Full text : 33.1928 (0033)

Zu Punkt 6 der Tagesordnung: „Erhöhung der
ıranzösischen Gütertarife und der Gemeinschaftstarife Saar:
ahnen — französische Bahnen‘ berichtet Herr Wal
acher unter Anlehnung und Hinweis auf die einzehenden
 Veröffentlichungen in „Saar-Wirtschaftszeitung“
Nr. 9 vom 3. vorigen Monats liber das Ausmaß der
neuen Erhöhung, die mit 10,4-—12°0 der gegenwärtig
ültigen Frachtsätze nicht nur der französischen Wirtschaft
 außerordentliche Belastungen auferlege, sondern auch
las Wirtschaftsleben des Saargehbhietes empfindlich treffe,
zumal die Gemeinschaftstarite zwischen den Saarbahnen
und den französischen Bahnen für Erze, Kohlen und
metallurgische Erzeugnisse, selbst für den saarländischen
streckenanteil, in gleicher Weise wie die französischen
Binnentariıfe erhöht worden seien, Die für gewisse Güterırten,
 namentlich Lebensmittel, Düngemittel und Steine
UsW., gewährten Ermäbigungen betrügen 53 bzw. 10.04 der
Grundfrachten, teilweise an Entiernungen von 50 oder
55 km oder Frachtzahlung für diese Entfernung gebunden,
Die näheren Einzelheiten, die in einem besonderen Rundschreiben
 zusammengefaßt, die Grundlage für eine zuverlässige
 Frachtberechnung zu den neuen Bedingungen erseben,
 würden in Nr. 10 der „Saar-Wirtschaftszeitung‘‘
veröffentlicht, auf die zur Vermeidung der Wiederholung
verwiesen sei.
Ferner berichtet der Referent über den Antrag auf
Detarifierung von Benzol, der leider von der Deutschen
Keichsbahn abyelchnt worden sei, Erleichterung für dieses
ut sei durch die Einführung durchgerechneter Fracht-Sätze
 des Sondertarifs erreicht. Cileichzeitig macht er
auf die am 1. März 1928 in Kraft getretene Erweiterung
ler Sondertarife für gewisse lebenswichtige Güter aufmerk-‚am
 und verweist auch hierbei auf die bereits erflogte
ingehende Berichterstattung in der „Saar-Wirtschafts.
seitun zz‘ und Kundschreiben

Punkt 7 der Tagyesoranung: „Luftverkehr‘‘.
Herr Martin als Berichterstatter bedauert, immer noch
nicht in der Lage zu sein, hinsichtlich der Aufnahme des
regelmäßigen Lutftverkehrs positive Mitteilungen machen
zu können. Zwar hätten die Verhandlungen /wischen
Reichsregierung und Saarregierung neuerdings wesentliche
Fortschritte gemacht, so daß mit einer baldigen diesbezüglichen
 Regelung gerechnet werden könne. Leider aber
bestünden immer noch wesentliche Hemmnisse in der
Frage der Beteiligung der Regierungskommission an der
Flughafengesellschaft. Es lasse sich auch im Augenblick
Joch nicht übersehen, wie die fraglichen Schwierigkeiten
überbrückt werden könnten. Die Flughafengesellschaft
habe die ihr aufgezwungene Muße dazu benutzt, die Einichtungen
 des Flughafens weiter zu vervollkommenen.
Die Vergrößerung des Abfertigungsgebäudes sei durchzeführt,
 so daß jetzt ausreichende Unterbringungsmögüichkeiten
 für Funken- und Wetterstation sowie für die den
Verkehr mic Saarbrücken aufzunehmenden Verkehrsgesellschaften
 zur Verfügung stünden. Der Berichterstatter
zibt weiterhin Kenntnis von den im Sommerflugplan
seitens der Deutschen Lufthansa für Saarbrücken vorgesehenen
 Fluglinien, nämlich:
Linie 51: Saarbrücken Frankfurt;
„inie 52: Saarhrücken Karisruhe - Stuttgart -
München;
Linie 88: Saarbrücken -- Köln, und schließlich noch
„inic 57: Saarbrücken - Kaiserslautern Mannheim
 - Stuttgart.
tür die Linie Saarbrücken -- Frankfurt seien folgende
Flugzeiten vorgesehen: Saarbrücken ab 8 Uhr, Frankfurt
un 9,20 Uhr; Frankfurt ab 17,30 Uhr, Saarbrücken an
1850 Uhr.
_inie 52 Saarbrücken -— München habe folgenden Fluglan:
 Saarbrücken ab 8,55 Uhr, München an 12,40 Uhr
‚mit Anschlüssen nach Prag, Wien, Salzburg, Innsbruck,
Mailand); München ab 14,10 Uhr, Saarbrücken an 17,35
Ihr,
Linie 88 Saarbrücken — Köln: Saarbrücken ab 11,15
Jhr Köln an 12,50 Uhr (mit Anschlüssen nach Berlin
16,45 Uhr, Hamburg 16,20 Uhr, Kopenhagen 18,25 Uhr,
Amsterdam 15,30 Uhr, London 18,535 Uhr); Köln ah
14,55 Uhr, Saarbrücken an 16,30 Uhr.
Bei dieser letzteren Linie sei jedoch zu bedenken, daß
je subventionspflichtig sei. Das gleiche gelte auch {für
Lime 57 Saarbrücken --- Kaiserslautern .-- Mannheim --Stuttgart,
 bei der überdies noch hinzukomme, daß Kaisersautern
 zurzeit noch über keinen Flughafen verfüge, so

jab also mit dieser Linie bis auf weiteres nicht gerechne
verden könne. Die Bemühungen, die KLM, bzw. di
Zalair auf der von ihnen beilogenen Strecke Basel ..
zotterdam zu einer Zwischenlandung in Saarbrücken zu
‚eranlassen, hätten leider bis jetzt nach zu keinem Fr
s‚ebnis geführt.
Der Berichterstatter verweist ferner auf die im Landes.
at seitens des Abgeordneten Kiefer aufgestellte Forde.
ung, die Herrichtung des Großen Exerzierplatzes in Saarrücken
 als endgültigen Flughafen im Rahmen des von
ler Regierung in Aussicht genommenen Notstandspros;ramms
 vorzusehen. Diese Forderung sei um so mehr
zu begrüßen, als man ja auf die Dauer mit dem gegen.
värtigen Flughafen doch nicht auskommen werde und
nit den zur Nivellierung des Exerzierplatzes erforderlichen
imfangreichen Arbeiten rechtzeitig begonnen werden
nüsse. Der Berichterstatter teilt ferner mit, daß die
"lughafengesellschaft die Vertretung der Junkers Luit.
>5ild übernommen habe. Nähere Einzelheiten würder
len interessierten Firmen noch durch Rundschreiben zu
sehen.
Funkt 8 der Tagesordnung: „Fernsprechvergehr‘.
 Die vielfachen Klagen, die beinahe ständig übe
jen Fernsprechverkehr im Saargebiet laut werden, haben
lie Handelskammer veranlalßt, gestützt auf das gesamnelte
 Material, den einzelnen Beschwerdepunkten nachuyehen.
 Von den Vertretern der Oberpostdirektion mußte
‘ugegeben werden, daß ein Teil der Klagen zweifellos
eine Berechtigung hat. Der Ausbau und die Moderni
Acrung der Änlagen sei im Rahmen des Möglichen er
'olgt. Darüber hinaus sei eine weitere Vervollkommnung
mit Rücksicht auf die un/zulänglichen Raumverhältnisse
acht möglich. Damit könne erst yerechnet werden, wenr
ler Bau des geplanten Hauptpostamtes in der Trierer
Straße fertiggestellt sei. Auch die Beamten und Beamtinner
ırbeiten unter besonders ungünstigen Verhältnissen, so
laß sich auch daraus ein Teil der Beschwerden erklären
älßt. Was einzelne Beschwerden anyveht, so ist hierzu
olgendes zu sayen: Für die allseitig beklagten plöt7-ıchen
 Unterbrechungen der Gespräche hat sich bisher keir
irund dinden lassen. Hier wird es als zweckmäßig er
‚Chtet, dal solche Fälle sofort dem Hauptpostamt mitreteilt
 werden, weil nur auf diesem Wege die Möglichkeit
ıesteht, den Grund ausfindig zu machen. Da die Er
cheinung tatsächlich allgemein ist, kann es sich nicht
;twa um Unachtsamkeiten einzelner Beamten handeln
Was das zu lange Warten auf den Anschluß angeht, sc
ind hier die Klagen zum Teil sicher auch berechtigt,
la der Verkehr auf normale Verhältnisse eingestellt ist
ınd in besonders verkehrsreichen Stunden schon diese
Aängel auftreten können. Wenn bei Nachtgesprächen
ler Teilnehmer längere Zeit auf den Anschluß warten muß
:o hat das darin seinen Grund, daß in den verkehrs:
chwachen Nachtstunden weniger Personal anwesend ist
vobei jeder einzelne mehrere Schränke bedienen muß
Nenn diesem Gesichtspunkt auch stattyegehen werden
ann, so wird es von den Teilnehmern doch nicht ver-;tanden
 werden können, wenn man fast regelmäßig acht
ınd noch mehr Minuten auf den Anschluß warten muß
Die Unterbrechung von Stadigesprächen bei neuankom
nenden Ferngesprächen läßt sich, auch wenn mehrer«
Nummern vorhanden sind, leider bei der ganzen Einrichung
 nicht vermeiden. Hier werden zur Abhilfe besondere
Nummern für Ferngespräche vorgeschlagen, die allein
‚inen ungestörten Fernsprechverkehr innerhalb des Ortsjetzes
 gewährleisten. Die Unterbrechung von Gesprächen.
lie über die gewöhnliche Dauer hinausgehen, läßt sich
ladurch vermeiden, daß vorher das Gespräch mit einet
jestimmten Minutendauer angemeldet wird. Was die hier
ınd da aufgetretenen Wünsche hinsichtlich der Ausdehung
 des Fernsprechverkehrs (in der Nacht, über Sonntag)
ingeht, so ist eine solche Ausdehnung nur möglich, wenn
lie damit verbundenen erhöhten Betriebsunkosten durch
lie Inanspruchnahme der Teilnehmer aufgebracht werden
zs wird dann ferner noch Mitteilung gemacht über die
vorliegenden Wünsche hinsichtlich der auswärtigen Fern:
‚prechverbindungen und insbesondere die Sicherstellung
les Verkehrs mit Italien und der Tschechoslowakei für
iringend erforderlich gehalten. Im Anschluß an diese
Ausführungen werden verschiedene Beschwerden vorgejracht
 und um ihre Abstellung dringend gebeten. CGe-<lagt
 wird über die verhältnismäßig lange Inanspruchı1ahme
 der Herstellung einer Verbindung zwischen Saar
rücken und Völklingen, von Saarbrücken und Neun
            
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