In
au einem gewissen Grade notwendig, um die Arbeit
‚am Lebensinhall zu machen. denn — os kann nicht
ft genug wiederholt werden — Leben und Lebensnitlel.
kraft und Stoff. Geist und Materie, das sind
inner wieder die beiden Pole. ohne die keines vop
ıllem denkbar isl.
Solange aber als Zweck des Lebens bei vielen. heute
xvohl den meisten, Existenz und Genuß ill, solange
sommen wir auch mit einer Lohnerhöhung, d.h, einer
ochlen Lohnerhöhung, einer Stärkung der Kaufkraft,
acht weiler, denn diese wird sich nur in eine andere
Verlung des Genußmaßstabes umselzen.
Bis zu einem gewissen Grade ist die Lohnhöhe auch
war ein Symptom der Krankheit. denn Arbeitsunhust
ringt geringe Leistungen, diese naturgemäß geringe
„öhne, Solange wir der Krankheit nicht an die Wurzel
schen. solange sind Lohnerhöhungen unbrauchbare
Dalliatiynittel
Auch ein anderer Grund, nämlich die sogenannte
enisceclung der Arbeit durch die Maschine, ist nicht
ler Grund, weshalb so viele Arbeiler sich in ihrer
Kraft gehemmt fühlen, Zwar Ist richlig, wenn wir an
lie Zeilen denken, da von Industrie noch nicht gesprochen
werden konnle, da noch das Handwerk für
ılle, die es ergriffen, den goldenen Boden bildele, auf
lem sie zur Sclbständigkeit hinaufwuchsen. so hat
sich vieles geändert, Heute, im Zeitalter der Industrie,
ler Zusammenballung von Industrieunternehmungen,
dringen es von allen Arbeitnehmern nur verschwindend
wenige zu führenden und leilecnden Stellungen: aber
las ist ein Zustand, der die wenigsten störl, weil sie
n ihn hineingeboren sind. Unsere heutige Arbeilerschaft
betrachtet ja auch das Leben ebenso wie den
Ahyihmaus der inedernen Arbeit mil ganz anderen
Augen als die Geperalion vor 20 Jahren. geschweige
tenn. die, ie zur Blütezeit des Handwerks leblen
Was ist denn ührigens die Maschine anders als ein
Werkzeug? Ein schr komplizierles zwar. aber doch
ö5n Werkzeug. War es denn nicht auch Irüher so.
laß nur der, der das Werkzeug beherrschte. vorwärts
sommen konnle? Warum sollte es heute anders sein?
Ind wenn es wahr ist. daß so viele durch die Maschinenarbeit
sich beengl und bedrückt fühlen. so
sommt es wohl daher, daß sie die Maschine nicht
verstehen, daß sie sich nicht als Meister der Maschine
ühlen. sondern als ihr Diener, Entweder mangell es
an der nötigen Verbildung, oder an der erforderlichen
srafl oder an der Fähigkeit. sich dem Arbeilsrhvthnus
anzupassen, Aber auch Arbeiter, die nicht an der
Maschine arbeiten, fühlen so oft die Arbeit als eine
„ast. Warum wohl? Weil sie ihr auch hier einfach
Nchl gewachsen sind, Wer sich aber umgekehrt als
Terr der Maschine fühlt. wer ihre Mucken kennt, sich
hrem Tempo anzupassen vermag, ist auch der Machinenarbeil
gegenüber völlig anders eingeslelll
In diesem Zusammenhang möchte ich ein Buch ervähnen,
das in letzter Zeit recht viel von sich reden
nachte, Es ist geschrieben von Hendrik de Man. einem
Iolländer, der in Frankfurt a, M. an der Akademie
ler Arbeit wirkt. Es enthält 78 ausführliche Berichte
Ynfacher Arbeiter über ihre persönlichen Erlebnisse
n der Welt des Lebens und der Arbeil. In diesen
Zerichten offenbart sich zwingend die Gefühlswelt des
Nodernen Arbeiters und seine Einstellung zur Maschine,
mit der er heule so eng verknüpft ist.
Auch der Frage nach der „Arbeitsfreude‘, wie die
Jositive Einsteltung zur Arbeit wohl genannt werden
Kann, isl cin breiter Raum. ja der breiteste wohl einjeräuml.
Es zeigt sich in diesen Berichten, die der
verfasser selbst Beichten nennt, daß Maschinenarbeit
ls drückende Fron meisl nur dann empfunden wird,
venn der Arbeiter mit der Maschine aus irgend einem
runde nicht fertig wird. sei es. daß er sie nicht zu
landhaben versteht, sei es. daß er ihr körperlich nicht
gewachsen ist, sei es, daß er sich ihrem Rhvylihmus
licht anzupassen vermag.
Es verlohnt sich, dıe Zusammenfassung kurz kenen
zu lernen, die de Man selbst hierüber gibl und
a der er fünf Gründe angibl. die bei etwa vorhanlenem
Mangel an Arbeitsfreude eine Rolle spielen
„1, Die Arbeit an bestimmten Maschinen bedeulel
sjegenüber der früher Tür dieselbe Leistung angewandten
nanuellen Methode eine zu schwere körperliche An:
Arengung, Die Uebertragung dieses Einwandes auf die
Maschine im allgemeinen Ist schon aus dem Grunde
ınzulässig. weil für die allermeisten Verrichtungen die
Zinührung von Maschinen im Gegenteil eine LErleichecrung
der physischen Kraftleistung bedeutet
2. Bestimmte Maschinen oder maschinelle ArbeitsroZzesse
sind gefährlich oder gesundheitsschädlich
un Einwand. der zumeist mit dem eben angeführten
ng zusammenhängt. für den dieselben Beispiele gelten
sönnen. und der cbenfalls durchweg zu der Forderung
‘ner weiteren lechnischen Verbesserung führt
3. Die Maschine stell eine geistig zu schwere Aufjabe,
Wie unbedeutend dieser Sonderfall vom allgeneinen
Slandpunkt ist. geht daraus hervor. daß der
Maschine sonst das Gegenteil, nämlich die Entigeislizung
der Aufgabe, vorgeworfen wird. Sofern sie eine
1öhere geistige Potenzierung oder Berufsqualifiziert-1eil
erfordert, verwandelt sich bei geeigneter Vorildung
dieser Sondernachteil in einen Allgemeinvor
el.
1. Die Maschine bedroht die soziale Stellung des in
jemselben Produklionszweig beschäftigten Handarbeiers.
indem sie a die Lohnhöhe herabdrückt. bb die
Kxlstenzsicherheil verringert infolge von Veberpro-Iuklionskrisen
und Arbeitslosigkeit. © den Weiteresland
des Preduklionszweiges überhaupt gefährdet
nieolge einer Verlegung des Nachtragegchietes, dd die
soziale Gellung des gelernlen Arbeiters verringert, oder
‘ indem sie von einem bereits an der Maschine beschäfligten
Arbeiter eine erhöhte Arbeitsteistung mil
dark erhöhler Produktivität ohne entsprechend er.
1öhien Verdienst erfordert
Dieser letzte Ursachenkomplex ist natürlich sehr
ynsl zu nchmen. Jedoch ist zu bemerken. daß es sich
ver um millelbare soziale Wirkungen handelt. die
ber je nach der Art der sozialen Umslände in ihren
yachleiligen Folgen, gemildert, aufgehoben oder in Voreile
verwandelt werden können.“
Dieser soziale Ursachenkomplex scheidel Für unsere
\nstall für Arbeitskunde aus,
Zusammenfassend sagt de Man, daß es ebenso viele
“älle gibl. wo die fabrikmäßige Maschinenarbeit als
ine Erleichterung und ein sozialer Aufstieg empfunden
vird. wie umgekehrt.
Nun wäre es aber sehr einseilig. wollle man die
“rage nach der Arbeilsfreude nur vom Lohne her oder
‚on der Arbeit selbst her betrachten. Js gibt einen
zjanz besonders wichtigen Komplex von Fragen. der
delleicht der wichtigste überhaupt isl. Und wenn der
'orher behandelte Komplex etwa mil technischen Hemnungen
bezeichnet werden kann. so können wir diese
nit menschlichen öder seelischen Hemmungen bezeichwon.
Und diese- entstehen einmal aus dem Verhältnis
ler Arbeiinchmer untereinander, wie auch, und das is!
wsonders wichlig, aus dem Verhältnis zu den Vorjeselzten
Im Verhältnis der Arbeitnehmer untereinander schen
vir die Gegensätze z. B. zwischen gelernien und
urgelernien Arbeitern und können oft erleben. daß
bei dem gelernien Arbeiler eine gewisse Arbeitsinlust
vorhanden isl. wenn er das Empfinden hal,
laß seine materielle und soziale Werlgeltung von der
los ungelernien nicht genügend unterschieden ist. Wir
‚chen Gegensätze zwischen Arbeitern und Angestellten
‚wischen männlichen und weiblichen. zwischen jugend:
ichen und erwachsenen. verheirateten und unverviralteten.
zwischen Arbeitern verschiedener Weltinschauungen.
Aus diesen Gegensätzen entstehen Ransünen.
Kabalen, Schikanen, die in recht vielen Fällen
ler Grund zur Arbeitsunlust überhaupt werden können
der eine bereits vorhandene Arbeitsunlust noch mehr
zu steigern vermögen. Eine Milderung dieser Erscheinungen
erhoffen wir als Nebenwirkung unserer
Arbeit. in dem Maße, in dem das Gefühl für Gemeinschaft
und Selbstveraniwortlichkeit wächst und stärker
vird