Full text : 33.1928 (0033)

dor

wenig Bedeutung beigemessen wird, Die menschliche
Sprache ist die Form. in der sich alles ausdrückt:
alle Sachlichkeit und alle Leidenschaft, wie sollle da
nicht dieser Acußerungsform menschlichen Willens
und menschlicher Gefühle allergrößte Bedeutung heikommen.
 Der Franzose hat ein Sprichwort: C’osl le
(On, qui fait la musique, das auch auf den Werkston
seine uneingeschränkte Bedeutung hat, Dabei darf dies
nicht außer acht gelassen werden: Unsere Arbeilerschaft
 ist in ihrem ganzen gedanklichen Lebenskreis
sehr viel einfacher, ursprünglicher, derber als die
Intellektuellen, Deshalb drückt sich das auch in der
Sprache aus, Wenn sich ein Arbeiter über seinen Vorgesetzten
 einmal etwas kraftvoll äußert, so ist das
in der Regel nicht! so schlimm gemeint, man kommt
mit ein bissel Humor entschieden besser darüber hin
weg, als wenn daraus eine Staalsaktion gemacht wird
die in mehr oder weniger großen Umfang Bestra
rungen nach sich ziehl. Das soll natürlich nicht heißen.
daß der Werkston von seien der Arbeiterschaft den
Vorgeseizlen gegenüber weniger gepfegl werden müsse,
ich will damit nur sagen, daß der Vorgeselzie, der
doch der intellektuell überlegene Ist. oder wenigstens
es sein soll, dieser Uecherlegenheit auch In der Bearteilung
 von Ausdrucksformen Raum geben sol]
Das Führt mich zu elwas anderem. das auch mul der
eichtigen Führergesinnung unlrennbar verbunden ist.
nämlich die richtige Anwendung von Strafen, Nor
ıllem ist eins wichlig: Kein irgendwie geayletes Veberschreiten
 von Disziplinarbefüugnissen, Der Arbeiter hat
immer ein gewisses Abhängigkeitsgefühl, Deshalb sl
°r ölHlen Bestrafungen gegenüber, vom einfachen An
schnauzer oder Verweis bis zur sirafweisen Enllassung,
 doppelt empfindlich, Wenn eine Sirafe nicht zu
sermeiden is!. so muß sie berechligl und gerecht sein,
nie darf der Vorgesetzte sich dabei ins Unrecht setzen
Gerade ein erliltenes Unrecht macht den Arbeiter zum
Gegner seiner Arbeit, macht sie ihm zur drückenden
ron, eilfremdel ihn dem Gedanken der Zusammen
iırbeit und der Gemeinschaft,
Damit hängt eng zusammen eine Anerkennung zur
rechten Zeit, Und hierin berühre ich einen Punkt. der
für den Erfolg unserer Anslalt von geradezu fundameontaler
 Bedeutung is! Viele Arbeiler unlerzichen
sich den Vebungen, die wir zu ihrer Förderung veranstalten.
 nur mit einem gewissen Maß von Mibirauven,
Ur witierL darin nur eine neue Methode der Unterıjcehmer.
 ihn, wie es im der Sprache des Klassenkampfes
 heißt. auszubeualen, Und doch machen ihm die
Vebungen schließlich Freude, wie wir ofl erfahren
aaben. denn er gewinnt vermehrles Zutrauen Zu sich.
zu seiner Krafl. seien Fähigkeniten, Wenn er dalurch
 mehr Teistet und infolgedessen, soweit es sich
um Akkordarbeiter handelt, mehr verdient lassen Sie
hm seinen Lohn. Nichts ist falscher. darin ist sich
lie moderne Betriebsführung einig, als cine höhere
Leistung, soweit sie aus dem Manne selbst kommt
lamit zu eonligelien, daß man den Akkord kürzt. dem
las empfinde! der Arbeiter geradezu als eine Strale
Mür gute Leistung. Ein yuter Lohn aber ist auch An-Liec*a

 RR ger

$-Nachdem

 wir wiederholt über das französische Zollinderungsgesetz.
 das sogenannle AddiUf. in seiner Entstehungsgeschichte
 und auch inhaltlich berichtet haben,
Jürfle es im Inleresse eines reibungslosen Waronverxchrs
 nunmehr geboten sein. die an der Einfuhr be-‚eiligten
 Firmen auch mit den Einzeiheiten des Additits
bekannt! zu machen, Wir geben deshalb nachstehend
and in der nächsten Nummer der „Saar-Wirtschaftszeitung“
 eine Vebersetzung der Liste B mit dem besonderen
 Hinweis, daß das Addilif nicht nur KErnöhungen
 bzw. einzelne Herabselzungen von Zollsätzen
>nthält, sondern auch Umfarilierungen verschiedener
Waren sowie Aenderungen des Worllaules verschiejener
 Positionen und Neuaufnahmen von früher im
Parif nicht genannter Erzeugnisse bringl

srkennung, or darf nicht nur angeschen werden als
illel zum erhöhten Genuß. er ist! doch Ääußeroes
Zeichen slörkerer Wertgeltung, stärkt als Zeichen des
Srfolges die eigene Kraft, weckt Freude an der Arbeit
nacht die Arbeit zum Leben, Und darauf kommt e«
ins ]a so schr an,
Ich bin mir bewußl. dort. wo Arbeiter In größeren
vameradschaften arbeiten. ist es oll schwer, Ja manchnal,
 unmöglich. die Leistung einzelner besonders zu
verten, denn dann wird gleich Neid und Mibgunst
inderer wach und vergällt ihm die Freude am Er.
'olge: hier muß dann die Anerkennung In anderer
Sorm gegeben werden, denn auch für die mündlich
wusgesprochene oder in anderer Form gegebene Aner
zsennung haben die meisten Arbeiter viel Gefühl und
erständuis.
Ausflubß echter Führergesinnung is! auch das Bei
pieh das Beispiel in der Arbeil, das Beispiel im Ver
yalten. Napo der darf Strafen und nur der darf anerzennen.
 der selbst überall Vorbild und deshalb über
‚ob und Tader erhaben ist, Nichts selzt einen Norge.
‚olzten in den Apgen seiner Untergebenen mehr herab
ls wenn er durch sein eigenes Verhalten in und
vußRer Dienst sich mil den Erfordernissen der Arbeit
a Widerspruch selzt. Derjentge nur ist ein Wahrer
“ührer. der sich selbst. seinen eigenen Willen unler
‚rdnen kann. nicht unterordnen unter den Willen de,
Jasse, aber untereordnen unter sein eigenes Verant
vorfungsgefühl. unterordnen anler den höheren Geichtspunkt
 der Gemeinschaft, Kein Mensch steht alleip
nun der Welt, jeder Isl eingegliedert in eine Gemein
chaft. heiße sie Familie, Freundschaft, Kameradschaft
‚ememde, Volk. Nalton oder sonstwie, Jeder. der h
ler Gemeimschaft Tehen und von Ihr getragen sein will
sat auch DPfIhehlen gegen sie und die vornehmsten ha
ler Führer,
Wars alske soll der Vorgesetzte sein? Er soll eir
“ührer sein. d.h. ein Meister in seinem Beruf, ei
Berater. cin Lehrer, ein Schlichter, einer der für
tech! und Billigkeit sowohl nach oben wie nacl
ınlen. einsteht. dem sowohl die Qualität der Arbeil
and die Zufriedenheit des Arbeiters wie die Produk:
jonsmenge am Herzen Hegt. Ber einem Vorgeselzleı
lieser Art gründet sich die Aytorlät als Vertreler der
Zelrichsdisziplin von selbst auf das moralische Ar
chen.
So IrHl also die Anstalt! Für Arbeitskunde heule ar
ze heran mil der Bitte, mit ihr in diesem Sinne zu
ırbeiten, aber nich! nur. indem Sie das aufnehmen
veileritragen und lebendig machen im Betriebe, was
vir Ihnen bringen. sondern indem Sie auch unsere
Arbeit befruchten durch Anregungen, Mitleihungen über
Srfahrungen und Vorschläge, Auch wir wollen Ge
neinschaftsarbeit treiben. zum Wohle der Saarwir!
schaft und aller mit ihr Verbundenen,
Ich möchte schließen mit den Worten. mit dener
der Generalfeldmarschall vv. Hindenburg seinen Tages
befchl vor der Schlacht von Tannenberg schloß
„Wir wollen zueinander Vertrauen fassen und
meinsam unsere Pflicht tun

Ag m
Aal 7

"Ip -ifmovelle.

Im Hinblick auf die außerordentlichen Schwierig
seiten. die sich durch die teilweise wissenschaftlich
ind fast nur Fachleuten verständliche Unterteilung
verschiedener Positionen ergeben. müssen wir natür
ich auf die Unverbindlichkeit der Ucherselzung ans
Irücklich aufmerksam machen,
Um auch den Nichtbeziehern der .„Saar-Wirtschafls-‚eitung“
 und vor allen Dingen auch den Firmen im
teichszollgebiet die Möglichkeit einer Unterrichtung
ıber die ncuen Zollsätze zu geben. werden wir die vor
jegenden Drucke zum Preise von 5 Fr. für den freier
Zezug bereilhalten
(Die Bezeichnung „siehe GG“ heißt „siehe General
arıft) X
            
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