Full text : 33.1928 (0033)

inbezug aut den Arbeitenden selbst zweckhalt bestimmt
 ist. Welches ist nun aber vom Arbeitenden aus
yeschen der Zweck der Arbeit? Fragen wir einen
Arbeiter: Warum arbeitest Du? So wird er uns in
Jen meisien Fällen antworten: Ich arbeile, um zu
lcben! Also isl der Zweck für diesen Arbeiler, den
Lebensunterhalt für sich und die Seinen zu veorlienen,
 als Vorbedingung für die Erreichung und FErjaltung
 einer gewissen Lebenshöhe,
Aber wenn neben den produkliven Zweck der Arseit
 nur der Zweck des Lebensunterhaltes der Arbeienden
 selbst gestellt wird, so ist dies wiederum eine
;ccht einseilige und wiederum materielle Zwecekbestimmung.
 aur mil dem Unterschied, daß der Zweck
Jiesmal nicht mit den Augen des Produzenten, sondern
 mit denen des Konsumenten geschen wird. Krzw
 ugumg und Verbrauch aber sind gleichwerlig und
vedingen sich gegenseilig und zwar so, daß unter bestimmten
 Vorausselzungen, die zu erörliern heule zu
weil führen würde, eine sleigende Erzeugung einen
steigenden Verbrauch, ein steigender Verbrauch aber
ine steigende Erzengung zur Folge hal, Der Produszentenzweck
 und der Konsumenlenzweck der Arbeit ist
ılso eigeniheh einundderselbe, folglich können auch,
um graßen Rahmen geschen. die gleichen Maßnahmen
ann Ziele Tühren.
Diese Maßnahmen aber sind rein lechnischer Nalur;
hre Durchführung ist Sache der Ingenieure, der
Organisatoren und muß vom Betriebe selbst aus durch.
zeführt und beurteilt werden.
Vcherdies, meine Herren, geben die meisten Arbei-‚or
 die Antwort: „Tech arbeile, um zu leben”, weil sie
mplieite das Gefühl haben, daß die Arbeit etwas sel.
las außerhalb des eigentlichen Lebens siehe. wobel
lann „Leben“ mit „Genießen gleichgestellt wird. die
Arbeit selbst aber als ein mehr oder weniger unerwünschter.
 und drückender Zwang empfunden wird,
Jen abzuschülleln oder wenigstens zu verringern. geradezu
 als eine Notwendigkeit angeschen wird
Nun gibt es Freilich auch viele, viele andere, die den
Aweck der Arbeit mechlt nur in Existenz und Genuß
schen, die vielmehr den Zweck der Arbeit darin schen,
las Leben überhaupt erst mit Inhalt zu erfüllen, die
nit anderen Worten Arbeit gleich Leben setzen. in der
Arbeit die Erfüllung des Lebens schen. Solche Menschen
 leben ihr Leben doppelt. ja vielfach, weil es jenes
negierende Zwangsgefühl im einen Teil des Tages im
Gegensatz zu dem Genußgefühl des Freiseins und des
Funkönnens, was man will, im anderen Teil des Tages.
gar nicht gibt, Für sie gibt es kein Zerrissensein an
jedem Tage von neuem, sondern nur ein positives
Lebensgefühl, eine einzige große innere Harmonie,
(armonic des einzelnen aber führt zur Harmonie des
janzen, Harmonie des Ganzen aber ist Gemeinschaftt,
Bei solchen Menschen aber ist die Arbeit ganz
inders zweckhaft bestimml,. nicht mehr materiell, sonlern
 geislig. nicht mehr einseilig. sondern umfassend.

für Industrie u Handel / Saarl. Produkt

Prima Qual:

Ist aber der Zweck der Arbeit, ihre Zielselzung
inders gearlei, so müssen es auch die Wege sein
lie zum Ziele führen, Und wenn es Sache des tech
ıuschen Betriches isl, die materichle Rationalisierung
turchzuführen, die dem produktiven und konsumliven
Aweck dienl, so hat es sich die Anslall für Arbeits.
sunde zum Ziele geselzl, die geislige Ralionalisierung
ler Arbeit zu fördern.
Nicht das Produkt sticht bei ihr im Vordergrund
andern der Mensch.
Nun dürfen allerdings keine falschen Schlüsse ge.
sogen werden, Vor allem nicht der. als ob sich nun
le Menschenvirtschalt von der Produktionswirtschuft
rennen Heße, Kraft und SIoff sind unzerstörbar. Die
Nandlungen, die wir schen, sind nur Zuslandswand.
ungen, Das Salz. das sich im Wasser 16st, verlier!
war seine Salzgestall, Lebt aber in der Lösung weiter
ind wenn es durch den elektrischen Sirom zerselzi
vird, so spaltet os sıch In Natrium und Chlor: das
ılles sind nur Zustandsänderungen: ebenso verwande]
ach die Wärme- in Krafl, die Kraft wieder in Wärme
nn Licht, in Slrom, in Lehen und wieder in Krafl
such das sind nur Zustandsänderungen, Kralt und
Molf existieren gleichzeitig und gleichwertig, ragen
ind bewegen einander, Kins ohne das andere kann
‚Jjch nicht Außern, Diese physikalische Erkennini
leckt sich mit der philosophischen. daß Geist und
Materie ewig sind, So kann sich auch der Mensch
‘om Produkt nicht trennen und auch seine Krafl
iußerung am Produkt, die Arbeit nämlich, nicht vom
’rodukt lösen. Deshalb ist auch die Menschenwirt
schafl von der Produklionswirtschaft nicht gesonder
zu behandeln. Es ist der Produklionswirtschaft zum
vorwurf semacht worden und wird ihr noch heute
am Vorwurf gemacht, daß sie den Menschen zu wenig
ar Gellung kommen Tasse, daß sie seine Menschen
wchle zu wenig achte: das war ein Fehler, an dessen
‘olgen wir alle leiden: hüten wir uns vor dem gegeneiltgen
 Fehler. hülen wir uns davor. daß wir die
*roduklion vernachlässigen. Es muß im Gegenteil für
ton höchsten Sland der Produktion Sorge getragen
vorden, denen nur anf dieser Grundlage 1äßt sich ein
arfolgreiche Menschenwirtschaft aufbauen, aber auch
umgekehrt ist diese wiederum die Grundlage für ein«
lübenaec Wirtschaft,
Hier schen Sie also die Aufgabe:
Die Kraft im arbeitenden Menschen Tördern, ihr
ver machen von inneren Gegensälzlichkeiten zur Ar
„eilt, ihm Arbeit zum Leben machen.
Und der Weg?
Wenn wir diese Antwort finden wollen. so Iragen
xir ersl einmal, warum Ist die Kraft des Menschen
schemmt und unfrei? Warum lebl er in einem (Gegensalz
 zur Arbeit, die er als J'ron und Last empfindel‘
Unter hundert Antworten lauten 90: „Weil er nich!
zonug verdient!“ Diese Antwort aber, meine Herren,
is! nur Zum allerkleinsten Teile richtig, Seihstversländlich
 ist die Befriedigung materieller Bedürfnisse hr

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