beiden Gebieten in dieser Frage auf die Verhältnisse
im Saargebiet übertragen werden. Zu erwähnen ist
([olgendes:
Kaskel, Arbeitsrecht, Berlin 1928. S. 213: „Und sie
(die Beschäftigungsdauer) umfaßt endlich nicht die
Zeit des Fortbildungsschulunterrichts‘“
Landmann, Kommentar zur Gewerbeordnung. VII
Auflage, Anım. 4, Abs. 6 zu 8 127 (S. 446) verneint
lie Frage gleichfalls, „da die gesetzlichen Beschränkungen
der Arbeitszeit stets die Arbeitszeit im Be-:rieb
im Auge haben“.
schoppen, Deutsche Arbeitgeber-Kartothek, Karte „Die
Arbeitszeil“ verneint die Frage im Anschluß an das
Urteil des OLG. Dresden _s. u.)
Das Gewerbeamt D in Dresden ist mit der herrschenden
Spruchpraxis der Ansicht, daß die Fortbildungsschulzeit
nicht als Arbeitszeit anzusehen und
mithin der Arbeitgeber berechtigt ist. die versäumle
Arbeitszeit nacharbeiten zu lassen.
Deutsche Arbeitgeber-Katothek, Bochum. Karte „Lehr
inge‘“ vom 1. 4, 1923.
Entgegengeselziecr Auffassung ist ein auch im übrigen
ıbgelchnter Bescheid des Reichsarbeitsministers vom
5. 1. und 3. 5. 1920, der allerdings de lege ferenda
‚spricht und die: Entscheidung nach den bestehenden
sesetzen den Gerichten überläßt.
Aus der Spruchpraxis sclbst ‘jsl anzuführen:
Das Schöffengericht Lahr ‘vom 23. 2. 1922 gibt
lem Lehrherrn die Berechtigung, den Lehrling nach:
ırbeiten zu lassen. Das Oberlandesgericht Dresden
Strafsenat” vom 6. 1. 1922 /AZ. OLG. HC 413.2)
Nr. 2) entscheidet gleichfalls, daß zwischen Arbeitszeit
und Fortbildungsschulzeit zu unterscheiden ist und
beide einander nicht gleichzustellen sind.
Vierles Ergebnis: Die durch den Besuch
der Fortbildungs- Berufs- Schule versäumte Ar
beitszeit zählt nicht als Arbeitszeit, und der Ar
beitgeber ist notwendigenfalles berechtigt, die ver
säumte Arbeitszeit nacharbeiten zu lassen
Die Roheisen- und Rehstahlgewinnung Lofbringens im Jahre 19927.
Die lothringische Eisenindustrie hat für das Jahr 1027
:öinen Produktionsrückgang von rund 200000 t
Roheisen und 100000 t Rohstahl zu verzeichnen, Gezenüber
dem Jahre 1926, das mit 3374000 t Roheisen
und 2800000 t Rohstahl einen Höchststand ergab, beläuft
sich die Produktion des Jahres auf 3374000 t Roheisen
und 2707000 t Rohstahl. Die Roheisengewinnung
bleibt noch rund um eine halbe Million Tonnen hinter
dem Friedensstand von 1913 (3684000 t) zurück, während
in der Rohstahlerzeugung das Friedensergebnis (2286000
Tonnen) bereits seit mehreren Jahren überschritten ist.
Die Entwicklung hat sich in der lothringischen Eisen-.ndustrie
umgekehrt vollzogen wie im Saargebiet, wo die
Roheisenproduktion stark gesteigert, die Rohstahlrewinnung
dagegen zurückgeblieben ist.
Von den im Jahre 1927 auf den lothringischen Hüttenwerken
erzeugten 2707000 t Rohstahl entfallen
2233000 t auf Thomasstahl und 473000 t auf Siemens-Martin-Stahl.
Der Rückgang gegenüber dem Jahre
1926 entfällt ganz auf Thomasstahl (1926: 2341 000
Tonnen), während beim Siemens-Martin-Stahl sogar eine
Steigerung zu verzeichnen ist (1926: 459000 t).
Für die Erzeugung in den einzelnen Monaten
1927 ergibt sich folgendes Bild (alles in 1000 t):
davon
Roheisen Rohstahl Thomasstahl ha
101 5
‘Monatsdurch-
Januar
Februar
März
April
Mai
Tuni 27
luli "78
August 285
September 280 "M
Iktober 208 237
November 279 220 Z
Dezember 287 236 198
Insgesamt 3374 2707 2233 473
)Der Monatsdurchschnitt 1926 wurde danach bei der Roheisenerzeugung
nur im Oktober 1927 erreicht, der nächstbeste
Monat war der März. Die Rohstahlgewinnung erreichte
gleichfalls im März 1927 ihren besten Stand. —
Das in Lothringen im Jahre 1927 erzielte Ergebnis widerspiegelt
sich in demjenigen Gesamtfrankreichs, Es betrug
lie gesamtfranzösische Gewinnung an Roheisen
2293000 t 1927 gegen 9393000 t 1926 und an Rohstahl
3275000 t 1927 gegen 8386000 t 1926.
Von den 66 im lothringischen Hüttenrevier befindlichen
Hochöfen waren durchschnittlich 43—46 Einheiten unter
175
7euer. Am 1. Februar 1928 wurde auf den de Wendelichen
Werken in Hayingen ein neuer, ganz modernen
dochofen mit einem täglichen Ausbringen von 300 t Rohsen
in Betrieb genommen, zu dessen Bedienung nur
>) Mann erforderlich sein sollen. Der Ausbau der Be.
riebsanlagen ist programmäßig fortgesetzt worden,
nsbesondere wird die Erweiterung der elektri:
schen Zentralen betrieben. In der Wärmewirtschaft
vird der möglichst restlosen Ausnutzung der Hochofengase
jesondere Beachtung geschenkt. Schließlich ist noch aut
lie Errichtung eigener Kokereien durch die
othringischen Hüttenwerke hinzuweisen. Die ehemalige
Zarlshütte in Diedenhofen hat ihrer ersten Anlage, die
;ich gut bewährt hat, eine zweite Batterie von Koksöfen
hinzugefügt, und auch in Hagendingen ist eine Kokereianlage
in Angriff genommen. Nach Ansicht von berufener
saß-lothringischer Wirtschaftsseite — es handelt sich um
len Vorstandsbericht der Allgemeinen Elsässischen Bankzesellschaft
— hat die Machtstellung der loth-‘ingischen
Schwerindustrie trotz vorübergehenler
rückläufiger Position sich weiter gefestigt. Ca.
Fracht“
rn
rrachtenprüfung
Beratung in allen
Tarif- u verkehrsrechtlichen
Fragen
Durchführung von
Frachtentschädigungs-?eklamationen
besnarat vorteilhaft
Verkehrs- u. Tariibüro
der Handelskammer