Full text : 33.1928 (0033)

Jer Baustelle‘ oder in besonderer Anlage am Verbrauchsort
 zunächst vor dem Einbau noch weiterverarbeitet
 werden,
Frachtberechnung:
Die Fracht wird nach den Entfernungen des Kilometer-‚eigers
 und den Frachtsätzen des Frachtsatzzeigers (S. 21
serechnet.
Ueber weitere Einzelheiten erteilt das Verkehrs- und
Farifhüro der Handelskammer jederzeit gerne Auskuntt

Niederschrift
iber die Besprechung von Eisenbahn-Verkehrsragen
 im Sitzungssaale der Eisenbahndirektion
des Saargebietes am 6. Februar 1928.
(Schluß.)
IV. Güterverkehrsangelegenheiten.
Herr Oberregierungsrat Herrmann berichtet über die
Abwickelung des Verkehrs wie folgt:
+ Güterbeförderungsdienst.
im Kalenderjahr 1927 hatte sich der Güterverkehr im
zroßen und ganzen wieder glatt abgewickelt. Aulßergewöhnliche
 Schwankungen waren in den einzelnen Monaten
aicht zu verzeichnen, insbesondere nicht bei den Massen-‚ütern
 (Kohlen, Eisen, Erz), die den Hauptverkehr der
Eisenbahndirektion des Saargebietes darstellen. Der Verkehr
 war also das ganze Jahr hindurch ziemlich wleichnäßig.

In der GOlasindustrie wurden einige Hütten stillgelegt,
andere hatten nach Durchführung ihrer Umstellung und
Umbauten den Betrieb wieder voll aufgenommen. Die
veiterverarbeitende Eisenindustrie wurde von einem fünfvöchigen
 Streik betroffen, und zwar von Ende April bis
Anfang Juni, der sich ziemlich allgemein auf die weiter:
‚erarbeitende FEisenindustrie ausgedehnt hatte. Bei den
Yüttenwerken waren im Juli und November kurze Teil-;treiks
 ausgebrochen. Im Bergbau wurden 23 Feier:
schichten eingelegt. Der durch das Stillager einiger Gilasaütten,
 die Streiks und die Feierschichten entstandene
Verkehrsausfall trat nicht in Erscheinung, da er
uf andere Weise wieder ausgeglichen wurde, insbesondere
 durch den stärkeren Verkehr aus dem Reich, der
auf die Verbesserung des Handelsabkommens zwischen
Deutschland und Frankreich und des besonderen Saarzol)-ıbkommens
 zurückzuführen ist.
Der Gesamtverkehr belief sich im Jahre 1927 auf rund
21,4 Millionen Tonnen gegenüber 20,7 Millionen Tonnen
m Jahre vorher. Das ist ein Mehr von 700000 t oder
ine Steigerung von 3 bis 4 9%.
Am 30. Juni waren das vorläufige Handelsabkommen
‚wischen Deutschland und Frankreich und das besondere
3aarzollabkommen zwischen dem Saargebiet und dem
Reich außer Kraft getreten. Das Saarzollabkommen wurde
am 15. Juli erneuert, der neue Handelsvertrag zwischen
Deutschland und Frankreich wurde aber erst nach einer
Unterbrechung von 10 Wochen in Kraft gesetzt. Der
Verkehr zwischen dem Reich und dem Saargebiet war
vährend dieser Zeit etwas schwächer. war aber doch
licht ins Stocken geraten.
Während des Streiks der Eisenbahnarbeiter in der Zeit
‚om 1. bis 11. Dezember konnte der Verkehr aufrechterhalten
 werden, ohne daß Sperren oder sonstige einschneidende
 Maßnahmen angeordnet zu werden brauchten.
Dank verdiene das in den Tagen des Streiks festgestellte
nnige Zusammenarbeiten der beteiligten Wirtschaftskreise,
Tees ondere der Spediteure, mit den einzelnen Dienst«
stellen.
Unter Verkehrssperren anderer Verwaltungen hatte das
Saargebiet nicht zu leiden.
Nach Inkrafttreten des neuen Handelsvertrages zwischen
Deutschland und Frankreich wurde der Verkehr aus dem
Reich wesentlich stärker, so daß sich die Zollhallen
in Saarbrücken als zu klein erwiesen. Infolgedessen mußte
St. Wendel zur Verzollung gewisser, für Saarbrücken bestimmter
 Sendungen in Änspruch genommen werden.
Die Eisenbahndirektion prüft, ob zur Verbesserung der
Verhältnisse bei der Verzollung die Errichtung einer

veiteren Zollhalle im Ortsgüterbahnhof und weitere Halenvergrößerungen
 im Ortsgüterbahnhof und bei der Eilsutabfertigung
 Saarbrücken Hbf. durchführbar sind. Sie
rJaubt, daß gegebenenfalls atuıch dem Antrag der Handels-<ammer
 Saarbrücken entsprechend eine Zollabfertigung
wei der Eilgutabfertigung Saarbrücken Hbf. eingerichtet
verden könne. Der weitere Antrag der Handelskammer,
lie Verzollung von Saarbrücker Sendungen in St. Wende!
aufzuheben, bedarf eingehender Prüfung.
Die Unregelmäßigkeiten im Verkehr aus Frankreich
ıatten trotz der Bemühungen der Eisenbahndirektion nicht
ıbyenommen. Das ist um so bemerkenswerter, weil es
ich in diesen Verkehrsbeziehungen hauptsächlich um
eichtverderbliche Eilgutsendungen handelt.
Im folgenden sollen einige Zahlen aus der Güterbewezung
 in der Zeit vom 1. Oktober 1926 bis 30. September
1927 gegeben werden:
1. Gesamtgüterverkehr:
Stückgut Waygenladungen
Empfang Versand Empfang Versand
130.000 t S4 000 1 12 131.000 t 15 884 000 t
yegenüber dem Jahre 1926
3.000 t - 2000 t 758000 t -— 516000 t
Nach Güterarten verteilen sich die obengenannten Men-:om
 412131000 t im Empfang ifolgendermaßen: Erze:
2867000 t, Kohlen: 324900 t, Koks: 336.000 t, sonstige
jüter: 3714000 tt. Unter „sonstige Güter‘ fallen insjesondere:
 Zement, Briketts, Düngemittel, Kies und Sand,
Fon, Getreide, Holz, Kalk, Kartoffeln, Mehl und Kleie
iteine aller Art und Kleinschlag.
Die Versandmengen von 13884000 t an Wagenladungen
‘erteilen sich folgendermaßen: Kohlen: 11432000 t, Koks:
11000 t Eisen: 1960900 t, sonstige Güter: 2081000 t.
Unter „sonstige Güter‘ fallen insbesondere: Düngemittel,
Kies und Sand, Glas und Glaswaren, Holz, Kalk, Steine
and Tonwaren,
2, Der Tierverkehr war im Berichtsjahr wesentlich
stärker als im Vorjahre:
CGroßvich Kleinvieh
Empfang Versand Empfang Versand
39 000 St. 18 000 St. 141 000 St. 85 000 St.
gegenüber dem Jahre 1926
20009 St. 35000 St. 58000 St. --23 000 St.
3. Fleisch. Die bei der hiesigen Eilgutabfertigung
Aingerichtete Fleischbeschaustelle, bei der alle für Saarrücken
 und die Nachbarstationen bestimmten Fleischsendungen
 aus dem Auslande untersucht werden, wurde
veiter ausgebaut. Die Abfertigung selbst hatte sich hier
‚cibungslos abgewickelt. Es wurden täglich durchschmittich
 400 kg Fleisch untersucht, das teils in geschlossenen
Wagen, teils als Stückgut, und zwar hauptsächlich von
daris, ankam.
4. Fische. Die Beförderungszeiten für die Fischsenlungen
 waren gut, sie betrugen für Sendungen von den
leutschen und französischen Häfen bis zur Saargebietszrenze
 durchschnittlich 24 Stunden. Die Verteilung der
“ischsendungen hatte sich gegenüber dem Vorjahre etwas
zeindert. In Saarbrücken trafen durchschnittlich wöchentich
 8 bis 10 Wagen, in Bous 1 bis 2 Wagen ein. Die
fische wurden in Saarbrücken und Bous aufgeteilt und
ıls Stückgutsendungen nach anderen Stationen des Saarzebietes
 weitergesandt.
3. Milch. Der Milchverkehr war im Jahre 1927 gegen
len Verkehr des Vorjahres zurückgegangen, weil ein Teil
ler Milch wegen angeblich nicht ganz günstiger Zugverbindungen
 auf das Auto übergegangen war. Im In-'eresse
 der Volksernährung erscheint das bedawuerlich, da
lie Beförderung der Milch mit dem Auto sich teurer
stellen dürfte als die Beförderung mit der Eisenbahn.
die Fisenbahn schenkt der Milchbeförderung die größte
Aufmerksamkeit, und sie hält im Benehmen mit den Milch-1ändlern
 eine befriedigende Lösung für möglich,
Es kamen täglich auf:
In Blieskastel: 1927: 265 Kannen = 5320 1;
1926: 300 Kannen -.= 7000 1; 1927 also 1700 1 weniger
als 1026.
Von Elsaß und Lothringen: 10927: 3200 Kannen
: 68000 1; 1926: 3000 Kannen == 75000 1; mithin in
1927 7000 1 weniger als in 1926.
Saarbrücken Hbf. erhielt täglich: 1927: 12000
<annen == 29000 1; 1926: 12000 Kannen = 35000 I:
mithin in 1927 6000 I weniger als in 1926.
            
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