
Doubs .
vord V
Jarne €
\rdennen
vosges .
aine-et-Loire
„oire 2
\ube :
seine-eL-Marne
Bouches-du-Rhöne
‘Taufe Marne
Zelfort su
Allier i
Haute Vienne
’harente
Seine-Inferieure
Isere » % .
Haute-Saöne 24
Zöte d’Or 23
MMe-et-Vilaine 22
her . 22
Meuse % HR 20
Sonstige Departements, jedes mit
weniger als 20000 1 . . 324
Eisenbahnen 2 1428
Frankreich insgesamt 5496
Auf der gegenüberstehenden Kartenskizze ist
las Bild des Saarkohlenabsatzes in Frankreich
nach Departements auf Grund der Ziflern
von 1926 veranschaulicht. Die eingetragenen
Ziffern beziehen sich auf die in obiger Aufstellung
nach der Stärke des Saarkohlenbezugs angeordnete
\ummerlerung der Departements. Einen Jahresempfang
von über 500000 t Saarkohle verzeichnen nur
das Departement! Meurthe-et-Moselle 1 mit 814000 1
and das Seine-Departement mit Paris “2 mit 528 000 t
An dritler Stelle steht das Meoseldepartement 3: mit
1450000 t. Die größten Verbraucher von
Saarkohle in Frankreich sind zunächst
die Eisenbahnen, die ein Viertel des ge-;‚amten
Saarkohlenbezugsbeanspruchen.
dann die Eisenhütten in Französisch-und
Deutsch-Lothringen und die Region von
Paris, insbesondere die Pariser Gasgesellschaft.
Erst mit erheblichem Abstand folgen
das Unterelsaß (4) mit 286000 t. das Rhöncdepartement
(5° mit 192000 t und das Oberelsaß (6
mit 170 000 t.
Dabei ist zu beachten, daß die Saarkohle in Elsaß-Lothringen
außer auf die Konkurrenz der lothringischen
Kohle auch auf die Konkurrenz der Ruhrkohle
trifft, die über den Hafen Straßburg eingeführt wird.
Die Jährlich auf dem Rhein eingeführte Tonnage von
Ruhrkohle beziffert sich auf rund 1200000 t. Die
Gegend von Lyon mit ihrer hochentwickelten Textilindustrie
ist immer ein starker Abnehmer von Saarkohle
gewesen, der Transport geschieht zum Teil auf
Jem Waässerwege über den Saarkohlen- und Rhein-Rhöne-Kanal.
Betrachten wir die übrigen Saarkohle empfangenden
iranzösischen Denartemenis. so sehen wir diese als
ıh
kompaktes Absatzgehiet in dem schon gekennzeich
1eten Fünfeck Paris --- Mezieres Straßburg — Mül
hausen — Lyon zusammengefaßl. Unverkennbar ist
der Einfluß der Wasserstraßen. einmal des
Rhein-Marne-Kanals, der die Brücke nach Paris her
stellt er führt durch die Departements Meurthe-ei
Moselle 1, Meuse 730. Marne 11 und Seine-et
Marne 17 . und zum anderen des Rhein-Rhöne
Kanals, der das Unter- und Obereisaß. das Gebiet von
Belfort 20 und die Departements Doubs (9. Saoneot-Loire
7. und Rhöne durchzicht. Auf der anderen
Seite dringt von Norden her belgische Kohle auf dem
Kanal de VPEst cin. Zweifellos würde die Stellung der
Saarkohle in Frankreich durch den Ausbau der viel
fach veralteten Kanäle gefestigt. In diesem Zusammenhang
verdienen die Pläne zum Ausbau des Saarkohlen
kanals und des Rhein-Rhöne-Kanals sowie die Anlagı
des Grand Canal d’Alsace Rheinseitenkanal Beach
une.
Wir sehen die Saarkohle noch in einigen en.
icgeneren Gegenden Frankreichs verstreut, an der
Rhönemündung 18. an der Charente 22 und 23:
Ferner im Westen in der alten Provinz Anjou 11 umd
28) und an der Küste im Norden, an. der Seinemündung
and im Departement du Nord. Gerade in den zwei
letzten. Fällen darf man mit ziemlicher Bestimmtheit
ınnehmen, daß daß es sich hier um ein außergewöhn
iches Erscheinen der Saarkohle in Gegenden handel
lie sich ihr nur infolge des Ausfalls der englischen
sohle im Jahre 1926 und der damit verursachten Ver
schiebungen erschlossen haben. Denn es liegt auf der
Hand. daß die Saarkohle sich weder im Departemen!
iu Nord behaupten kann, wo sich ein Zentrum des
ranzösischen Kohlenbergbaues befindet. noch an der
xüste bei Le Havre, wo die englische Kohle jede
ionkurrenz aus dem Felde schlägt. Aus dem gleichen
ırunde ist auch die Verteilung der Saarkohle auf die
ibrigen exponierten Gebiete kritisch zu belrachten
Von wesentlichem Einfluß ist hier die Tarifpeoli
bik der einzelnen Eisenbahngesellschaften.
Für die zukünftige Entwicklung des Saarkohlen
ıbsatzes in Frankreich ist das Streben der lothringischer
Xohlengruben bemerkenswert, den Platz der Saar
sohlen in Frankreich einzunehmen. Nicht nur im
Zisenbahnabsatz, sondern auch im Wasserabsatz
iuchen die lothringischen Kohlengruben der Saarkohle
len Rang abzulaufen, indem sie einen Wasseranschluß
an den Saarkohlenkanal projektieren. Auch durch die
ıußerordentliche Förderzunahme der innerfranzösischen
Gruben, vor allem in Nordfrankreich, ver
angert sich das Spielfeld der Saarkohle in Frankreich
Zu den gegenwärtigen Großabnchmern der Saarkohle
na. Frankreich gehören die Eisenbahnen, bei denen der
Dampfbetrieb noch vorherrschend ist -- die Elektri
izierung der elsaß-lothringischen Eisenbahnen ist aller
lings in neuerer Zeit Gegenstand ornsthafter Erwägun
zen —, die Eisenhütten in Lothringen und Ostfrank
;eich, die sich vom Ruhrkoks unabhängig machen
wollen und in eigenen Kokereien Saarkohle, vermischt
nit fremder Kohle, zu verkoken beginnen. und die
Gaswerke. die die Saarkohle wegen ihres hohen Gas
gehaltes bevorzugen. Diese drei Gruppen beanspruchen
für sich über die Hälfte des gesamten Saarkohlenıbsalzes
in Frankreich, der kleinere Teil entfällt au’
lie übrigen Industriezweige. den Hausbrand 0SwWw